Modul Nadelmethode

Zielsetzung

Die Nadelmethode dient zur Visualisierung bestimmter Orte (wie Ärzte, Treffpunkte, Problembereiche) in einem Quartiersplan. Sie kann ohne großen Aufwand gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern umgesetzt werden und wird häufig zu Beginn einer Bestandsaufnahme verwendet.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

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Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Bei dieser Methode werden mit Hilfe farbiger Stecknadeln oder Klebepunkte Orte nach bestimmten Kriterien auf Karten von Stadtteilen/Sozialräumen markiert. Dabei werden (z.B. im Rahmen eines Planungsworkshops, einer Open Space Konferenz oder vor und nach einer Quartiersbegehung) je nach Kriterium Nadeln in unterschiedlichen Farben verwendet. Die Auswahl der Kriterien ist abhängig vom Ziel des Verfahrens. So können die unterschiedlichen Farben z.B. nach Kriterien wie Alter, Geschlecht, Behinderungsgrad, Bildungsabschluss o.ä. gewählt werden.

Nach Abschluss der Veranstaltung können differenzierte Aussagen über räumliche Zusammenhänge getroffen werden, etwa über die bevorzugten Orte Älterer und Jüngerer, Orte die stärker von Frauen präferiert werden oder Orte die von Rollstuhlfahrern gemieden werden (z.B. Fahrbahnüberquerungen).

Ein typisches Thema für den Einsatz der Nadelmethode kann die Frage nach informellen Treffpunkten von älteren Menschen in einem Quartier sein. Entscheidend für den Erfolg ist eine eindeutige Fragestellung sowie die damit verbundenen Kriterien. Die Methode kann mit Hilfe komplexerer Kriterienzuordnung und zusätzlicher Nadeln (z.B. statt 2 Nadeln für: rot=weiblich / blau=männlich wird mit 6 Nadeln in der Zuordnung: rot = weiblich, unter 18; grün = weiblich, über 65; schwarz = männlich, unter 18 usw. gearbeitet) sowie durch weitere Stellwände mit anderen inhaltlichen Fragestellungen (z.B. Gesundheit, Freizeit, Einkauf / Lebensräume – Angsträume o.ä.) erweitert werden.

Die Nadelmethode ist an unterschiedlichsten Orten umsetzbar und kann sogar als Mobile Nadelmethode (vgl. Krisch 2009, S. 85) eingesetzt werden, etwa so, dass Passantinnen und Passanten auf bestimmte Orte in einem Quartier angesprochen werden und diese dann auf einer mobilen Stellwand markiert werden. Die Methode dient nie ausschließlich der Erhebung und Analyse, sondern sollte immer in einen kommunikativen Zusammenhang eingebettet sein bzw. den Anlass zu Kommunikation und Beteiligung bieten.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Wesentlichen Schritte sind:

Stolpersteine

Bewertung

Die Nadelmethode ist ein Verfahren, welches eine gute Grundlage zur Analyse eines Quartiers bietet und relativ einfach umzusetzen ist. Sie erlaubt differenzierte Aussagen zur Nutzung bestimmter Orte im Quartier, geht jedoch nicht in die Tiefe, eine Bewertung eines bestimmten Ortes ist mit dieser Methode nicht möglich. Sie ist als Einstiegsmethode beliebt, aus welcher sich Hinweise für den Einsatz tiefergehender Methoden gewinnen lassen.

Fallbeispiele

Kita Gronostrasse

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Professionelle Moderatorinnen und Moderatoren können häufig bei Kommunen oder sozialen Trägern erfragt werden.

Finanzierungsansätze

Beratung

Soziale Träger oder auch Begegnungsstätten haben Erfahrungen mit Beteiligungs- und Moderationsprozessen.

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

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Projekte

Lebensqualität Älterer im Wohnquartier (LIW) Schalke, Gelsenkirchen

Quartiersentwicklung in Duissern, Duisburg

Entwicklung altengerechtes Quartier - In der Geist, Lünen

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Zukunftswerkstatt

Literatur

Deinet, Ulrich (2009):
Analyse- und Beteiligungsmethoden in: ders. (Hrsg.): Methodenbuch Sozialraum, S. 65-86, Wiesbaden

Krisch, Richard (2009):
Sozialräumliche Methodik der Jugendarbeit. Aktivierende Zugänge und praxisleitende Verfahren S.78 - 87, Weinheim und München

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