Modul Kommunale Gesundheitskonferenz (KGK)

Zielsetzung

Die Kommunalen Gesundheitskonferenzen (KGK) sind das zentrale Koordinationsgremium im gesundheitlichen Bereich einer Kommune, das alle gesundheitsbezogenen Akteurinnen und Akteure zusammenführt und koordiniert. Die KGKen beraten Fragen der gesundheitlichen Versorgung auf örtlicher Ebene. Sie geben Empfehlungen, vereinbaren Lösungsvorschläge und setzen diese um. Die Umsetzung der Empfehlungen erfolgt unter Selbstverpflichtung der Beteiligten. Mit Stellungnahmen und Empfehlungen wirken die KGKen auch an der Gesundheitsberichterstattung mit. In den Konferenzen kommen Vertreterinnen und Vertreter aller Einrichtungen zusammen, die vor Ort bei der gesundheitlichen Versorgung mitwirken. 

In allen Kreisen, kreisfreien Städten und der Städteregion Aachen in Nordrhein-Westfalen gibt es KGKen. Sie sind seit dem 01.01.1998 im Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen (ÖGDG NRW) verankert und somit gesetzliche Pflichtaufgabe der Kommunen.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

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Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Die KGK stellt ein zentrales kommunalpolitisches Instrument zur Abstimmung und vertrauensvollen Zusammenarbeit aller an der Gesundheitsversorgung Beteiligten dar. Ziel ist die Verbesserung der Kommunikation und Koordination der zahlreichen Akteurinnen und Akteuere des Gesundheitswesens auf kommunaler Ebene. Die KGK bereitet Beschlüsse zur gesundheitspolitischen Zielrichtung und zu gesundheitspolitischen Handlungsstrategien einer Kommune vor. Die in der Konferenz vertretenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind in der Regel mit eigener Entscheidungskompetenz ausgestattet, sodass die in der KGK einvernehmlich beschlossenen Handlungsempfehlungen von allen Beteiligten – in Selbstverpflichtung – umgesetzt werden können. Im Gremium der KGK steht die Beratung zu Fragen der gesundheitlichen Versorgung auf kommunaler Ebene im Vordergrund (Bedarfsabschätzungen, Versorgungsdefizite, Verfahrensfragen etc.). 

Hinweis: Einige Kreise und kreisfreie Städte haben die kommunale Pflegekonferenz und die kommunale Gesundheitskonferenz aufgrund enger thematischer Verknüpfungen und oftmals personeller Übereinstimmung in der Aufgabenerfüllung in ein gemeinsames Gremium überführt. Eine gemeinsame Kommunale Gesundheits,- Alters,- und Pflegekonferenz haben beispielsweise die Kreise Lippe und Minden-Lübbecke sowie die Stadt Wuppertal.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Gesetzlicher Rahmen

KGKen sind als Pflichtaufgabe der Kommunen ÖGDG NRW gesetzlich verankert. Die Einberufung der KGK und - namentlich - ihrer Vertreterinnen und Vertreter erfolgt durch den Rat oder Kreistag. Der KGK gehören regelmäßig die Mitglieder des für Gesundheit zuständigen Ausschusses des Rates oder des Kreistages an. Zu den Mitgliedern gehören Vertreterinnen und Vertreter

Der Vorsitz wird in der Regel durch eine hochrangige Person der Verwaltung, oft durch die zuständige Dezernentin oder den zuständigen Dezernenten für Gesundheit, wahrgenommen. Die Beteiligung weiterer Einrichtungen bzw. Organisationen liegt in der Zuständigkeit der KGK. Die Geschäftsführung der KGK und ihrer Arbeitsgruppen und alle damit verbundenen Koordinationsaufgaben wird durch die untere Gesundheitsbehörde wahrgenommen. 

Arbeit und Aufgaben der KGKen 

Gegenstand der Arbeit der KGK sind alle Themenfelder der gesundheitlichen Versorgung, der gesundheitlichen Prävention und der Gesundheitsförderung, die koordinations- und / oder transparenzbedürftig sind. Dies können bspw. Sucht, Drogen, Abhängigkeitserkrankungen, Kinder- und Jugendgesundheit, Gesundheit alter Menschen, Gesundheitsförderung, psychiatrische Versorgung oder Patientenüberleitung sein. In den letzten Jahren wurden zunehmend Themen Gegenstand der Arbeit, die ein ressortübergreifendes Zusammenwirken erfordern oder strukturverändernd wirken. Beispiele hierfür sind die Frühen Hilfen, Arbeitslosigkeit und Gesundheit, Gewalt oder die gesunde Quartiersentwicklung. 

Zur Entwicklung adäquater Maßnahmen zur Bewältigung der gesundheitlichen Problemlagen beauftragt die KGK Arbeitsgruppen. Die in Arbeitsgruppen erarbeiten Maßnahmen werden wiederum von der KGK diskutiert und in Form von Handlungsempfehlungen verabschiedet. Die Handlungsempfehlungen beinhalten alle zur Realisierung der angestrebten Ziele erforderlichen Arbeitsschritte und Ressourcen und benennen möglichst alle an der Durchführung der jeweiligen Maßnahmen zu beteiligenden Akteure. Die Umsetzung der Empfehlungen und Maßnahmen erfolgt in Selbstverpflichtung durch die Mitglieder der KGK.

Beispielhaft für die vielfältigen Aufgaben und Leistungen der KGK seien hier einige Themenschwerpunkte benannt.

Die KG:

Stolpersteine

Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit ist die Integration der Geschäftsstelle der KGK in die untere Gesundheitsbehörde und in die Kommunalverwaltung sowie die Zusammenarbeit mit anderen Ämtern und Dezernaten. Der Stellenumfang und die Ausgestaltung der Stelle der Geschäftsführung richten sich nach den örtlichen Gegebenheiten. Personelle Kontinuität in der Besetzung ist für die Aufgabenerfüllung unerlässlich.

Die Effektivität der Arbeit der Geschäftsstelle sowie der Arbeit der KGK lässt sich erfahrungsgemäß steigern, wenn zusätzlich externe Ressourcen eingebunden werden können bzw. wenn die Arbeit überregional vernetzt wird. Als externe Ressourcen können z. B. das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW) und/ oder die Geschäftsstellen anderer KGKen (z. B. in Form von Kooperationsverbünden oder Arbeitsgemeinschaften) eingebunden werden. Denkbar und empfehlenswert ist auch die Zusammenarbeit mit anderen Ämtern (Sozial-, Jugend-, Umwelt-, Schulamt, etc.) sowie die Zusammenarbeit mit medizinischen / sportwissenschaftlichen und / oder gesundheitswissenschaftlichen Fakultäten oder Universitäten.

Bewertung

KGKen gibt es seit nunmehr gut 15 Jahren. Die Erfahrungen aus dieser Zeit zeigen, dass es sich um ein effektives Steuerungsinstrument handelt. So konnten z. B. mehrere wissenschaftliche Untersuchungen nachweisen, dass es gelungen ist, über verbesserte Transparenz und Kommunikation einer Ressourcenverschwendung entgegenzuwirken und ungeplante Doppel- oder Parallel-Aktivitäten, z. B. aufgrund von Konkurrenzen zu vermeiden. Stattdessen konnten sogar Synergieeffekte erzielt werden. Ferner schätzen die Akteurinnen und Akteure vor Ort den Wert funktionierender Kooperationsstrukturen in der KGK. Das Modell der KGKen in NRW ist inzwischen sogar zum Vorbild und Modell für andere Bundesländer (z. B. Baden-Württemberg) geworden.

Fallbeispiele

AG Gesundheit im Alter – Kommunale Gesundheitskonferenz Stadt Köln

Themenschwerpunkt Alter und Gesundheit – Kommunale Gesundheitskonferenz Stadt Essen

Projekt „Älter werden im Kreis Heinsberg“ – Gesundheitskonferenz Kreis Heinsberg

Prävention von Konflikten und Gewalt in der häuslichen Pflege zwischen pflegenden Angehörigen und Pflegebedürftigen“ – Gesundheitskonferenz Stadt Krefeld

Handlungsempfehlungen zur Gesundheitsförderung und zur Sicherung der sozialen und gesundheitlichen Versorgung der älter werdenden Bevölkerung im Kreis Heinsberg - Älter werden im Kreis Heinsberg

Rundgänge mit Tiefgang

Mehr Bewegung im Alltag! Willst du mit mir geh'n? Spazieren gehen im Stadtteil

Fallbeispiele für gemeinsame Kommunale Gesundheits,- Alters,- und Pflegekonferenzen

Stadt Wuppertal

Kreis Lippe

Kreis Minden-Lübbecke

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

In den Kreisen und kreisfreien Städten sind Geschäftsstellen der Kommunalen Gesundheitskonferenzen erreichbar. Sie stehen beratend mit den notwendigen Informationen zur Seite.

Auch das Landeszentrum Gesundheit NRW steht als Ansprechpartner zur Verfügung. Es berät die unteren Gesundheitsbehörden und die Kommunalen Gesundheitskonferenzen, stellt Arbeits- und Planungshilfen zur Verfügung und sorgt für den Transfer von Konzepten und Programmen zwischen Landes- und kommunaler Ebene.

Finanzierungsansätze

Kommune

Beratung

Beratungen übernehmen die Geschäftsstellen der Kommunalen Gesundheitskonferenzen oder das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (Stabsgruppe Campusentwicklung). 

Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW)

Stabsgruppe Campusentwicklung

Gaby Schütte

Telefon: 0234 91535-1400

E-Mail: gaby.schuette@lzg.nrw.de

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

Das ist kein Modul. Es ist weder praktisch noch für die Umsetzung geeignet. Weder Vereine noch Bünde und Verbände können hier partizipatieren. Die Zeit um diese Informationen einzustellen hätte für etwas wichtigeres genutzt werden können. Das war leider gar nichts!!!

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Stadtteilkonferenz

Gesundheitsberichterstattung (GBE)

Literatur

Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) (2015):
Die Kommunale Gesundheitskonferenz in NRW. Aktualisierte Planungshilfe zur Unterstützung der Arbeit der Kommunalen Gesundheitskonferenzen.

Murza, G.; Werse W.; Brand H. (2005):
Ortsnahe Koordinierung der gesundheitlichen Versorgung in Nordrhein-Westfalen. Zwischenbilanz des nordrhein-westfälischen Modells. Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz. 48 (10), S.1162–1169

Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen (ÖGDG NRW) (2017):

Links

Die Kommunale Gesundheitskonferenz in NRW. Aktualisierte Planungshilfe zur Unterstützung der Arbeit der Kommunalen Gesundheitskonferenzen.

Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen