Newsletter Altengerechte Quartiere in NRW Nr. 35 - Oktober 2017

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Gewinnspielauslosung für das 3. Quartal

Wir gratulieren herzlich Frau Mandy Panoscha, Klimaschutzmanagerin für die Stadt Hamminkeln, zu ihrem Gewinn. Frau Panoscha erhält neben der Broschüre „Handreichung Quartiersentwicklung“ des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe auch einen Kinogutschein für 2 Personen. Wir wünschen ihr viel Spaß mit dem Gewinn!

© Landesbüro altengerechte Quartiere.NRW
Lena Bruce (LaQ) und Mandy Panoscha bei der Übergabe des Preises.

Wenn auch Sie sich über unsere Preise freuen möchten, dann haben Sie die Möglichkeit, noch bis zum 31.12.2017 auf unserer Homepage am Gewinnspiel teilzunehmen. Dafür müssen Sie nur eines unserer Module bewerten und schon sind Sie für das Gewinnspiel angemeldet. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

Berichterstattung REHACARE-Kongress: „Tragfähige (Geschäfts)-modelle fürs Quartier“

Interdisziplinärer Erfahrungsaustausch zur Sicherung einer nachhaltigen Quartiersentwicklung

Bereits zum zweiten Mal wurde der REHACARE-Kongress „Wir fürs Quartier“ vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) zusammen mit der Messe Düsseldorf organisiert. Interessierte Akteure erhielten die Möglichkeit, sich einen Überblick über die verschiedenen Aktivitäten der altersgerechten Quartiersentwicklung in Nordrhein-Westfalen zu verschaffen. In diesem Jahr wurde der Fokus auf unterschiedliche Finanzierungswege und nachhaltige Geschäftsmodelle für Quartiersansätze gelegt.  

„Die Erfahrung zeigt, dass der nachhaltige Betrieb und die dauerhafte Finanzierung für viele Akteure, die sich mit Quartiersansätzen beschäftigen, eine der größten Herausforderungen darstellt“ betonte Ursula Kremer-Preiß, Leiterin des Bereichs Wohnen und Quartiersgestaltung des Kuratoriums Deutsche Altershilfe. Aus diesem Grund wurden insbesondere Projekte und Initiativen vorgestellt, die bereits tragfähige (Geschäfts-)modelle entwickelt oder sogar schon erprobt haben. „In diesem Feld wurde in den vergangenen Jahren viel bewegt, auch und gerade durch die große Unterstützung der NRW-Landesregierung. „Um auch nach dem Laufzeitende einer Förderung nachhaltige Strukturen zu etablieren, bedarf es geeigneter tragfähiger Geschäftsmodelle“, so Ursula Kremer-Preiß.  

Prof. Dr. Rolf Heinze, Leiter des Lehrstuhls für Allgemeine Soziologie, Arbeit und Wirtschaft an der Ruhr-Universität Bochum, betonte wiederum, dass bei der Finanzierung von Quartiersansätzen innovative, bisher unbestrittene Wege betrachtet werden sollten.  

Ergänzend berichtete Michael Vollmann, Mitgründer und Geschäftsführer der digitalen Nachbarschaftsplattform „nebenan.de“, wie Investoren die großen Potentiale neuer Medien zur nachhaltigen Vernetzung der Quartierbevölkerung entdecken. Dadurch ergeben sich gleichzeitig neue Finanzierungs- und Umsetzungswege, die mithilfe von technischen Lösungen realisiert werden können.  

Mut machte auch Dr. Bettina Kruth vom Evangelischen Johanneswerk. Sie betonte, dass auch das Scheitern eines ersten Versuchs zur Entwicklung eines tragfähigen Finanzierungskonzeptes kein Grund zum Aufgeben darstellt. „Verfolgte Strategien, die nicht funktioniert haben, bereiten den Nährboden für neue, effektivere Ansätze – Wir scheitern uns zum Erfolg“. Und dies kann sich durchaus für die Leistungsträger lohnen.  

