Wohnformen im Alter - Innovatives und gemeinschaftliches Wohnen

Innovatives und gemeinschaftliches Wohnen

Gute Nachbarschaft und Gemeinschaft stellen – nicht nur für ältere Menschen – wichtige Faktoren für die persönliche Lebensqualität dar.

In der Planung und Organisation von innovativen Wohnprojekten spielen Aspekte des Mitgestaltens, der gegenseitigen Unterstützung und des gemeinschaftlichen Austauschs eine zentrale Rolle.

Wohnprojekte für ältere Menschen

Die Zielgruppe dieser Projekte sind ältere Menschen, meist ab einem Alter von 60 Jahren. Weitere Merkmale dieser Wohnform sind:

Beispiel: Wohnprojekt Liverpoolstraße in Mülheim an der Ruhr

Integrative Wohnprojekte

Integrative Wohnprojekte zeichnen sich durch unterschiedliche Haushaltstypen oder soziale Gruppen aus. Beispielsweise können alte und junge Menschen sowie Menschen mit und ohne Behinderung in einem solchen Projekt zusammenleben. Weitere Merkmale dieser Wohnform sind:

Mehrgenerationenwohnen

Unterschiedliche Generationen wohnen in einer Wohnanlage zusammen. Ziel der Altersmischung ist die Förderung des Austauschs zwischen den Generationen sowie eine gegenseitige Unterstützungskultur.

Gemeinschaftliches Wohnen von Behinderten/Nicht-Behinderten

Menschen mit und ohne Behinderung leben zusammen in einer Wohnanlage. Neben separaten Wohnungen können auch Wohngruppen oder –gemeinschaften integriert werden. Der Inklusionsgedanke steht hier im Vordergrund.

Genderspezifisches Wohnen

In genderspezifischen Projekten leben Lesben, Schwule und Transgender, die hier ein selbstbestimmtes, diskriminierungsfreies Leben und Wohnen verwirklichen wollen. Das gemeinschaftliche Wohnen ist dabei gekennzeichnet durch unterschiedliche Haushalts- und Lebensformen: Singles, Paare und Regenbogen-Familien (= gleichgeschlechtliche Paare mit einem Kind oder mehreren Kindern) sowie eine Mischung unterschiedlicher Altersgruppen.

Geschlechtsspezifisches Wohnen

In den Wohnprojekten leben entweder Frauen oder Männer als Gemeinschaft zusammen. Ziel ist die Schaffung eines selbstbestimmten Raumes, um eine alternative Lebensform zur traditionellen Kleinfamilie zu ermöglichen und der geschlechtsspezifischen Rollenverteilung entgegenzuwirken.

Siedlungsgemeinschaft

Siedlungsgemeinschaften verfolgen gemeinschaftliche Ansätze für das Wohnen und Leben im Bestand, z.B. in Einfamilienhausgebieten oder Wohnanlagen. Die gemeinschaftlichen Komponenten werden dabei entweder selbst organisiert oder als Serviceleistung durch ein Wohnungsunternehmen / eine/n Investor*in angeboten.
Kristallisationspunkt für das Gemeinschaftsleben ist ein Gemeinschaftsraum oder -haus als Treffpunkt für Kontaktpflege und Kommunikation, für Feste und Feiern, für Selbsthilfegruppen und Freizeitgruppen, oft ergänzt um die Vernetzung durch einen Bewohner*innenverein, dessen Ziel die Nachbarschaftshilfe ist.

Wohngemeinschaften mit Betreuungsleistungen

In Wohngemeinschaften leben ältere Menschen sowie Menschen mit Unterstützungsbedarf zusammen in einer Wohnung. Jede und Jeder bewohnt ein eigenes Zimmer, entweder mit eigenem Bad, oder mit einem gemeinschaftlichen Bad für bis zu 4 Personen. Küche und Wohnzimmer werden gemeinsam genutzt. Die Betreuungsleistungen werden beispielsweise durch einen ambulanten Pflegedienst sichergestellt.

„Wohngemeinschaften mit Betreuungsleistungen“ unterliegen den Bestimmungen des Wohn- und Teilhabegesetzes NRW. Hier ist zu unterscheiden zwischen selbstverantworteten und anbieterverantworteten Wohngemeinschaften.

Selbstveranwortete Wohngemeinschaften

Bei den selbstverantworteten Wohngemeinschaften mieten die Bewohner*innen bzw. deren Angehörige/Betreuer*innen eine Wohnung. Der ambulante Pflegedienst wird separat beauftragt. Er übernimmt die pflegerische Versorgung und sowie die Tages- und Haushaltsstrukturierung.

Anbieterverantwortete Wohngemeinschaften

Bei den anbieterverantworteten Wohngemeinschaften erfolgen der Aufbau und die Rahmenorganisation durch z.B. einen ambulanten Pflegedienst, der die Zimmer individuell vermietet und auch die pflegerische Versorgung, Tagesstrukturierung, und Haushaltsführung übernimmt.