Newsletter Altengerechte Quartiere in NRW Nr. 27 - März 2017

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Thema: Evaluation der altengerechten Quartiersentwicklung aus dem Förderangebot 2 gestartet

Die Quartiersentwicklerinnen oder Quartiersentwickler wirken daran mit, dass Quartiere in NRW altengerechter gestaltet werden. Diese Arbeit erfordert viel Geduld, soziale Kompetenzen und Kontakte zu Partnerinnen und Partnern, die ähnliche Aufgaben in der Quartiersentwicklung übernehmen.

Wie verändert ihr Engagement die Quartiere und wie verbessert das Projekt die Situation für ältere Menschen?

Das sind die zentralen Fragen, mit denen das Förderangebot 2 „Entwicklung altengerechter Quartiere in NRW“ des Landesförderplans Alter und Pflege des Landes Nordrhein-Westfalen evaluiert werden soll. Seit Februar 2017 sind die Lawaetz-Stiftung mit Sitz in Hamburg und das Institut SÖSTRA (Institut für sozialökonomische Strukturanalysen) mit Sitz in Berlin mit dieser Aufgabe betraut.

Ein wichtiger Grundsatz der Evaluation besteht darin, die Quartiersentwicklerinnen und -entwickler aktiv in die Reflexion der Projektarbeit einzubeziehen. Die Bewertung soll also nicht nur von außen, sondern vor allem aus der Praxis heraus entwickelt werden. Im Mittelpunkt der Evaluation stehen drei wesentliche Arbeitsschritte: Eine landesweite Online-Befragung, Fallstudien mit ausgewählten Quartieren und die Unterstützung des Erfahrungsaustauschs unter den Quartiersentwicklerinnen und –entwicklern.

Ab Juni 2017 erhalten sie alle sowie die Vertreterinnen und Vertreter der aus Mitteln des Förderangebotes 2 geförderten Kommunen die Einladung, sich an einer breit angelegten Online-Befragung zu beteiligen. Hier werden insbesondere die unterschiedlichen Ausgangssituationen, Praxisansätze und die Arbeit in den lokalen Netzwerken erfragt. Im Frühjahr 2018 wird das Evaluationsteam dann eine zweite Online-Befragung durchführen, um die Programmergebnisse insgesamt darstellen zu können.

Den zweiten Arbeitsschritt der Evaluierung bilden die qualitativen Fallstudien. Bis 2018 werden insgesamt 20 Fallstudien in ausgewählten Förderquartieren im gesamten Landesgebiet Nordrhein-Westfalens durchgeführt. Damit werden etwa ein Drittel aller beteiligten Quartiersentwicklungsprojekte in die Evaluation einbezogen. In den Fallstudien werden alle zu Wort kommen, die am Projekt mitwirken und vom Projekt einen Nutzen ziehen können. Hier werden vor allem Erfahrungen mit den verschiedenen Praxisinstrumenten und Modulen der aq-Internetseite, Einschätzungen zu den Erfolgsfaktoren altengerechter Quartiersentwicklungen und nicht zuletzt Perspektiven kommunaler Verstetigung aufgegriffen. Das Evaluationsteam wird sich rechtzeitig mit den zu befragenden Akteuren in Verbindung setzen und die Gespräche abstimmen. Im März wurde bereits damit begonnen, in drei „Pilot“-Quartieren erste Fallstudien zu erarbeiten. Schließlich ist es sowohl dem MGEPA NRW als Auftraggeberin, dem Landesbüro altengerechte Quartiere.NRW als Partner als auch dem Evaluationsteam ein wichtiges Anliegen die Ergebnisse der Untersuchungen mit den Quartiersentwicklerinnen und –entwicklern zu diskutieren. Denn es ist das erklärte Ziel, die Evaluation als ein zentrales Instrument für das gemeinsame Lernen aus der Praxis für eine zukünftige altengerechte Quartiersentwicklung zu nutzen. Das Evaluationsteam wird den Beteiligten fortlaufend über die gewonnenen Erkenntnisse berichten und künftig zu gemeinsamen Diskussionsforen einladen.

