Modul Seniorinnen- und Seniorenfreundliche Supermärkte

Zielsetzung

Dieses Modul soll sowohl für Konsumentinnen und Konsumenten als auch für Betreibende von Supermärkten eine Orientierungshilfe beim generationengerechten Einkaufen darstellen. Märkte, die mit einer Zertifizierung ausgestattet wurden, können dieses zu Marketingzwecken verwenden und ermöglichen es älteren und bewegungseingeschränkten Menschen gleichzeitig mit weniger Einschränkungen ihren alltäglichen Besorgungen nachzugehen.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

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Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Zunächst sollte sich eine Gruppe von Expertinnen und Experten zusammenfinden, die aus verschiedenen Fachbereichen zusammenkommt. So sollten sowohl Vertreterinnen und Vertreter der Verbraucherseite, als auch Expertinnen und Experten aus dem Einzelhandel und evtl. Planende der Supermarktkonzepte aufeinander treffen. So kann eine ausgewogene Liste an Anforderungen an einen generationengerechten Supermarkt entstehen. Diese kann zu einem Kriterienkatalog umformuliert werden, der später die Grundlage für die Prüfung eines Marktes darstellt. Mögliche Kriterien könnten die Barrierefreiheit umfassen, aber auch die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die Verfügbarkeit von eingangsnahen Kundenparkplätzen, Sitzgelegenheiten, Schriftgrößen der Preisschilder, angebotene Lieferservices, das Vorhandensein von Kundentoiletten, besondere Schulungen von Mitarbeitenden zu Assistenzzwecken oder die Breite von Gängen, Höhe von Kühlanlagen und Kassen.

Sind diese Kriterien festgelegt, können sie auf Supermärkte in der Umgebung angewandt werden. Die Prüfung sollte durch ein unabhängiges Prüfinstitut durchgeführt werden. Wird selbiges von einem Supermarkt für eine Prüfung beauftragt, kann diesem – nach erfolgreich bestandener Prüfung – ein Qualitätszeichen verliehen werden. Dieses kann beispielsweise in Form einer Plakette oder eines Aufklebers an der Fassade und auf der Website eines Lebensmittelhandels geführt werden.

Durch die Auszeichnung mit dem Siegel wird der Supermarkt als barrierefrei gekennzeichnet und garantiert dadurch Kundinnen und Kunden, dass sie sich hier ohne größere Einschränkungen bewegen können.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Zu den wichtigsten Umsetzungsschritten gehören zunächst die Planung und Konzeption des Projekts durch Projektverantwortliche. Diese haben die nicht einfache Aufgabe Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen aufzufinden und in das Projekt mit einzubeziehen. Auch müssen die Projektverantwortlichen einen Kriterienkatalog zu einem alternsgerechten Einkaufskonzept erstellen. Es erscheint sinnvoll hierfür ein unabhängiges und erfahrenes Prüfungsinstitut hinzuzuziehen. Anschließend kann mit der Prüfung von Supermärkten anhand der festgelegten Kriterien begonnen werden, sodass anschließend die Verleihung des Zertifikats erfolgen kann. Dabei muss beachtet werden, dass ggf. eine Nachprüfung in einem festgelegten Zeitrahmen anberaumt werden muss. Auch müssen regelmäßige Überprüfung der Verwendung des erworbenen Qualitätszeichens eingerichtet werden. Um das Projekt bekannt zu machen, ist es empfehlenswert ein zielgruppenspezifisches Marketing vorzunehmen.

Stolpersteine

Die Prüfung der Supermärkte ist mit einem erhöhten Arbeitsaufwand verbunden. Dies trifft besonders auf solche Geschäfte zu, die nicht auf Anhieb alle baulichen Kriterien erfüllen können und in Bereichen, die mit einem deutlichen Umsetzungsaufwand verbunden sind und mehrerer Nachrüstungen bedürfen. Dies kann vor allem für die prüfende Instanz viel Zeitaufwand bedeuten.

Zudem muss der Kriterienkatalog umfassend genug formuliert sein, damit  das Qualitätszeichen nicht inflationär an alle Supermärkte verliehen wird, da dies den Wert der Zertifizierung langfristig senken würde.

Bewertung

Das Zertifikat eignet sich gut, um Seniorinnen und Senioren sowie Supermarkt-Betreibenden einen Leitfaden an die Hand zu geben, an dem sie sich orientieren können. So können Geschäfte die Kriterien des Zertifikats bereits bei der Planung berücksichtigen, um ein möglichst generationengerechtes Angebot zu kreieren.

Fallbeispiele

Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ Düsseldorf

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Verbände, Initiativen und Organisationen, die die Interessen von Seniorinnen und Senioren vertreten, könnten gute Hinweise bieten, welche Kriterien in Supermärkten erfüllt werden sollten und wie eine Hilfestellung im Idealfall aussehen müsste.

Finanzierungsansätze

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

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Scharnbacher, K. / Kiefer G. (2013):
Kundenzufriedenheit: Analyse, Messbarkeit und Zertifizierung. De Gruyter, Oldenbourg

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