Modul Quartiersbegehung/-spaziergang

Zielsetzung

Die Methode "Quartiersspaziergang/-begehung" dient der Kommunikation und Informationen. Dabei werden die Potenziale aber auch die ggf. vorhandenen Schwachstellen eines Quartiers ermittelt, um hierauf aufbauend eine bedarfs- und altengerechte Quartiersentwicklung zu fördern. Zu berücksichtigen sind hierbei die unterschiedlichen Ansprüche der einzelnen Bewohnerinnen und Bewohner eines Quartiers.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

Dieses Modul wurde bisher von 4 Nutzern bewertet.

Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Mithilfe eines Quartierspaziergangs/ einer Quartiersbegehung können kleinräumige Daten erhoben und im Anschluss verwendet werden. Die Basis bilden hier die subjektiven Einschätzungen und somit vor allem die Beteiligung der Quartiersbewohnerinnen und Quartiersbewohner. Gemeinsam mit den unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren vor Ort können die Bewohnerinnen und Bewohner auf einem gemeinsamen Rundgang auf einer vorab festgelegten Route die Chancen und Schwachstellen aufzeigen und identifizieren sowie bereits über mögliche Lösungsmaßnahmen diskutieren. Diese Punkte können bereits während der Begehung durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf vorab vorbereiteten Quartierskarten verzeichnet werden. Die Diskussion sollte im (direkten) Anschluss in Form eines Treffens fortgesetzt werden. Die gemeinsame Begehung ermöglicht einen direkten Dialog und schafft Vertrauen unter allen Beteiligten. Insgesamt gilt es bei dieser Methode, die Besonderheiten eines Quartiers sowie die unterschiedlichen Bedürfnisse der ansässigen Bewohnerinnen und Bewohner zu ermitteln, Handlungsansätze und Lösungen zu finden und in diese in weiteren Planungen zu berücksichtigen.

In der Quartiersbegehung kann der Schwerpunkt auf unterschiedliche Aspekte des täglichen Lebens gelegt werden. In der Regel konzentriert man sich sowohl auf die Infrastruktur als auch auf öffentliche Orte und Einrichtungen, die von Älteren genutzt werden. Dies können beispielsweise Anlaufpunkte des ÖPNV, Begegnungsmöglichkeiten (Cafés, Gaststätten oder Angebote von Wohlfahrtseinrichtungen), Geschäfte zur Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs (z. B. Lebensmittelmärkte, Bäcker, Fleischer, Drogerie), Finanzinstitute oder Gesundheitseinrichtungen (Allgemein- und Fachärzte, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Apotheken) sowie Grünflächen sein. 


Dieses Modul lässt viel Spielraum in der Umsetzung, mit der sich unterschiedliche Aspekte vereinen können. Differenziert man die Begehung in Form eines alltagsnahen Spazierengehens und erhöht man die Intensität des Gehens mit Nordic Walking-Stöcken, lassen sich zwei Schwerpunkte miteinander verbinden: das Quartier – mit Stärken und Verbesserungsbedarf – kann erkundet werden und gleichzeitig wird ein gesundheitsfördernder Effekt für das Herz-Kreislauf-System, durch aktives Wirken der Stöcke auf die Muskulatur, erzielt. Somit wird die Voraussetzung für das Nutzen gesundheitsfördernder Einflüsse geschaffen und gleichzeitig das soziale Miteinander innerhalb der Gruppe gestärkt.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Folgende Schritte sind zu beachten

Stolpersteine

Für eine Ortsbegehung sollte ausreichend Zeit eingeplant werden und diese sollte von einer Person geleitet werden.

Ggf. ausgehändigte Quartierspläne müssen vorab kurz erläutert werden.

Bewertung

Ortsbegehungen dienen dazu in persönlichen Gesprächen und anhand von konkreten Sachverhalten die Potenziale sowie auch Schwachstellen eines Quartiers herauszuarbeiten. Im Vordergrund steht hierbei die Beteiligung der Quartiersbewohnerinnen und Quartiersbewohner. Durch ein informelles Verfahren können so Sachverhalte geklärt und die Transparenz von Ereignissen in Planungsprozessen werden. Dabei kann eine Begehung denn ersten Schritt in einem weitläufigeren Beteiligungsverfahren darstellen und durch weitere Module ergänzt  werden.

Fallbeispiele

PiA – Partizipation im Alter

Im Quartier bleiben - Nachbarschaft leben!

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der einzelnen Fallbeispiele können Ihnen mit Tipps zur Planung und Durchführung von Quartiersspaziergängen/ -begehungen weiterhelfen.

Finanzierungsansätze

Für die Finanzierung dieses Moduls kommen verschiedene Ansätze in Frage. So können entsprechende Projekte z.B. durch die Kommunen / freie Träger oder Förderprogramme wie Stadtumbau finanziert werden.

Beratung

Kommune, Quartiersmanagement

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

Gute Methode um eine Diskussion zum Quartier anzustoßen.
Modul ist sehr partizipativ und spannend.
Sehr partizipatives und einfach umzusetzendes Modul. Man lernt einige Bewohner näher kennen, kommt mit ihnen ins Gespräch und entdeckt Aspekte im Quartier, die einem selbst nie aufgefallen wären. Aus einer anschließenden Nachbesprechung kann sich bestenfalls ein regelmäßig stattfindender Quartiersstammtisch etablieren. Super!

Projekte

Im Quartier bleiben - Nachbarschaft leben! Bruckhausen/Ostacker, Duisburg

Im Quartier bleiben - Nachbarschaft leben! Alt-Erkrath, Erkrath

Im Quartier bleiben - Nachbarschaft leben! Wickrath, Mönchengladbach

Älter werden im ZukunftsDORF - leben und lernen über Generationen, Legden

Lebensqualität Älterer im Wohnquartier (LIW) Schalke, Gelsenkirchen

Netzwerk der Generationen, Mülheim an der Ruhr

Dransdorf, Bonn, Bonn-Dransdorf

Quartiersentwicklung im Haverkamp, Gelsenkirchen

Quartiersentwicklung in Ahlen-Nord, Ahlen

Quartiersentwicklung auf der Lieth/Kaukenberg, Paderborn

Quartiersentwicklung in Bettrath-Hoven, Mönchengladbach

Quartiersentwicklung in Duissern, Duisburg

Quartiersentwicklung im Eckbusch/Siebeneick, Wuppertal

Quartiersentwicklung auf der Hünenburg, Meschede

Mitten in Merkstein, Herzogenrath

Quartiersentwicklung in Hardterbroich, Mönchengladbach

Quartiersentwicklung in Kammerich, Bielefeld

Quartiersentwicklung in Lindlar, Lindlar

Quartiersentwicklung in Riehl, Köln

Entwicklung altengerechtes Quartier - In der Geist, Lünen

Belting-Treff, Mönchengladbach

Altengerechte Quartiersentwicklung in Wuppertal-Höhe, Wuppertal

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Runder Tisch

Planungszelle

Zukunftswerkstatt

Literatur

Bischoff, Ariane et al. (2007):
Informieren, Beteiligen, Kooperieren; Kommunikation in Planungsprozessen; eine Übersicht zu Formen, Verfahren und Methoden., Dortmund

Deinet, Ulrich (2009):
Analyse- und Beteiligungsmethoden in: ders. (Hrsg.): Methodenbuch Sozialraum, S. 65-86, Wiesbaden

Kuratorium Deutsche Altershilfe [Hrsg.] (2011):
Quartiersentwicklung - Ziele, Verantwortlichkeiten und politischer Handlungsbedarf., Köln

Downloads

Download und Materialien für die Durchführung einer Ortsbegehung (Koordinierungsstelle Wohnen im Alter)

Stadtquartiere für Jung und Alt. Das ExWoSt-Forschungsfeld "Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere"

Links

Film über einen Quartiersspaziergang in Ratingen