Übersicht Evaluationsdesign



Kontakt:

Peer Gillner
Johann Daniel Lawaetz – Stiftung
Neumühlen 16 – 20
22763 Hamburg
Telefon: 040 / 39 99 36 – 54
gillner@lawaetz.de

Erfahrungsbericht aus der Antragstellung zum Förderangebot 4 des Landesförderplans Alter und Pflege: Burscheid-Hilgen

Im Rahmen der altengerechten Quartiersentwicklung in Burscheid-Hilgen zeigte sich schnell, dass die Erreichbarkeit der Lebensmittelgeschäfte und das Fehlen sozialer Kontakte große Herausforderungen des Quartiers darstellen. Die Hilgener wünschen sich einen Ort, an dem sie einkaufen und auch ein bisschen plaudern können. Der Initiativkreis „Hilgen lebt“ e.V. hat sich dem Thema angenommen und ist auf das sog. DORV-Konzept (Dienstleistung und ortsnahe rundum Versorgung) gestoßen. Kurzerhand wurde beschlossen, einen Antrag im Förderangebot 4 – „Innovative Nahversorgungskonzepte entwickeln und erproben“ – zu stellen. Quartiersentwick-lerin Jana Lauffs konnte den Verein bei der erfolgreichen Antragstellung unter-stützen. Das Antragsformular ist auf der aq-Seite unter http://www.aq-nrw.de/quartier-gestalten/foerdermoeglichkeiten/ abrufbar.

Beigefügt wurde ein Kosten bzw. Finanzierungsplan, der mit der DORV Unter-nehmergesellschaft (UG) als Beraterin in dem Prozess vorher abgestimmt worden war. Das entsprechende Konzept und Angebot der DORV UG wurden den Unterlagen beigefügt, ebenso wie ein Schreiben zur Begründung der Notwendigkeit der Maßnahme. Hier konnte auf Befragungsergebnisse und die Ausgangssituation im Quartier verwiesen werden. Da das DORV-Konzept Alleinstellungscharakter hat, konnte auch die Bewilligungsbehörde davon überzeigt werden, dass sich die Einholung von zwei weiteren Vergleichsangeboten erübrigt. Das Konzept sieht den an lokale Gegebenheiten angepassten Aufbau und Betrieb eines Zentrums mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs vor, die mit Dienstleistungen und bürgernahen sozialen Bereichen gekoppelt ortsnah unter Einbeziehung von ehrenamtlichem Engagement angeboten werden.

Kommende Veranstaltungen

Praxiswerkstatt Brückenbauen: Flüchtlinge – Neue Nachbarinnen und Nachbarn im Quartier

Insbesondere in den letzten beiden Jahren haben viele in den Quartieren unseres Landes mit den zu uns gekommenen Flüchtlingen neue Nachbarinnen und Nachbarn erhalten. Die Reaktionen auf diese Entwicklungen sind vielfältig: Überwog vor allem zu Anfang größtenteils die warmherzige Willkommenskultur, kann daneben Ablehnung des Fremden beobachtet werden. In diesem Spannungsfeld bewegt sich auch die altengerechte Quartiersarbeit.

Viele Menschen – gerade auch ältere, besonders wenn sie selbst Fluchterfahrungen haben - engagieren sich tatkräftig, um die 'neuen' Nachbarinnen und Nachbarn in die Gesellschaft aufzunehmen. Dabei stellen sich viele Fragen:

Dies sind nur einige der Fragen, die  vielen Menschen in den Quartieren auf den Nägeln brennen und die in der Praxiswerkstatt am 28. April angesprochen und diskutiert werden sollen, um gemeinsame Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Weitere Informationen und Anmeldung

Termin: 28. April 2017, 09:30-13:30 Uhr
Ort:
Wissenschaftspark Gelsenkirchen, Pavillon 3, 1. OG
Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen

Teilnehmendenzahl: maximal 25 Personen

Bei Fragen: Lena Bruce Tel.: 0234 / 8903416
E-Mail: lena.bruce@aq-nrw.de

Exkursion: Gemeinschaftliche Wohnformen in Bochum

Bereits zum fünften Mal findet eine Radtour zu Wohnprojekten in Bochum und Herne statt.