Eine weitere Möglichkeit zur nachhaltigen Finanzierung von Quartiersansätzen stellte Ramona Klar vom Städtischen Seniorenheim in Krefeld, dar. Bei dem neuen Geschäftsmodell handelt es sich um einen sektorenübergreifenden Gesamtversorgungsvertrag, der die Versorgungsleistungen des Heims auch den Quartiersbewohnern zugänglich macht und somit auch einen positiven Einfluss auf die eigene Unternehmensentwicklung hat. 

Im zweiten Teil der Veranstaltung stellten auf einem Quartiersmarkt über 30 verschiedene Akteure und Initiativen ihre Modelle und Projekte den Teilnehmern des Kongresses vor. Im Anschluss wurden an 10 verschiedenen Thementischen tragfähige (Geschäfts-)modelle detailliert vorgestellt und mit den insgesamt rund 200 Teilnehmern diskutiert.

© Messe Düsseldorf

Kommende Veranstaltungen

Praxiswerkstatt: „Aufbau von Wohnprojekten in Kooperation mit Investoren – Investorensuche, Kooperationsvertrag, Kommunikation“

Welten treffen aufeinander: Wohnprojekt-Initiative und Investor – eine lebhafte Beziehung

Es muss nicht immer Eigentum sein! Viele Wohnprojekt-Initiativen wollen - oder können - nicht selbst ein Haus bauen. Dann stellt sich die Frage: „Wer realisiert das für uns?“ Ist erstmal ein Investor gefunden, folgen anschließend weitere Fragen: „Wie sprechen wir miteinander, angesichts der unterschiedlichen Kulturen und Interessen?“ „Wie kann ein Kooperationsvertrag aussehen, der langfristig für ein gutes Miteinander sorgt?“

Im Rahmen der Praxiswerkstatt „Aufbau von Wohnprojekten in Kooperation mit Investoren – Investorensuche, Kooperationsvertrag, Kommunikation“ werden Beispiele und Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Wohnprojekt-Initiativen mit Wohnungsunternehmen bzw. Investoren aufgezeigt. Vor- und Nachteile, Fallstricke und Chancen können aus der Erfahrung heraus ausgetauscht und gemeinsam weitergedacht werden. Eingeladen sind Mitglieder von Wohnprojekt-Initiativen, an gemeinschaftlichem Wohnen interessierte Einzelpersonen, Investoren sowie Vertreter der Wohnungswirtschaft.

Weitere Informationen

Termin: 01.12.2017 │10 – 16h
Ort:
Lebensräume in Balance e.V., Bertha-Benz-Karree 165, 51107 Köln

Teilnehmende: max. 25 Personen

Bei Fragen:
Kathleen Battke
Tel.: 0221/2407075
E-Mail: kathleen.battke@aq-nrw.de

Vergangene Veranstaltungen

Bericht aus der Praxiswerkstatt: „Brückenbauen: Arm, alt, mittendrin! Sozialer Isolation in der Quartiersarbeit begegnen“ am 13.10.2017

Soziale Isolation durch Vertrauen bekämpfen

Armut und soziale Isolation sind zwei Faktoren, die nicht nur im fortgeschrittenen Alter erhebliche Lebensrisiken darstellen. Die Praxiswerkstatt am 13. Oktober 2017 diente als Austauschplattform für Quartiersinteressierte, die bereits Erfahrungen und Erlebnisse im Umgang mit isolierten und vereinsamten Quartiersbewohnern gesammelt haben.

Das Projekt „Präventive Hausbesuche“ der Stadt Köln diente als Best-Practice Beispiel, welches von Verena Rech und Daniel Serden vorgestellt wurde. Dabei handelt es sich um ein niedrigschwelliges Angebot von Informationen, Beratung und Anleitung für ältere Menschen. Die Initiative ist auf der Grundlage von Forschungsergebnissen entstanden und wird zusammen mit den Trägern der Wohlfahrtspflege umgesetzt. Über gut abgestimmte Presseinformationen in Kombination mit einem persönlichen Anschreiben gelang es, einen vertrauensvollen Erstkontakt bei den Menschen herzustellen.

