Modul Seniorinnen- und Seniorenturnen

Zielsetzung

Seniorenturnen ist ein Bewegungs-, Spiel- und Sportangebot für die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren. Dabei geht es zunächst um die Förderung bzw. Aufrechterhaltung der gesundheitlichen Leistungsfähigkeit und die Stärkung des Bewegungsapparates sowie der Muskulatur. Darüber hinaus bietet Seniorenturnen die Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen und Gemeinschaft zu erleben. Die Gemeinschaft kann über die Sportstunde hinaus z.B. bei Vereinsfahrten gefestigt werden und bietet so auch alleinstehenden Menschen eine Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

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Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Das Turnen im klassischen Sinne sollte hier aus gesundheitlichen Gründen nur symbolisch betrachtet werden. Aber es gibt Angebote, die einem „altersgerechten Turnen“ in Form von Bewegung nahe kommen. Neben jahreszeit- und umgebungsabhängigen Konzeptionen wie dem Nordic Walking oder Skilanglauf, gibt es auch eine Palette von leichter umsetzbaren Bewegungsinhalten, wie der bekannten Gymnastik, die sowohl individuell als Hockergymnastik als auch im Wasser ausgeführt werden kann oder zielgruppenspezifische Angebote wie der Herzsport. Aber auch die Förderung geistiger Versorgung über Anforderungen, die sich auf Reaktionsgeschwindigkeit und das Gleichgewichtvermögen beziehen, oder mittels Aufgaben für die Orientierungs- und Anpassungsfähigkeit, um alltägliche Situationen bestmöglich zu bewältigen, beinhalten, sind für eine selbstständige Versorgung entscheidend. Die Kurse können ein Angebot von Seniorinnen und Senioren für Seniorinnen und Senioren sein, da z.B. ältere, körperlich mobile Menschen Initiator eines solchen Kurses sein können. Aber auch pensionierte, ehrenamtlich engagierte Ärzte können spezifische Bewegungsangebote durchführen. Dadurch können rehabilitative Schlaganfallnachsorge- oder Herzsportgruppen unter ärztlicher Aufsicht stattfinden und leisten regelmäßig für jeden Betroffenen einen wichtigen Beitrag zur eigenen Gesundheitsentwicklung und -erhaltung. Die Gestaltung der Kursstunden kann insgesamt ein vielfältiges Sport- und Bewegungsangebot umfassen. So werden Übungen und Sportspiele angeboten, die die Ausdauer, die Koordination, aber auch die Kräftigung der Muskulatur fördern. Dafür gibt es unterschiedliche Formen von Gymnastik. Seniorenaerobic mit Musik fördert z.B. das Rhythmusgefühl, die Dynamik und Koordination, während Funktionsgymnastik mit Dehnungsübungen insbesondere die Muskulatur kräftigt und den Bewegungsapparat sowie die Gelenke beweglich hält.

Die Kursstunden können ein- oder zweimal pro Woche für 45 Minuten oder eine Stunde angeboten werden. Dafür sollte ein Kursraum mit entsprechendem Platz und geeignetem Bodenbelag zur Verfügung stehen. Solche sind z.B. in einem Bürger- oder Seniorentreff, Jugendzentrum, im Stadtteiltreff, in einer stationären Einrichtung oder in Gebäuden der Kirchengemeinden zu finden. Alternativ, v.a. für größere Kursgruppen, kann auch eine Sporthalle einer nahegelegenen Schule für die Zeit des Kurses gemietet werden. Neben dem üblichen Sportangebot können auf Wunsch der Teilnehmer auch andere Sportarten, z.B. Bosseln oder Gymnastiktanz, angeboten werden.

Je nach Gruppenzusammensetzung kann ein ergänzendes Angebot, z.B. ein Getränk im Anschluss, eine Kursfahrt oder gemeinsame Tagesausflüge das gemeinschaftliche Miteinander stärken und fördern.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Stolpersteine

Ein Stolperstein kann die Finanzierung der Initiatorin/des Initiators, des Kursraums und der Werbung sein. Städtische Schulturnhallen oder Kursräume in Bürgerzentren können häufig – unter Berücksichtigung der bestehenden Belegung – für einen geringen Beitrag gemietet werden. Hier kann ein geringer Unkostenbeitrag pro Kursteilnehmer dazu dienen, die anfallenden Kosten zu decken.

Die Organisation eines solchen Kurses kann z. B. durch eine(n) ehrenamtliche(n) Initiatorin/Initiator übernommen werden. Dabei kann dies für eine Einzelperson zu aufwendig sein. Gegebenenfalls findet sich ein kleines Team von Freiwilligen.

Unter Umständen weist der Kurs zu Beginn nur eine geringe Anzahl von Kursbesuchern auf. Eine Etablierung des Angebots kann durchaus einige Zeit andauern. Zudem sind mögliche Geschlechterkonflikte zu berücksichtigen, z.B. durch spezielle Angebote für Damen und Herren.

Bewertung

Gute Methode zur Förderung der Gesundheit sowie der Aufrechterhaltung der eigenständigen Bewegung der Kursteilnehmer. Hinzu kommt das gesellschaftliches Engagement und die Förderung der Gemeinschaft im Quartier oder Stadtteil, die insbesondere alleinstehende Menschen im Alter eine aktive Teilnahme ermöglicht.

Fallbeispiele

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Ansprechpartner bzw. Kooperationspartner können der Stadtsportbund oder die kommunale Verwaltung der jeweiligen Gemeinde sein.

Finanzierungsansätze

Beratung

Landessportbund des Landes NRW

Es werden Aus- und Weiterbildungen für Bewegung im Alter angeboten

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

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Projekte

Haus der Generationen , Rheinberg

Quartiersentwicklung in Eicken, Mönchengladbach

Quartiersentwicklung in Riehl, Köln

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Literatur

Voelcker-Rehage, C / Godde, B. / Staudinger, U.M. (2005):
Bewegung, körperliche und geistige Mobilität im Alter. In: Bundesgesundheitsblatt- Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz, Springer Verlag

Becker, S. et al. (2007):
Ein aktives Leben leben. Sport, Bewegung und Gesundheit im mittleren und höheren Erwachsenenalter. In Gesundheitswesen, 69 (7), Georg Thieme Verlag Stuttgart, S. 401 – 407