Diese und weitere Fragen lassen wir uns von den Menschen beantworten, die in diesen Projekten leben. Im Rahmen der Exkursion werden insgesamt fünf Projekte aus Bochum und Herne besucht.

Weitere Informationen und Anmeldung

Termin: 20. Mai 2017, 10:00-17:00 Uhr
Ort
: wird noch bekannt gegeben

Teilnehmendenzahl: maximal 25 Personen

Bei Fragen:
Micha Fedrowitz, Tel.: 0234 / 90440-21
E-Mail: micha.fedrowitz@aq-nrw.de

Bericht Praxiswerkstatt "Selbstverantwortete Wohngemeinschaften mit Betreuungsleistungen - Beispiele und Möglichkeiten zum Aufbau eines eigenen Projekts" am 24.03.2017 in Köln

Die Praxiswerkstatt rund um das Themenfeld "Gemeinschaftlich wohnen, auch bei Unterstützungs- und Pflegebedarf" fand im Mehrgenerationenwohnhaus von Wohnen mit Alt und Jung e.V. in Köln-Ehrenfeld statt. Ziel der Veranstaltung war es, gemeinsam mit den Teilnehmenden Handlungs- und Umsetzungsmöglichkeiten von der Integration von Hilfe- und Pflegestrukturen im gemeinschaftlichen Wohnprojekt bis hin zur selbstverantworteten Wohngemeinschaft mit Betreuungsleistungen zu erörtern. Anhand einer lebhaften Diskussion wurde deutlich, dass sich zunehmend auch Wohnprojektinitiativen und Bewohnerinnen und Bewohner bestehender Wohnprojekte mit diesen Fragen beschäftigen.

Ein zweiter Themenschwerpunkt der Praxiswerkstatt waren selbstverantwortete Wohngemeinschaften mit Betreuungsleistungen. Anhand eines Impulsvortrages durch das Landesbüro innovative Wohnformen.NRW wurden rechtliche, konzeptionelle und finanzielle Aspekte dargestellt. Darüber hinaus wurden die verschiedenen Phasen  vom Aufbau bis zur Organisation einer solchen Wohngemeinschaft vorgestellt. Herr Hauser vom Verein Ariadnefaden e.V. konnte abschließend durch seinen  Vortrag einen Einblick in den Alltag von selbstverantworteten Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz geben und erläuterte anhand vieler Beispiele die Organisation aus Angehörigenperspektive. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einer Führung durch das Mehrgenerationenwohnprojekt und die im Erdgeschoss integrierte selbstverantwortete Pflegewohngemeinschaft Ehrenfeld "Zu Huss e.V.".

Wie immer wollen wir Ihnen an dieser Stelle auch einige Beispiele aus den Quartieren vorstellen, in denen Quartiersentwicklung nach dem Förderangebot 2 des Landesförderplans Pflege und Alter umgesetzt wird. Heute sind wir in Herne zu Gast.

Erfahrungsbericht aus dem Quartier Herne Röhlinghausen

Das Quartier in Herne-Röhlinghausen ist ein sehr altes Quartier, das durch den Bergbau geprägt ist. 1995 eröffnete das DRK auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Königsgrube das gleichnamige Altenhilfezentrum. Es etablierten sich Gruppenangebote und Aktivitäten wie z.B. ein Mittagstisch, mit denen das (Beratungs-)Angebot ausgeweitet werden konnte, Selbsthilfegruppen fanden ein Zuhause und ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer konnten gewonnen werden. Die Menschen im Quartier können daher  auf eine gute Infra- sowie Angebotsstruktur zurückgreifen. Eine Umfrage unter den über 60 Jahre alten Bewohnerinnen und Bewohnern ergab vielschichtige Ergebnisse: Ein großes Hindernis stellt  die eingeschränkte Mobilität dar: "Ich kann nicht selbstständig einkaufen und kann mich nicht mit Freundinnen treffen. Ich bin an das Haus gebunden." Aus diesem Grund wird im Quartier ein begleitender Fahrdienst angeboten.

