Modul Erfassung von Barrieren im öffentlichen Raum

Zielsetzung

Ziel dieses Moduls ist die systematische Erfassung von Barrieren im öffentlichen Raum. Dies fördert das Bewusstsein und die Aufmerksamkeit für Barrieren, die für bestimmte Personengruppen ein Teilhabehindernis oder eine -erschwernis darstellen und möglichst abgebaut oder reduziert werden sollen. Ziel ist darüber hinaus, mit dem Abbau von Barrieren die Mobilität bis ins hohe Alter zu ermöglichen und Teilhabechancen auszubauen. Hierzu bestehen geeignete Instrumente, um den Bewohnerinnen und Bewohnern, Initiativen sowie Kommunen die Möglichkeit zu geben, Barrieren zu erfassen.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

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Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Um Barrieren abzubauen, müssen diese bekannt und möglichst systematisch erfasst werden. Dies setzt zunächst die Definition von Barrieren voraus, um diese systematisch erfassen zu können (z.B. fehlender Treppenlauf, starkes Gefälle/Steigung, fehlende Bordsteinabsenkungen im Kreuzungsbereich, taktil erfahrbare Bushaltestellen, Kopfsteinpflasterflächen etc.)

Es bestehen verschiedene Möglichkeiten zur Erfassung von Barrieren:

Dazu bietet es sich an, Personenkreise, die besonders betroffen sind (mobilitätseingeschränkte Menschen, Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen etc.), gezielt einzubinden, um möglichst umfassend vorhandene Barrieren im öffentlichen Raum zu erfassen.

Es können z.B. organisierte Begehungen im Quartier durchgeführt werden, dazu kann jedem Teilnehmer und jeder Teilnehmerin eine Karte des Quartiers ausgehändigt werden, auf der subjektiv empfundene Barrieren nach festgelegten Kriterien eingetragen werden. Diese können dann auf einer Karte zusammengeführt werden.

Es gibt auch die Möglichkeit, geographische Informationssysteme (GIS) einzusetzen, die es ermöglichen, Barrieren visuell auf Karten darzustellen und weitere Informationen zur Barriere zu erfassen und zugänglich zu machen. So können Kommunen oder Initiativen Karten online stellen und allen Bürgern und Bürgerinnen zugänglich machen. Bürger und Bürgerinnen haben dann die Möglichkeit, online die Barrieren einzutragen und kenntlich zu machen. Hierbei ist ein Unterstützungsangebot nötig, um allen Bürgern und Bürgerinnen die Nutzung zu ermöglichen. Wichtig ist, dass transparent gemacht wird, wie mit den erfassten Barrieren umgegangen wird, wie eine Prüfung und Priorisierung erfolgt und wann Ergebnisse in Form von  Beseitigung von Barrieren zu erwarten sind, um Frustration zu vermeiden.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Stolpersteine

Bewertung

Gute Möglichkeit, ein Bewusstsein zu schaffen für Barrieren im öffentlichen Raum. Verschiedene Zielgruppen können gut und niederschwellig eingebunden werden, um Vielfalt und Differenzierung zu schaffen.

Fallbeispiele

Erfassung von öffentlichen Barrieren mit einem onlinebasierten GIS in Münster-Hiltrup

Agentur Barrierefrei, Bestandsaufnahme NRW

Beratung

Agentur Barrierefrei NRW

Finanzierungsansätze

Kommunen

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

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Literatur

Metlitzky, Nadine; Engelhardt, Lutz (2008):
Barrierefrei Städte bauen – Orientierungssysteme im öffentlichen Raum., Fraunhofer IRB Verlag.

Links

Agentur Barrierefrei NRW

Barrierefreies Bauen

Anforderungen an die Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen. Kriterienkataloge.