Modul Charrette-Verfahren

Zielsetzung

Das Charrette-Verfahren stellt ein Instrument zur Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, Expertinnen und Experten sowie Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern dar. Diese diskutieren und entwerfen gemeinsam in einem interdisziplinären Verfahren ihre Ideen, Werte und Visionen und bündeln diese in Entwürfen und Leitbildern, um sie z.B. in Planungsprozesse einfließen zu lassen.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

Dieses Modul wurde bisher von 2 Nutzern bewertet.

Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Die Charrette ist ein öffentlicher Workshop. Durch den angestrebten interdisziplinären Austausch kommt es zu einem dynamischen Arbeitsprozess. Dabei kann das Verfahren flexibel angepasst werden und hat kein starres Schema. Eine Charrette ist ergebnisorientiert. Einzelne Planungsschritte und deren Ergebnisse werden veröffentlicht und jede Bürgerin und jeder Bürger hat ein Recht mitzusprechen. Planerinnen und Planer erhalten einen Eindruck von den Bedürfnissen und Wünschen der Quartiersbewohnerinnen und Quartiersbewohner, während diese einen Einblick in aktuelle Planungsprozesse bekommen. In diesem Verfahren können so verschiedene Planungsalternativen und Szenarien getestet werden und hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit diskutiert werden. Vision und Realität können verknüpft werden. Das Verfahren gliedert sich in drei Phasen:

Mini-Charrette: interdisziplinäre Problemanalyse und Planungsansatz

Kern-Charrette: öffentliche Planungswerkstatt

Abschluss-Charrette: umsetzungsorientierte Aufbereitung

Je nach Aufgabenstellung und Themenkomplexität kann eine Charrette wenige Tage oder mehrere Wochen dauern, bis eine Planung entscheidungsbereit vorbereitet ist.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Stolpersteine

Durch intensive Beteiligungsprozesse wachsen die Erwartungen bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Hinblick auf die Einflusskraft bei Entscheidungen. Entscheidungsspielräume müssen im Vorfeld klar gemacht werden.

Bewertung

Durch den interdisziplinären Ansatz sind kurze Rückkopplungszyklen möglich und Ideen stehen direkt auf den Prüfstand. Mittels direkter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger werden Planungsprozesse transparent und es entsteht Vertrauen z.B. in kommunale Vorhaben.

Fallbeispiele

Dokumentation einer Charrette in Bochum Havkenscheid 2010

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Professionelle Moderatorinnen und Moderatoren können häufig bei Kommunen oder sozialen Trägern erfragt werden.

Finanzierungsansätze

Die meisten Verfahren werden durch die Kommune selbst getragen, andere über Programme wie z.B. ExWoSt gefördert.

Beratung

Viele Wohnberatungsstellen, soziale Träger oder auch Begegnungsstätten
haben Erfahrungen mit Beteiligungs- und Moderationprozessen.

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

sehr komplexe Angaben zur Erstellung von Konzepten, dieses Modul hilft mir, meine Visionen zu bündeln und transportable für Gespräche zu gestalten. Ich bin ganz am Anfang der Entwicklung für eine Lösung bezüglich altersgerechtes Wohnen und merke, dass die Kommunikation sehr genauer Formulierungen Bedarf, um im Gespräch zu bleiben und den Kontakt nicht durch Missverständnisse zu unterbrechen.
Das Verfahren setzt auch auf der Teilnehmenden Seite eine gewisse Professionalität voraus.

Projekte

NBS Netzwerk für Menschen mit Behinderung und Senior-/innen e.V., Bad Salzuflen

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Literatur

Kegler, Harald (2008):
Ein Karren für alle - Das Planungsverfahren Charrette In: Deutsches Architektenblatt 02/08, S. 21 - 23

Stadt Bochum (2010):
Charrette - Bochum Havkenscheid, Urbanes Wohnen am grünen Rand., Bochum

Altemeier, Dennis (2010):
Das Charrette-Bürgerbeteiligungs-Verfahren : Untersuchung und Vergleich mit einer herkömmlichen Planungsmethode., Saarbrücken