Das zweite große Problemfeld stellt die wachsende Unsicherheit älterer Menschen im Quartier dar. Aussagen wie "Ich habe Angst durch den Park zu gehen.", "Ich verstehe nicht wie sich alles ändert, es geht so schnell", untermauern das Ergebnis der Befragung. Hier ist sehr individuelle Arbeit notwendig, um Kontakte herzustellen und zu vertiefen, Vertrauen zu stabilisieren und Zusammenhalt zu erzeugen. "Unser Augenmerk liegt im Moment sehr deutlich auf diesen Aufgaben", berichtet Quartiersentwicklerin Sabine Bonk. "Unterstützt werden wir u.a. von einer Gruppe engagierter junger Menschen, die z.B. neue Medien den älteren Bewohnerinnen und Bewohnern erklären sowie durch den Stadtteilpolizisten der auch ein 'Gesicht' des Quartiers ist."

Kontakt:

Sabine Bonk
DRK Kreisverband Herne und Wanne-Eickel e.V.
Harkortstr. 29
44652 Herne
Tel.: 02325 969 1522
s-bonk@drk-herne.de

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Deutscher Engagementpreis 2017: Nominierungsstart

23. März 2017: Sofort können die Ausrichter/innen von Preisen für bürgerschaftliches Engagement ihre erstplatzierten Preisträger/innen für den Deutschen Engagementpreis 2017 nominieren. Als »Preis der Preise« ehrt der Deutsche Engagementpreis herausragende, engagierte Projekte, Initiativen und Personen in fünf Kategorien, die mit jeweils 5.   mehr

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Das neue Internetportal "Kommunen innovativ"

21. März 2017: Das neue Internetportal "Kommunen innovativ" bietet Kommunen und Regionen Unterstützung im Umgang mit den befürchteten Auswirkungen des demographischen Wandels. Als Bestandteil der gleichnamigen Fördermaßnahme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung stellt das Portal gelungene Praxisbeispiele vor und informiert über aktuelle kommunale Forschungsprojekte im Themenfeld.   mehr

Im Fokus Ausgabe 1/2017: Wie wollen wir im Alter wohnen?

21. März 2017: bsp;  mehr

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Neue BAGSO-Broschüren "Gestaltung von Mittagstisch-Angeboten für ältere Menschen"

16. März 2017: Im Rahmen der BAGSO-Fachtagung "Versorgung älterer Menschen in Kommunen sichern – ausgewogene Mahlzeiten ermöglichen" am 9. März 2017 in Berlin wurden drei neue BAGSO-Veröffentlichungen zum Thema "Mittagstisch-Angebote für ältere Menschen" vorgestellt.   mehr

Qualifizierungsangebote:

Symbolbild

P.5 Brückenbauen: Flüchtlinge – Neue Nachbarinnen und Nachbarn im Quartier - Noch Plätze frei!


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Bundeskonferenz Gesund & aktiv älter werden

05. April 2017: Am 05. April findet die Bundeskonferenz Gesund & aktiv älter werden in Berlin statt. Ziel ist, die Präventionspotenziale im hohen Alter zu erörtern und erfolgreiche Angebote bekannt zu machen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Lebenswelt "Pflegeeinrichtung".   mehr

Tag der älteren Generation 2017

05. April 2017: Der Tag der älteren Generation ist ein internationaler Aktionstag, der Mitmenschen auf die Situation und die Belange der älteren Generation aufmerksam machen soll.

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Die Newsletter des Landesbüros altengerechte Quartiere.NRW ist ein kostenfreier Info-Service und informiert über Neuigkeiten zum Thema und aktuelle Aktivitäten des Landesbüros. Bestellungen/Abbestellungen unter http://www.aq-nrw.de/service/newsletter/

Newsletter Altengerechte Quartiere in NRW Nr. 27 - März 2017

Redaktionsschluss: 29.03.2017

Landesbüro altengerechte Quartiere.NRW
Lena Bruce
Springorumallee 5
44795 Bochum
Tel.: 0234 95 31 9999
E-Mail: lena.bruce@aq-nrw.de

Das Landesbüro altengerechte Quartiere.NRW arbeitet im Auftrag des

Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen.