Modul Nähkurse für Frauen mit Migrationshintergrund

Zielsetzung

Mithilfe dieses Moduls soll es Älteren in der nachberuflichen Phase ermöglicht werden einer sinnbringenden Tätigkeit nachzugehen und gleichzeitig Migrantinnen die Möglichkeit geboten werden, ihre sprachlichen Kompetenzen zu erweitern und dabei eine Freizeitbeschäftigung auszuüben.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

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Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Zunächst sollte geklärt werden, ob eine Kooperation mit einer gemeinnützigen Organisation oder sogar mit einer bestehenden Nähschule möglich ist. Ist dies nicht der Fall, muss selbst für die entsprechenden Räumlichkeiten und die Ausstattung mit den erforderlichen Gerätschaften gesorgt werden. Hierfür müssen Geld- oder Sachspenden generiert werden.

Die Durchführung der Kurse erfolgt durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer mit Erfahrung an der Nähmaschine. Im Idealfall lassen sich (ehemalige) Berufsschneiderinnen und Berufsschneider involvieren, die fachmännisch den Umgang an der Nähmaschine vermitteln. Da der Fokus bei diesem Modul neben der Ausübung eines Handwerks auch auf dem Erlernen der deutschen Sprache liegt, ist es wichtig, dass die Teilnehmerinnen des Kurses miteinander in dieser kommunizieren. Verfügen viele Teilnehmerinnen des Kurses über einen sehr geringen Wortschatz, können jedoch eine bilinguale Kursleitung oder ein paar sprachlich fortgeschrittene Teilnehmerinnen unterstützend wirken.

Ist die Nachfrage sehr groß, können langfristig nach Leistung gestaffelte Kurse stattfinden. In jedem Fall ist jedoch die regelmäßige Veranstaltung (z.B. ein bis zwei Mal pro Woche) wichtig für den sprachlichen, aber auch den handwerklichen Fortschritt.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Zu Beginn ist es wichtig Projektverantwortliche zu finden, die sich der Planung und der Konzeption des Projekts widmen. Ausschlaggebend für den Erfolg des Projekts ist die Beschaffung geeigneter Räumlichkeiten mit dem benötigten Equipment. Hierzu sollte man ggf. einen Kontakt herstellen zu ortsansässigen Nähschulen und nach Möglichkeit eine Kooperation eingehen. Eventuell bestehen bereits Nähkurs-Angebote, die noch erweitert werden können. Ansonsten besteht auch die Möglichkeit zum Aufruf zur Spende von Nähmaschinen/-equipment. In einem weiteren Schritt müssen ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gefunden werden, die im Umgang mit Nähen und Nähmaschinen geübt sind. Schließlich müssen Interessentinnen angesprochen werden, die an dem Projekt teilnehmen möchten. Geeignete Informationskanäle dazu sind beispielsweise eine Homepagepräsenz, die Nutzung von Social Media bekannter Akteurinnen und Akteure sowie die Erstellung von Plakaten, Flyern und die Involvierung der Lokalpresse etc. Sinnvoll ist die Werbung in mehreren Sprachen, damit auch Frauen erreicht werden, welche die Sprache weniger beherrschen. Anschließend muss die regelmäßige Durchführung der Kurse gewährleistet werden.

Stolpersteine

Die Anschaffungskosten von Arbeitsplätzen inklusive neuer Nähmaschinen und Materialen zur Verarbeitung sind hoch. Hier wäre es von Vorteil, wenn genügend Maschinen durch Spenden generiert werden könnten. Auch Kooperationen mit Anbietenden von Stoffen und anderen Nähmaterialien könnten die Unkosten hier verhältnismäßig gering halten.

Eine weitere Barriere könnten sehr geringe Sprachkenntnisse darstellen. Besonders bei komplexen Erklärungen wäre es hilfreich, wenn bilinguale Lehrkräfte oder Teilnehmende mit unterschiedlich fortschrittlichen Deutschkenntnissen im Kurs zusammen treffen würden.

Bewertung

Insgesamt ist dieses Modul gut geeignet Frauen mit Migrationshintergrund spielerisch die deutsche Sprache sowie ein Hobby gleichermaßen näher zu bringen. Auch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer können von diesem Konzept profitieren.

Fallbeispiele

Integrativer Nähkurs für Frauen in Herne

Deutsch für Alle e.V. Northeim – Nähkurse für Frauen

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Kooperationen mit Anbietenden von Sprachkursen für Migrantinnen und Migranten könnten hilfreich bei der Vermittlung von Interessentinnen sein.

Dieses Projekt könnte beispielsweise auch im Rahmen eines gemeinnützigen Trägers organisiert werden. Diese könnten bei Fragen der Finanzierung und der Räumlichkeiten beraten.

Finanzierungsansätze

Beratung

Das Handelsregister Aufschluss über den ortsansässigen Lebensmittelhandel. Dies erleichtert die Suche nach Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern, die für eine Zertifizierung gewonnen werden könnten.

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

Für dieses Modul sind noch keine Kommentare vorhanden.

Projekte

Stadtteilbibliothek Reydt, Mönchengladbach

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Links

Artikel in Caritas vom 03.12.2015: Caritas initiiert Nähkurs für Migrantinnen im Barbaraviertel