Modul Planungszelle

Zielsetzung

Eine Planungszelle ist eine Beteiligungsmethode und soll Bürgerinnen und Bürger mit Expertinnen und Experten zusammenbringen. Durch gegenseitigen Austausch und Diskussionen soll so eine möglichst breite Zustimmung in der Bevölkerung hergestellt werden.
Gleichzeitig kann eine Planungszelle die Kompetenzen und das Alltagswissens von Bürgerinnen und Bürgern zur Lösung spezifischer Fragestellungen bei Planungsentscheidungen mit einbinden.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

Dieses Modul wurde bisher von 1 Nutzern bewertet.

Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Mithilfe einer Planungszelle lassen sich Konflikte analysieren sowie innovative Lösungen erarbeiten.

In einer Vorphase erarbeiten die Moderatorinnen und Moderatoren das Programm und Thema der Planungszelle mit den Auftraggeberinnen und Auftraggebern, stellen Informationen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen und suchen Expertinnen und Experten aus.

In einer Planungszelle arbeiten 20 bis 25 Personen als Gutachterinnen und Gutachter gemeinsam an einem Problem oder Konzept. Diese werden durch Zufallsstichproben ausgewählt, um einen Querschnitt der Gesellschaft zu erreichen.

In der Regel dauert die Durchführung der Planungszelle vier Tage, die jeweils in vier Arbeitseinheiten mit unterschiedlichen Themen gegliedert sind. Durch Kurzreferate oder Begehungen mit Expertinnen und Experten erhalten die Gutachterinnen und Gutachter (Teilnehmenden) einführende Informationen. In Gruppen von bis zu fünf Personen diskutieren die Gutachterinnen und Gutachter die Probleme und erarbeiten ein gemeinsames Ergebnis. Am letzten Tag werden die Ergebnisse zusammengefasst und Empfehlungen formuliert. Diese fassen die Moderatorinnen und Moderatoren in einem Bürgergutachten zusammen.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Stolpersteine

Die Durchführung einer Planungszelle setzt eine intensive Vorbereitungsphase voraus.

Durch die Auswahl der Gutachterinnen und Gutachter mittels Zufallsstichprobe kann die Effizienz der Planungszelle nicht abgeschätzt werden.

Bewertung

Eine Planungszelle stellt eine gute Möglichkeit dar, um Quartiersbewohnerinnen und Quartiersbewohner themenspezifisch einzubinden und Lösungen zu erarbeiten, die im Sinne des Gemeinwohls sind ohne die breite Masse befragen zu müssen. Das Gemeinwohl steht hier vor Einzelinteressen. Außerdem werden Bürgerinnen und Bürger einbezogen, die sonst evtl. nicht an Beteiligungsverfahren teilnehmen.

Fallbeispiele

Planungszelle mit Studierenden der der Uni Wuppertal zur Umgestaltung der Uni

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Informationen zur Durchführung und Evaluation von Planungszellen der Uni Wuppertal

Finanzierungsansätze

Beratung

Forschungsstelle Bürgerbeteiligung, Institut der Bergischen Universität Wuppertal

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

Aufwändiges Instrument, eignet sich für bauliche Maßnahmen. Bürgerinnen und Bürger werden bei dieser Methode weniger beteiligt.

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Literatur

Dienel, Peter C. (2009):
Demokratisch, Praktisch, Gut. Merkmale, Wirkungen und Perspektiven von Planungszellen und Bürgergutachten., Bonn

Links

Infos zum Modul Planungszelle auf der Website der Heinrich Böll Stiftung

Downloads

Zusammenfassung einer durchgeführte Planungszelle an der Uni Wuppertal