Sozialraum-/Quartiersanalyse und GIS-Einsatz

Umsetzung und Durchführung

Auf der Basis der Sozialraumanalyse erhalten Kommunen und die Quartiersentwickelnden eine erste Übersicht, über kleinräumige Strukturen und Angebote, über die Bevölkerung und Zielgruppen sowie deren Wohnumfelder im Quartier. Handlungsansätze und Potenziale für Netzwerkarbeit und Kooperationen für das Altern im Quartier/Sozialraum können auf Basis der Daten identifiziert und Leitideen entwickelt werden. Durch weitere Beteiligungsmethoden könnten infolge auch die Lebenswelten und Aktionsräume der Quartiersbewohnenden erfasst werden.

Die Analyse mit dem Einsatz eines geographischen Informationssystem (GIS) ermöglicht dabei zum einen die Zusammenführung vorhandener kommunaler Daten auf kleinräumiger Ebene. Andererseits ermöglicht sie eine Visualisierung thematischer Analysen und eine kartografische Darstellung. Diese können Akteurinnen und Akteuren im Quartier für den Einstieg in die Arbeit vor Ort nutzen. Die Ergebnisse dienen somit als Einstieg in die Quartiersarbeit und liefern Ansätze für weitergehende Befragungen/Erhebungsmethoden oder den Einbezug von Zielgruppen (z.B. Menschen mit Migrationsvorgeschichte oder Behinderung). Karten liefern einen Überblick über mögliche Versorgungslücken oder Überangebote. Zudem können sie sowohl Schnittstellen zwischen Alten- und Behindertenhilfe aufzeigen, als auch über Angebote und Dienste im Quartier.

Gleichzeitig dienen strukturierte Sozialraumanalysen dem Vergleich innerhalb von Kommunen und sollten für eine andauernde kommunale Sozialberichterstattung genutzt werden.

Kommunen legen Kriterien für die Abgrenzung und inhaltliche Analyse von Quartieren und Sozialräumen fest und grenzen die Sozialräume ab, beispielsweise in administrativen Grenzen oder lebensweltlichen Bezügen.

Die quantitativen Daten werden aus verschiedenen Fachbereichen innerhalb der Kommune zusammengeführt und analysiert. Sinnvoll ist es dabei, sich auf die vorhandenen Daten zu beziehen, Kriterien zu definieren und aufwändige Erhebungen zu vermeiden oder „Datenfriedhöfe“ entstehen zu lassen.

Neben kommunalen Daten ist es sinnvoll weitere Datenquellen einzubeziehen, wie z.B. die Landschaftsverbände als überörtliche Sozialhilfeträger. Diese verfügen über ergänzende Daten (z.B. zu Menschen mit Behinderung). Ein regelmäßiger Datenaustausch zwischen Kommunen und Landschaftsverbänden ist daher zu empfehlen. Es erfolgt eine Darstellung der Analyse (schriftliche Quartiersanalysen und Karten), die strukturierte Fortschreibungen in regelmäßigen Abständen erlaubt und auch für eine kommunale Sozialberichterstattung eingesetzt werden kann.

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