Newsletter Altengerechte Quartiere in NRW Nr. 30 - Juni 2017

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Tagung "Quartier konkret - Vom Seniorenzentrum zum Zentrum für Senioren - der Versorgungsmix im Quartier" am 06.09.2017 in Kamen

Die Rolle und Funktion stationärer Pflegeeinrichtungen im Strukturwandel hin zu altengerechten Quartieren steht im Mittelpunkt der diesjährigen Fachtagung "Quartier konkret". Pflegeeinrichtungen liegen nicht selten mitten in gewachsenen Quartieren und sind Teil der örtlichen Versorgungsstrukturen für hilfe- und pflegebedürftige Menschen. Sie bieten sich mit ihrer räumlichen Infrastruktur und dem Fachpersonal als Kompetenzzentrum für eine altengerechte Quartiersentwicklung geradezu an. Auf dem Weg dahin gibt es aber eine ganze Reihe von strukturellen Widerständen und systembedingten Barrieren, die eine Neuausrichtung stationärer Einrichtungen erschweren. 

Auf der Tagung werden Gelingensbedingungen und Hemmnisse für die Öffnung und Weiterentwicklung stationärer Einrichtungen hin zu Quartierszentren thematisiert. Anhand konkreter Beispiele sollen die Potenziale und Chancen ausgelotet sowie Grenzen und Hindernisse für einen Wandel vom Seniorenzentrum zum Zentrum für Seniorinnen und Senioren diskutiert werden. Dadurch wird die Komplexität eines solchen Strukturwandels, aber auch die Vielzahl der Entwicklungsmöglichkeiten deutlich. Die Veranstaltung soll Mut machen und Impulse für notwendige Veränderungen der Rahmenbedingungen sammeln.

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Nachhaltigkeits-Workshops für geförderte kommunale Quartiersprojekte

Neues Angebot für nachhaltige Finanzierungsmöglichkeiten

Viele der geförderten Quartiersprojekte aus dem Landesförderplan Alter und Pflege befinden sich am Ende der Förderzeit und stellen sich die Frage, wie sie die in diesem Rahmen angestoßenen erfolgreichen Initiativen nachhaltig fortführen können. Das Landesbüro altengerechte Quartiere.NRW (LaQ.NRW) möchte die geförderten Kommunen im Auftrag des MGEPA NRW auf diesem Weg unterstützen.

Angeboten wird eine fachliche Begleitung der Kommunen vor Ort im Rahmen von sogenannten „Nachhaltigkeits-Workshops“, um gemeinsam mit den lokalen Akteuren in den Kommunen Strategien zur nachhaltigen Fortführung der Quartiersinitiativen zu erarbeiten. Die fachliche Begleitung ist für die Kommunen kostenfrei. Bei Interesse sollte eine Anmeldung bis spätestens 14. Juli 2017 erfolgen.

Weitere Informationen und Anmeldung

Kommende Veranstaltungen

Exkursion: "Leben in Gemeinschaft - Innovative Wohnformen entdecken. Gemeinschaftliche Wohnformen in Düsseldorf"

"Wie möchte ich leben, wenn ich älter werde?" Diese Frage beschäftigt immer mehr Menschen. Die Antwort lautet zunehmend: „Gemeinsam statt einsam!“. Wohnen in einer Gemeinschaft mit jungen wie auch älteren Menschen ist in den letzten Jahren  beliebter geworden. Die Formen der neuen Wohn-, Haus- und Siedlungsgemeinschaften sind dabei so vielfältig wie die Menschen, die danach suchen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, gelungene Beispielprojekte  vor Ort zu besichtigen.

Bei dieser Exkursion werden in der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf  zwei verschiedene Wohnformen für Jung und Alt präsentiert. Bewohnerinnen und Bewohner stehen vor Ort Rede und Antwort und werden unter anderem auf folgende Fragestellungen eingehen:

Diese Informationen sowie der Austausch in der Gruppe kann für Teilnehmende ein klärender Schritt auf dem Weg zur eigenen Perspektive vom Wohnen – jetzt und im Alter sein. Die Exkursion richtet sich an alle, die sich für generationsübergreifende und nachbarschaftliche Wohnprojekte interessieren.

Weitere Informationen und Anmeldung

Termin: 08.07.2017
Ort: Düsseldorf. Der genaue Treffpunkt wird noch bekannt gegeben.
Teilnehmende: maximal 25 Personen

Bei Fragen:

Aurelia Vietzen
Tel.: 0221 / 2407075
E-Mail: aurelia.vietzen@aq-nrw.de

Bericht aus der Praxiswerkstatt: Bewegung, Spiel und Sport im Quartier

Landessportbund NRW fördert Erfahrungsaustausch zur altengerechten Quartiersentwicklung

Seit 2015 fördert der Landessportbund NRW Quartiersprojekte im organisierten Sport.

Auf diese und weitere Fragen lieferte die Praxiswerkstatt in Duisburg Antworten. In Bochum-Wattenscheid funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen gut. „Seit 2016 beteiligen sich der TV und BSC 21 Wattenscheid mit einem Bewegungsangebot für Hochaltrige an der altengerechten Quartiersentwicklung“, so Quartierentwicklerin Nadine Urlacher. „Auch der SC Bayer 05 Uerdingen und der Kreissportbund Heinsberg kooperieren mit den vom Land geförderten Quartiersentwicklungsprojekt“, berichtet Dirk Schröter vom Landessportbund.

Die anschließende Workshop-Phase entwickelte sich zu einem regen Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. 30 Vertreterinnen und Vertreter aus Sportvereinen, Stadt- und Kreissportbünden, Landessportfachverbänden, Kommunen und vom Landessportbund sowie Quartiersentwicklerinnen und Quartiersentwicklern beschäftigten sich mit der Frage, wie man sich im Rahmen der Quartiersentwicklung gegenseitig unterstützen kann.

Burkhard Ladewig, 1. Vorsitzender des TV Wanne 1885, freut sich über die Quartiersinitiative des Landessportbundes: „Mit Hilfe des Landessportbundes haben wir einen Barfuß-Sinnespfad als Quartiersprojekt realisiert. Dank der vom Landessportbund initiierten Praxiswerkstatt nehme ich viele gute Ideen für unsere Quartiersarbeit mit.“

Auch Judith Blau, Referatsleiterin beim Landessportbund, zog ein positives Fazit: „Sportvereine leisten mit ihren Bewegungs-, Spiel-, Sport-, Engagements- und Gemeinschaftsangeboten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von altengerechten Quartieren im Sinne des Masterplans altengerechte Quartiere.NRW. Das hat auch die heutige Veranstaltung eindrucksvoll gezeigt.“

Eine detaillierte Zusammenfassung der Ergebnisse der Praxiswerkstatt finden Sie in Kürze unter der Rubrik "Aus unseren Veranstaltungen".

Bericht aus der Exkursion: Gemeinschaftliche Wohnformen in Bochum

"Wir sind dann mit einer Plastiktüte voller Geldscheine zur Zwangsversteigerung gegangen"

20 Radfahrerinnen und Radfahrer waren am Samstag, den 20. Mai 2017 wieder in Bochum und Herne unterwegs, um das gemeinschaftliche Wohnen näher kennen zu lernen.

Wie realisiert man ein gemeinschaftliches Wohnprojekt? Deutlich wurde: Es gibt viele Wege, und das, was am Ende dabei entsteht, ist sehr unterschiedlich. Am Anfang des Projektes an der Maarbrücke in Bochum stand eine Zwangsversteigerung. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses haben es damals geschafft, über eine Zeitungskampagne Menschen für das Projekt zu begeistern, die das erforderliche Eigenkapital zur Verfügung stellen konnten. Die Kredite sind nach fast 20 Jahren abgezahlt und das Projekt besteht weiterhin in Selbstverwaltung. Bei den beiden besuchten Projekten des Vereins „Nachbarschaftlich Wohnen Bochum“ ebenso wie bei dem Projekt WiG in Herne fanden die Initiatorinnen und Initiatoren jeweils Wohnungsgesellschaften, mit denen gemeinsam das Projekt realisiert werden konnte. Ganz anders beim Projekt buntStift in Bochum-Langendreer: die Gruppe hat selbst eine Genossenschaft gegründet, viel Eigenleistung eingebracht und verwaltet sich eigenständig. Diese und viele weitere nützliche Informationen erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Exkursion.