In einem zweiten Schritt führten die Teilnehmer einen Rollenwechsel durch, um sich in die Lage von Menschen zu versetzen, die beispielsweise auf Grund von Schwerhörigkeit den Außenkontakt meiden. Auf diese Weise entstanden eine Reihe von Ideen, um den Zugang zu unterschiedlichen Zielgruppen zu ermöglichen.

Das Fazit des Tages lautete, dass beim Thema Einsamkeit und Isolation es vor allem Zeit braucht, um Vertrauen aufzubauen, da „Hilfe annehmen“ oft eine große Hürde für die Betroffenen darstellt („Ich habe doch immer für mich selbst gesorgt…“). Das Thema weist derart viele Facetten auf, dass eine Fortsetzung des Angebots ‚Brückenbauen‘ von den Teilnehmern ausdrücklich gewünscht wurde.

Eine detaillierte Zusammenfassung der Ergebnisse der Praxiswerkstätten finden Sie zeitnah unter der Rubrik "Aus unseren Veranstaltungen".

Wir stellen Ihnen in lockerer Folge Beispielprojekte zur Quartiersentwicklung aus dem Förderangebot 2 des Landesförderplans Alter und Pflege vor. Heute sind wir zu Gast in Gelsenkirchen/Bismarck im Quartier Haverkamp.

Das Quartier Haverkamp im Gelsenkirchener Stadtteil Bismarck liegt mitten im vom Strukturwandel geprägten Ruhrgebiet. Im Haverkamp leben circa 6.600 Menschen, ein Fünftel der Bewohner ist 65 Jahre oder älter. Das heutige Erscheinungsbild des Stadtteils ist nach wie vor vom Niedergang der Bergbau- und Stahlindustrie geprägt. Maßnahmen der Stadterneuerung konnten positive Entwicklungen anstoßen. In den Bereichen der Nahversorgung und der Instandsetzung von Gehwegen und Straßen bestehen jedoch weiterhin große Entwicklungsbedarfe.  

Trotz dieser Herausforderungen leben gerade ältere Menschen gerne im Quartier Haverkamp. Dabei schätzen Sie die gute Verkehrsanbindung, die gepflegte Wohnbebauung sowie die Grünflächen. Entsprechend hoch ist ihre Bereitschaft, sich an der Quartiersentwicklung für bessere Lebensbedingungen im Stadtteil zu beteiligen. Die regelmäßig stattfindenden Bürgerkonferenzen, Themenwerkstätten und Informationsveranstaltungen werden gut besucht und die Teilnehmerzahl wächst stetig. 

In den Diskussionen nehmen die Themen Verkehr, Sicherheit und Sauberkeit besonders großen Raum ein. Lärmbelästigungen, Barrieren im Stadtteil, Verunreinigungen und Gefahrenstellen werden dabei als wesentliche Problemfelder identifiziert. Dabei scheut sich die beteiligte Bürgerschaft nicht vor intensiven Arbeitsprozessen. Gemeinsam wurde anhand von Begehungen, der Arbeit mit Stadtplänen und einer Fotodokumentation von Beschädigungen eine umfangreiche Mängelliste zusammen getragen. Diese wurde anschließend um Verbesserungsvorschläge ergänzt und mit Zuständigen und Entscheidungsträgern diskutiert. Erste Erfolge wie z.B. angepasste Ampelschaltungen, ausgebesserte Grünwege, mehr Verkehrskontrollen sowie beseitigte Müllkippen bestätigen die Haverkämper darin, sich weiterhin für ihre Belange einzusetzen. Als nächstes steht die Begegnung von Jung und Alt auf der Agenda der Bürgerschaft.

© Annika Godder

In den Diskussionen nehmen die Themen Verkehr, Sicherheit und Sauberkeit besonders großen Raum ein. Lärmbelästigungen, Barrieren im Stadtteil, Verunreinigungen und Gefahrenstellen werden dabei als wesentliche Problemfelder identifiziert. Dabei scheut sich die beteiligte Bürgerschaft nicht vor intensiven Arbeitsprozessen. Gemeinsam wurde anhand von Begehungen, der Arbeit mit Stadtplänen und einer Fotodokumentation von Beschädigungen eine umfangreiche Mängelliste zusammen getragen. Diese wurde anschließend um Verbesserungsvorschläge ergänzt und mit Zuständigen und Entscheidungsträgern diskutiert. Erste Erfolge wie z.B. angepasste Ampelschaltungen, ausgebesserte Grünwege, mehr Verkehrskontrollen sowie beseitigte Müllkippen bestätigen die Haverkämper darin, sich weiterhin für ihre Belange einzusetzen. Als nächstes steht die Begegnung von Jung und Alt auf der Agenda der Bürgerschaft.

Weitere Informationen

Kontakt:

Annika Godder
Quartiersentwicklung Gelsenkirchen Haverkamp
Paulstraße 4
45889 Gelsenkirchen
annika.godder@gelsenkirchen.de

Aktuelle Meldungen:

Stiftung ZQP

ZQP-Report zu Gewaltprävention in der Pflege - überarbeitete und aktualisierte Neuauflage

09. Oktober 2017: Gewalt in der Pflege, und insbesondere in der stationären Langzeitpflege, ist ein hoch relevantes Thema.  Das Buch des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) bietet Fachleuten und Akteuren im Themenfeld Pflege einen Überblick über Gewaltprävention in der Pflege und will dabei seriös aufklären.   mehr

bagso

Soziale Netzwerke als Chance für Seniorenorganisationen

09. Oktober 2017: Die BAGSO hat gemeinsam mit einigen Verbänden die Broschüre "Soziale Netzwerke" - eine Chance für Seniorenorganisationen" entwickelt. Sie enthält Tipps zur Erstellung und Nutzung von Facebook-Seiten und gibt viele Anregungen zum Thema "soziale Netzwerke".   mehr

Forum Seniorenarbeit

Im Fokus 03/2017: Fit und aktiv im Alter

29. September 2017: Im Fokus – Seniorenarbeit in Bewegung ist die vierteljährlich erscheinende Inforeihe des Forum Seniorenarbeit NRW. Diese Ausgabe steht ganz im Zeichen des Sports und erläutert warum Sport für das Leben im Alter ein wichtiges Element zur Steigerung der Lebensqualität sein kann und wie verschiedene, auch örtliche Organisationen miteinander am Thema arbeiten.   mehr

Aktuelle Termine:

bagso

BAGSO-Jahrestagung 2017 in Dortmund

06. November 2017: 

Gesund älter zu werden hat viel mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung zu tun. Neue Erhebungen signalisieren jedoch, dass insbesondere bei älteren Menschen in Deutschland ein großer Verbesserungsbedarf bei der Gesundheitskompetenz besteht.   mehr

wig

Fachkongress 2017: Finden - binden - qualifizieren: Erfolgreiche Personalgewinnungsstrategien für ambulante betreute Wohngemeinschaften

16. November 2017: Am Donnerstag, 16. November 2017, findet in Gelsenkirchen der Jahreskongress des Fachverbandes wig Wohnen in Gemeinschaft statt. Der Kongress bündelt aktuelles Fachwissen rund um Wohngemeinschaften, die nicht nur in Nordrhein-Westfalen einen echten Boom erleben.   mehr

Die Newsletter des Landesbüros altengerechte Quartiere.NRW ist ein kostenfreier Info-Service und informiert über Neuigkeiten zum Thema und aktuelle Aktivitäten des Landesbüros. Bestellungen/Abbestellungen unter http://www.aq-nrw.de/service/newsletter/

Newsletter Altengerechte Quartiere in NRW Nr. 35 - Oktober 2017

Redaktionsschluss: 26.10.2017

Landesbüro altengerechte Quartiere.NRW
Nora Harenbrock
Springorumallee 5
44795 Bochum
Tel.: 0234 95 31 9999
E-Mail: nora.harenbrock@aq-nrw.de

Das Landesbüro altengerechte Quartiere.NRW arbeitet im Auftrag des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen.

(Die Zuständigkeit hat sich auf Grund des Koalistionswechsels verändert, die frühere Zuständigkeit lag beim Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen)