Modul Integriertes Handlungskonzept zur Quartiersentwicklung

Zielsetzung

Ein Integriertes Handlungskonzept ist ein strategisches Planungs- und Steuerungselement der Stadtentwicklung - es hat das Ziel räumliche und sektorale Interessen in einem städtischen Teilraum oder einem Quartiers abzuwägen, Aushandlungsprozesse zu moderieren sowie eine neue Balance zwischen öffentlichen und privaten Investitionen zu finden.
Ziel eines Integrierten Handlungskonzepts mit dem Schwerpunkt "Wohnen im Alter", ist es, integrierte Wohn- und Versorgungskonzepte für ältere und pflegebedürftige Menschen in den Wohnquartieren zu verankern.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

Dieses Modul wurde bisher von 2 Nutzern bewertet.

Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Ein Integriertes Handlungskonzept ist u.a. die Grundlage für die Bewilligung von Städtebauförderungsmitteln des Landes NRW. Für deren Umsetzung ist ein Maßnahmen-, Kosten-, Finanzierungs- und Zeitplan zu erstellen. Für einen reibungslosen Ablauf ist ggf. die Einrichtung von ämter- und dezernatsübergreifenden Lenkungsgruppen erforderlich. Bereits in der Strategiephase ist es relevant wichtige Akteurinnen und Akteure und Schlüsselpersonen einzubinden. Ein Integriertes Handlungskonzept enthält neben einer Bestandsanalyse der Vor-Ort-Situation, eine Zielbeschreibung für das Quartier und eine Gesamtstrategie zur Umsetzung der Ziele. 

Bislang sind Integrierte Handlungskonzepte speziell für das “Wohnen im Alter” noch nicht in vielen Kommunen verbreitet. Der steigende Anteil älterer Menschen führt aber zu veränderten Anforderungen an städtebauliche und ökonomische Strukturen. Diese beziehen sich z. B. auf Barrierefreiheit, nutzungsgemischte Quartiere und eine gute Versorgungsstruktur.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Folgende Schritte sind zu beachten:

Zur Umsetzung eines Integrierten Handlungskonzepts speziell für “Wohnen im Alter” ist eine Aufstellung eines Maßnahmen-, Kosten-, Finanzierungs- sowie eines Zeitplans ebenfalls empfehlenswert. Um die lokalen Ansprüche älterer Bewohnerinnen und Bewohner für ein Integriertes Handlungskonzept für Wohnen im Alter anpassen zu können, ist die Einbeziehung von Seniorenbeiräten oder -beauftragten, Begegnungsstätten, Altersheimen und häuslichen Pflegediensten anzuregen.

Stolpersteine

In Kommunen, die sich zum ersten Mal mit den Thema Handlungskonzept beschäftigen, ist die Erarbeitung mit einem erheblichen Umfang an personellen Kapazitäten verbunden. Gerade im Hinblick auf angespannte Haushalte ist dies nicht zu unterschätzen.

Eine finanzielle Unterstützung zur Abwicklung von Maßnahmen eines Integrierten Handlungskonzepts “Wohnen im Alter” wird in den derzeitigen Förderprogrammen nicht konkret behandelt. Die Verantwortlichkeiten und die Finanzierung müssen demnach frühzeitig festgelegt sein.

Bewertung

Integrierte Handlungskonzepte können auf aktuelle Bedarfe und Situationen im Stadtteil reagieren. Die im Integrierten Handlungskonzept vorgeschlagenen Projekte sind jedoch häufig befristet und so ist eine Verstetigung der Angebote im Sinne einer höheren Kontinuität erstrebenswert.

Fallbeispiele

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes NRW

Finanzierungsansätze

Mögliche Finanzierungsmittel sind:

In NRW stehen grundsätzlich folgende Förderprogramme zur Verfügung:

Für alle Programme der integrierten Stadterneuerung steht der Gebietsbezug im Vordergrund. Erst mit der Bewilligung der Bewilligungsbehörde darf mit dem Vorhaben begonnen werden.

Beispiel Finanzierungsansatz des Integrierten Handlungskonzeptes “Wohnen im Alter mit Gemeinschaft und Sicherheit” Ahlen: Die Konzepterstellung wurde durch eine Förderung vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) unterstützt.

Beratung

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

Ausgezeichnet, dass es eine Initiative gibt. Ich habe heute 17.11.2014 Frau Ministerin Steffens im TV erlebt und bin angetan davon, mit wie viel Herz Frau Steffens diesen das gesellschaftliche Zusammenleben bestimmenden Wandel empfindet. Mein Impuls zum Masterplan allgemein und zum Modul "Integriertes Handlungskonzept zur Quartiersentwicklung": Es ist wohl in den Kommunen angekommen, dass es den demographischen Wandel gibt. In den gemeindlichen Ausschüssen wird zwar genickt und dargestellte Kostenentwicklungen (hier auch nur das Detail "ambulante Pflege - stationäre Pflege")zur Kenntnis genommen, jedoch weder ganzheitlich noch in einem einzelnen Modul wird zielführend gehandelt. Was fehlt ist die schonungslose Darstellung der IST-Situation in Bezug auf die Lebens-Qualität der älteren Generation und die Prognose, wie sich diese Situation insgesamt unter Einbeziehung der Kosten für alle Generationen in 20 Jahren darstellt, wenn wir alles so lassen wie es ist. Diese Darstellung der IST-Situation muss Betroffen machen und nicht ausweichbar zum Handeln auffordern. Das ist mein Impuls: Einerseits ist das detaillierte Erfassen dieser IST-Situation unverzichtbar für den Masterplan. Andererseits brauchen wir verbindliche Vorgaben an die Kommunen, denn für die kommunalen Politiker hat die Gestaltung des demografischen Wandels noch keine Priorität - die Verwaltungen der Kommunen sind nicht darauf vorbereitet, mit der Politik zusammen zu gestalten und Hilfe für die Umsetzung zu leisten. Beste Grüße Karl Dilly

Projekte

NBS Netzwerk für Menschen mit Behinderung und Senior-/innen e.V., Bad Salzuflen

Älter werden in Ahlen, Quartier Gezeitenland, Ahlen

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Literatur

Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes NRW [Hrsg.] (2012):
Integrierte Handlungskonzepte in der Stadtentwicklung - Leitfaden für Planerinnen und Planer., Düsseldorf

Scholz, Carola (2010):
Integrierte Handlungskonzepte in der Stadterneuerung - das Beispiel Nordrhein-Westfalen. In: Informationen zur Raumentwicklung, Heft 4/2010. S. 287-295

Links

Wohnraumförderungsprogramm 2014

Entscheidungshilfe Kommunale Handlungskonzepte Wohnen

Kommunaler Austausch im Forum KomWoB

Downloads

Integriertes Handlungskonzept Wohnen im Alter in Ahlen