Eine Teilnehmerin konnte die Vorzüge des gemeinschaftlichen Wohnens dann auch nach Ende der Tour direkt testen: weil sie ihren Autoschlüssel auf der Tour verloren hatte und nicht nach Hause kam, zog sie für eine Nacht in das Gästeappartement im zuletzt besuchten Projekt ein.

Wir stellen Ihnen in lockerer Folge Beispielprojekte zur Quartiersentwicklung aus dem Förderangebot 2 des Landesförderplans Alter und Pflege vor. Heute sind wir in Eschweiler zu Gast.

Die Menschen im Quartier "Zentrum" in Eschweiler fordern mehr Mitbestimmung! Sie wollen wieder eigenständig in ihrem Quartier handeln und sich dieses nach ihren Vorstellungen und Bedürfnissen gestalten. Aus diesem Grund steht die Teilhabe an der Gestaltung hin zu einem "altengerechten Quartier" ganz oben auf der Agenda der Quartiersentwicklung. Das Quartierzentrum in Eschweiler besticht durch eine von Grund auf gute Infrastruktur. Den zentralen Anlaufpunkt bildet das seit Jahrzehnten bestehende städtische Seniorenzentrum. 

Gerade im Hinblick auf die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen im Quartier konnten in der bisherigen Quartiersarbeit wichtige Grundsteine gelegt werden. Ein herausragendes Beispiel hierfür sind die Quartiersforen mit den daran an-knüpfenden Fokusgruppen, die mittlerweile in Eigeninitiative arbeiten. So hat eine der drei Fokusgruppen, die Gruppe "Wohnen/Mobilität" schon ein alternatives Wohnprojekt geplant, welches im nächsten Quartiersforum vorgestellt werden soll. Die Quartiersforen, die unter den Mottos "Jetzt sind Sie dran" und "Bürgerschaftliches Engagement" starteten, versuchen den Wunsch nach einer stärkeren Teilhabe und Partizipation erfolgreich umzusetzen. So werden die Menschen im Quartier in alle Aktivitäten und Entscheidungen im Rahmen der Quartiersarbeit eingebunden. Wichtig ist auch die wöchentlich zweimal stattfindende Sprechstunde. 

"Das ist toll, wie man sieht, dass sich hier etwas bewegt! Und das vor allem mit den Kleinigkeiten, die gemacht werden, wie zum Beispiel die Kommunikation, das einfache Reden miteinander. Wieviel allein dadurch schon umgesetzt werden kann!", resümiert eine aktiver Bewohner.

© Burggraef, Projekt Netzwerk Zuhause

Weitere Informationen

Kontakt:

Cem Gökce und Peter Toporowski
Quartiersentwicklung Stadt Eschweiler
Marienstraße 7, 52249 Eschweiler

cem.goekce@eschweiler.de, peter.toporowski@eschweiler.de

Aktuelle Meldungen:

Kubia

Förderfonds Kultur&Alter

26. Juni 2017: Das Kulturministerium des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt mit dem Förderfonds "Kultur & Alter" Projekte, die zeitgemäße und innovative Formen der Kulturarbeit mit älteren Menschen erproben. Zentrale Ziele sind die Stärkung der Kreativität und die Entwicklung der Kulturellen Bildung älterer Menschen.   mehr

bagso

Neues Schulungsangebot zur Gesundheitsförderung älterer Menschen für Akteure in der Seniorenarbeit

21. Juni 2017: Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. hat ihr kostenfreies Schulungsangebot in den Themenfeldern Ernährung, Bewegung sowie Mund- und Zahngesundheit für Multiplikatoren in der Seniorenarbeit erweitert. Die Schulungen, die die BAGSO in Kooperation mit interessierten Partnern jeweils vor Ort durchführt, richten sich an haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seniorenarbeit bzw.   mehr

Forum Seniorenarbeit

Siebter Altenbericht der Bundesregierung: Die Bedeutung lokaler Hilfestrukturen nimmt zu

21. Juni 2017: Ein sehr großer Teil der Unterstützung und Pflege älterer Menschen wird durch Angehörige geleistet. Aufgrund des demografischen und sozialen Wandels wird es für viele Familien jedoch immer schwieriger, die nötige Unterstützung zu erbringen.    mehr

Logo BBE

Goldener Internetpreis 2017: Wettbewerb

15. Juni 2017: Der Wettbewerb »Goldener Internetpreis 2017« möchte herausstellen, welche Wege und Möglichkeiten es gibt, ältere Menschen dabei zu begleiten, in die Onlinewelt einzusteigen. In den folgenden Kategorien können Bewerbungen eingereicht werden: 1.   mehr

Logo Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Konferenz "Kommunen in der alternden Gesellschaft - Empfehlungen des Siebten Altenberichtes"

01. Juni 2017: Auf der Konferenz des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 4. April in Berlin präsentierten die Mitglieder der Siebten Altenberichtskommission die  zentralen Befunde und Empfehlungen des Berichts. Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Spitzenverbände nahmen dazu Stellung.   mehr

BIVA

BIVA Broschüre "Heimentgelt in NRW"

01. Juni 2017: Heimentgelt bedeutet für viele Menschen eine enorme finanzielle Belastung. Die Neuauflage hilft den Heimbewohnerinnen und -bewohnern sowie deren Angehörigen, besser zu verstehen, wie dieses berechnet wird und zeigt finanzielle Hilfen auf.    mehr

bagso

ositionspapier "Engagement und Bildung im Alter"

01. Juni 2017: Anlässlich des Abschlussplenums am 31. Mai 2017 weist die BAGSO, die über ihre 114 Mitgliedsverbände viele Millionen ältere Menschen vertritt, auf ihr neues Positionspapier „Engagement und Bildung im Alter“ hin. In dem Papier wird die wechselseitige Beziehung von Bildung bzw.   mehr

bagso

Engagement für Menschen im Heim: Themenheft

01. Juni 2017: Im vergangenen Jahr hat die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) mit dem GERAS-Preis 2016 erstmalig Menschen und deren Initiativen ausgezeichnet, die in vorbildlicher Weise dafür sorgen, dass das Leben von Menschen im Alten- und Pflegeheim lebenswerter wird.   mehr

Logo Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Praxisleitfaden "Entwicklung und Umsetzung quartiersbezogener Wohnprojekte für ein selbstbestimmtes Leben im Alter"

01. Juni 2017: Die Joseph-Stiftung, ein kirchliches Wohnungsunternehmen aus Bamberg, erforschte in Arbeitsgemeinschaft mit dem Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg e. V. von 2014 bis 2016 "Erfolgsfaktoren für die Umsetzung innovativer, gemeinschaftlicher Wohnprojekte in strukturschwachen ländlichen Räumen".   mehr

Aktuelle Termine:

bagso

Seminar: "Fremde Heimat - Ältere Migranten in Deutschland

08. September 2017 - 10. September 2017: Das Seminar untersucht die Lebenssituation von Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit Migrationshintergrund im dritten Lebensabschnitt und fragt nach ihrem sozialen Status und ihrer Teilhabe. Sind ältere Menschen sozial organisiert?    mehr

AZI

Welt-Alzheimertag

21. September 2017: Seit 1994 finden am 21. September in aller Welt vielfältige Aktivitäten statt, um die Öffentlichkeit auf die Situation von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen. Weltweit sind etwa 46 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen, zwei Drittel davon in Entwicklungsländern.   mehr

bagso

BAGSO-Jahrestagung 2017 in Dortmund

06. November 2017: Die diesjährige Jahresfachtagung steht unter dem Motto "Engagement für die Gesundheitsförderung älterer Menschen stärken". Es werden Erkenntnisse aus aktuellen Erhebungen dar- und die Aktivitäten im BAGSO-IN FORM Projekt auf kommunaler Ebene vorgestellt.   mehr

Die Newsletter des Landesbüros altengerechte Quartiere.NRW ist ein kostenfreier Info-Service und informiert über Neuigkeiten zum Thema und aktuelle Aktivitäten des Landesbüros. Bestellungen/Abbestellungen unter http://www.aq-nrw.de/service/newsletter/

Newsletter Altengerechte Quartiere in NRW Nr. 30 - Juni 2017

Redaktionsschluss: 30.06.2017

Landesbüro altengerechte Quartiere.NRW
Lena Bruce
Springorumallee 5
44795 Bochum
Tel.: 0234 95 31 9999
E-Mail: lena.bruce@aq-nrw.de

Das Landesbüro altengerechte Quartiere.NRW arbeitet im Auftrag des

Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen.