Modul Zukunftswerkstatt

Zielsetzung

Ziel dieses Moduls ist die Entwicklung von Lösungsansätzen für gemeinsame Herausforderungen in einem gruppendynamischen Prozess. Im Rahmen von Beteiligungsprozessen wirkt die Methode schnell und kann dabei helfen, Ansatzpunkte für eine Problemlösung zu identifizieren sowie Bürgerinnen und Bürger und andere Akteurinnen und Akteure in einen Prozess einbinden.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

Dieses Modul wurde bisher von 3 Nutzern bewertet.

Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Eine Zukunftswerkstatt kann mit Gruppen von ca. 10 bis rd. 25 Personen durchgeführt werden. I.d.R. bearbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer “permanenten Werkstatt” min. einen Tag lang eine gemeinsame Herausforderung. Die Werkstatt wird in drei Phasen (zzgl. Vorphase und Nachbereitung) untergliedert: (1) Beschwerdephase, (2) Utopiephase, (3) Verwirklichungsphase. Vereinfacht dargestellt nähern sich die Teilnehmenden nach der “Gründung” der Gruppe usw. in der Vorphase in der Kritikphase zunächst dem gewählten Thema kritisch an und halten Ihre (negativen) Erfahrungen zu dem Thema gemeinsam fest. Anschließend befassen sich die Teilnehmenden in einem erneuten Brainstorming utopisch mit der Thematik und formulieren so, was sie sich (auch wenn es unrealistisch erscheint!) bzgl. des Themas wünschen. Nach beiden Phasen werden die Ergebnisse auf Kärtchen gesammelt und sortiert; ggf. kann eine “Bewertung” (z.B. mittels Punkte-Kleben) eingefügt werden, um Orientierung zu bieten.

Schließlich wird in der dritten Phase durch die Verknüpfung aus Kritik und Utopie in einem kreativen Prozess versucht, einen realistischen Ansatz zum Umgang mit dem gewählten Thema zu finden. Je nach Teilnehmendenzahl und -zusammensetzung bietet sich die Arbeit in Kleingruppen und ggf. die Arbeit mit “Kreativmaterialien” (Basteln, kleben, Malen, Knete usw.) an. Auch können die Laien in den Gruppen
(“Expertinnen und Experten in eigener Sache!”) durch Expertinnen und Experten unterstützt werden.

Es empfiehlt sich unbedingt, eine fachkundige Moderation hinzuzuziehen, die Erfahrung mit der Methode hat.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Stolpersteine

Zukunftswerkstätten bedürfen einer sorgfältigen Vorbereitung (inhaltlich und methodisch), und Nachbereitung (Dokumentation, Kommunikation) ansonsten entsteht leicht der Eindruck (auch bei den Beteiligten), dass wenig erreicht wurde.

Bewertung

Gute Methode, um – auch in scheinbar schwierigen thematischen Ausgangslagen – zusammen mit Betroffenen und Bürgerinnen und Bürgern Ergebnisse und Handlungsansätze zu produzieren und sich kreativ mit den bestehenden Problemen auseinander zu setzen. Eignet sich als “Aufschlag” für längerfristige Projekte und Projektentwicklungen.

Fallbeispiele

Kinder-Zukunftswerkstatt zum Thema:

Was brauchen Kinder in der großen Stadt Aachen?

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Zukunftswerkstättennetz – Netzwerk von Moderatorinnen und Moderatoren

Es gibt in vielen Städten Büros und Selbständige, die sich auf entsprechende Moderationen spezialisiert haben.

Finanzierungsansätze

Beratung

Zukunftswerkstättennetz – Netzwerk von Moderatorinnen und Moderatoren

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

Gutes Verfahren um eine Diskussion in Gang zu setzen.
Um die Nachhaltigkeit der Zukunftswerkstatt zu gewährleisten sollten am Ende wenigstens konkrete Ideen oder Anknüpfungspunkte zur konkreten - und tatsächlich machbaren - Umsetzung stehen. Ist das Ergebnis der Zukunftswerkstatt zu weit weg "vom realen Leben" entsteht im Nachgang Enttäuschung, dass der Tag "nichts gebracht" hat.
Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dieser Methode - vor allem in ihrer praxis- und ergebnisorientierten Weiterentwicklung.

Projekte

Mehrgenerationenhaus Alte Schule Ottelau, Herford

Dransdorf, Bonn, Bonn-Dransdorf

Quartiersentwicklung im Haverkamp, Gelsenkirchen

Quartiersentwicklung in Kamperbruch-Süd, Kamp-Lintfort

Quartiersentwicklung in der südlichen Innenstadt, Krefeld

Quartiersentwicklung in Hardterbroich, Mönchengladbach

Quartiersentwicklung in Rumphorst, Münster

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Literatur

Kuhnt, Beate / Müllert, Norbert R. (2004):
Moderationsfibel - Zukunftswerkstätten verstehen, anleiten, einsetzen., Neu-Ulm

Bundeszentrale für Politische Bildung (2012):
Handbuch Bürgerbeteiligung : Verfahren und Akteure, Chancen und Grenzen., Bonn

Downloads

Beispiel für den Zeitplan einer eintägigen Zukunftswerkstatt