Modul Bürgerinnen- und Bürgertreff

Zielsetzung

Der Bürger- oder Quartierstreff ist ein Begegnungszentrum für die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils, Anlaufstelle für bürgerschaftliches Engagement und Geselligkeit, Drehscheibe und Kontaktstelle für aktive Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Initiativen und Selbsthilfegruppen.

Der Bürgertreff dient dem Austausch untereinander und der Förderung der Gemeinschaft.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

Dieses Modul wurde bisher von 3 Nutzern bewertet.

Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Der Bürger- oder Quartierstreff ist das, was Bürgerinnen und Bürger, Initiativen und Vereine aus ihm machen: Begegnungszentrum, Veranstaltungsort und/oder Bildungszentrum. Je nach gewünschten und gewählten Nutzungsarten, die idealerweise unter Einbeziehung der Zielgruppe definiert werden, sollten Organisationsform, Finanzierung und Räumlichkeiten angepasst werden.

Ansprechende, offene Räumlichkeiten erleichtern die Öffnung für neue Interessentinnen und Interessenten, Initiativen und Vereine auch über die Eröffnungsphase hinaus. Ein Café steigert die Attraktivität des Treffs auch für Laufkundschaft und kann sich zum offenen “Herzstück” des Bürgertreffs entwickeln. Der Bürgertreff bietet zum einen Räumlichkeiten für Vereine, Initiativen, Selbsthilfe- und Hobbygruppen (evtl. gegen einen kleinen Unkostenbeitrag), zum anderen können unterschiedliche Veranstaltungen (Kunst, Musik, Theater) durchgeführt werden. Neben Höhepunkten in individuell zeitlichen Abständen, wie der Vorstellung von Tanz- und Bewegungsangeboten (z.B. Zumba Gold), bietet sich der Quartierstreff auch als Veranstaltungsreihe, z.B. für gesundheitsorientierte Themen wie Ernährungs- und Kochworkshops oder Formen von Spiel- und Rätselolympiaden, an. Schließlich kann der Bürgertreff niedrigschwellige und neutrale Beratungsangebote und unbürokratische Hilfsangebote zu gesundheitlichen und (sozial-)  rechtlichen Themen bieten.

Idealerweise arbeiten bei der Umsetzung Kommune, Verbände und bereits etablierte Vereine Hand in Hand, um das Angebot von Beginn an breit und attraktiv zu gestalten.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Stolpersteine

Die Räumlichkeiten des Bürgertreffs müssen über eine zielgruppenadäquate Ausstattung verfügen. Darüber hinaus kann es schwierig sein für neue Gruppen/ Interessentinnen und Interessenten offen zu sein. Größtes Hindernis stellt die Schaffung einer selbsttragenden Struktur und Finanzierung nach einer Anschubfinanzierung dar.

Bewertung

Der Bürgertreff steht und fällt mit seiner Umsetzung. Ein erfolgreicher Bürgertreff jedoch, der weder unbekannt und schlecht besucht noch als Privatclub missbraucht wird, kann sich zum echten (Begegnungs- und Kommunikations-)Zentrum des Quartiers entwickeln.

Fallbeispiele

Duisburger Senioren-Treff

Begegnungsstätte Seniorentreff Holzwickede e.V.

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Finanzierungsansätze

Beratung

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

Der Beteiligungsgrad ergibt sich nicht aus der Art der Einrichting an sich, sondern vor allem aus der strukturellen und inhaltlichen Ausgestaltung der Arbeit.
der hohe Nutzen eines BürgerInnentreffs könnte dadurch personal- und kostenreduziert werden, wenn man sich vorstellt, dass dort Menschen beim Arbeiten begleitet werden, die sonst keinen regulären Arbeitsplatz erhalten (Z.B. Menschen ,it Behinderung, psychisch kranke Menschen, oder MigrantInnen. Die Kosten, die sonst für reine Lebensunterhaltungskosten ausgegeben werden müssten, könnten so für diese Arbeit bereit gestellt werden Die Anleitungsfunktion müsste dabei kontinuierlich weiterfinaziert werden

Projekte

Wohnpark Junkersdorf, Köln

Glückauf Siedlungsgemeinschaft, Lünen

Nachbarschaftszentrum Meinolfstraße, Bielefeld

Quartiersentwicklung in der Innenstadt, Frechen

Quartiersentwicklung in Ahlen-Nord, Ahlen

Quartiersentwicklung in Kamperbruch-Süd, Kamp-Lintfort

Zuhause alt werden, Bochum

Quartiersentwicklung in der südlichen Innenstadt, Krefeld

Älter werden in Ahlen, Quartier Gezeitenland, Ahlen

Älter werden in Ahlen, Quartier Mittrops Hof, Ahlen

Quartiersentwicklung in Riehl, Köln

LEAH - Leben im Alter in Bad Honnef, Bad Honnef

Die ALTERnativen, Köln

Belting-Treff, Mönchengladbach

Quartiersentwicklung in Ahlen-Ost, Ahlen

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Literatur

Karl, Fred (1991):
Stadtteilbezogene offene Altenarbeit: Bestandsaufnahme und Perspektiven, In: Soziale Altenarbeit im Stadtteil: eine Problemskizze aus europäischer Sicht DZA, S. 96-115, Berlin

Scholl, Annette/ Konzet, Susanne (2012):
Lebendige Nachbarschaft initiieren und moderieren: Nachbarschaftsarbeit als ein zunehmend wichtiger Baustein in der gemeinwesenorientierten Seniorenarbeit In: Im Fokus, Ausgabe 01, Juli 2012, S. 4-6