Modul Fahrradkurse für Frauen mit Migrationshintergrund

Zielsetzung

Ziel dieses Moduls ist die Förderung von Frauen mit Migrationshintergrund. Mithilfe eines Fahrrads können ihre Mobilität und ihre Unabhängigkeit gestärkt werden. Die rüstigen Seniorinnen und Senioren, die den Frauen bei der Einweisung in Fahrsicherheit und Funktionsweisen der Räder zur Seite stehen, haben hier die Möglichkeit sich zu engagieren und in ihrer nachberuflichen Phase einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

Dieses Modul wurde bisher von 0 Nutzern bewertet.

Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Zunächst sollte ein Grundkonzept für die Durchführung dieses Moduls erstellt werden. In diesem sollten der Umfang, die Finanzierung, die Rekrutierung von Helferinnen und Helfern und Teilnehmerinnen sowie der zeitliche Rahmen des Projektes bestimmt werden. Das Gelände, auf dem der Unterricht stattfindet, sollte groß genug sein, um grundlegende Verkehrsregeln in der Praxis zu üben, d.h. es sollte Platz bieten für das Aufstellen von Kegeln, mithilfe derer z.B. das Fahren von Kurven geübt werden kann.

Zudem wird der Zugang zu einer kleinen Werkstatt oder vergleichbarem benötigt. Hier können die Fahrräder, die unter Umständen nicht den erforderlichen Standards für Verkehrssicherheit entsprechen, repariert werden. Auch können die Frauen hier evtl. grundlegende Techniken für diePflege ihrer Zweiräder erlernen (z.B. das Aufpumpen und Flicken der Reifen, Fetten/Reparieren der Kette). Dies könnte auf lange Sicht die Kosten der Frauen bei einer notwendigen Reparatur gering halten und qualifiziert sie unter anderem auch ggf. selbst als ehrenamtliche Helferinnen in dem Projekt tätig zu werden. Eine solche Zusammenarbeit wäre vor allem für das Überwinden von Sprachbarrieren hilfreich.

Das Rekrutieren von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern kann über die sozialen Netzwerke oder durch Aufrufe in der Lokalzeitung sowie in Kirchen und Gemeindehäusern stattfinden. Auf diesen Wegen können auch Aufrufe zur Spende von (möglichst überwiegend intakten) Zweirädern getätigt werden. Um Interessentinnen zu gewinnen, kann in Räumen geworben werden, die stärker von Migrantinnen frequentiert werden (z.B. Sprachkurse, Schulen, Moscheen).

Wenn genügend fahrtaugliche Räder, Interessentinnen und Ehrenamtliche gefunden werden konnten, können einige Termine festgelegt werden, an denen die Kurse stattfinden sollen. Für ein umfassendes Training sollten mehrere aufeinander folgende Termine angeboten werden, an denen unterschiedliche Inhalte vertieft werden können. Je nachdem welcher Bereich dabei abgedeckt werden soll, können Ehrenamtliche mit verschiedenen Spezialbereichen dazu eingeladen werden (Reparaturexperten, Fahrlehrer, etc.).

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Zu Beginn ist es notwendig Projektverantwortliche zu benennen, die sich zur Planung und Konzeption des Projektes bereit erklären. Im nächsten Schritt muss ein sicheres, verkehrsarmes Gelände gefunden werden, das sich für das Training eignet. Hierzu könnten ggf. Straßenverkehrsämter oder Fahrschulen die benötigten Informationen bereithalten. Sodann kann mit der Suche nach ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern begonnen werden. Zu diesem Zweck sollten Orte für Werbung genutzt werden, die häufig, insbesondere von Älteren frequentiert werden. Davon sollten einige als Ersthelfende ausgebildet werden, dazu bieten Wohlfahrtsverbände (Caritas, Diakonie etc.) Erste-Hilfe Kurse an. Im nächsten Schritt kann mit dem Aufruf zur Spende von Zweirädern, Helmen, Schlössern etc. begonnen werden. Es ist sinnvoll möglichst viele Organisationen und Institutionen anzusprechen. Anschließend müssen die Verkehrsmittel auf ihre Fahrtauglichkeit geprüft werden. Es ist damit zu rechnen, dass einige Reparaturen anstehen, bevor die Verkehrsmittel wieder einsatzbereit sind. Zum Schluss müssen noch interessierte Migrantinnen gefunden werden, bevor man mit der Durchführung der Kurse beginnen kann.

Stolpersteine

Um das Angebot verwirklichen zu können, werden sowohl genügend Fahrradspenden, als auch genügend freiwillige Helferinnen und Helfer benötigt. Diese sollten nicht nur in der Lage sein, den Interessentinnen das Radfahren und die Verkehrsregeln beizubringen, sondern auch ggf. leicht defekte Räder reparieren und fahrtauglich machen zu können. Diese Aufgaben erfordern gewisse Vorkenntnisse und Erfahrungen sowie unter Umständen ein höheres Maß an körperlicher Fitness.

Bewertung

Dieses Modul ist mit einem verhältnismäßig geringen Aufwand verbunden und führt trotzdem zeitnah und gewinnbringend für beide Parteien zu einem Ergebnis: während für die Seniorinnen und Senioren die sinnvolle Tätigkeit sowie die Gemeinschaft im Vordergrund stehen, erlernen die Migrantinnen eine Fähigkeit, die ihnen im Alltag nützlich sein kann.

Fallbeispiele

Das Projekt KiBiSS des Kreisjugendamtes des Saarpfalz-Kreises

Fahrradkurse für Frauen des Bayrischen Landes-Sportverbandes e.V.

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Aufrufe zu Fahrradspenden können sowohl über die Lokalzeitungen oder die Websites der jeweiligen Gemeinde, als auch über die Kanäle der sozialen Medien verbreitet werden. Hier gibt es häufig lokale „Flohmarkt-Gruppen“, über die breite Massen von Anwohnerinnen und Anwohnern effektiv erreicht werden können.

Finanzierungsansätze

Beratung

Tanzcafés gibt es inzwischen in vielen Gemeinden. Bei Fragen zur Organisation solcher Veranstaltungen kann ggf. mit anderen Initiatorinnen und Initiatoren Kontakt hergestellt werden.

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

Für dieses Modul sind noch keine Kommentare vorhanden.

Projekte

Belting-Treff, Mönchengladbach

Weitere Module, die Sie auch interessieren könnten

Nähkurse für Frauen mit Migrationshintergrund

Kulturloge

Seniorinnen- und Seniorenwerkstatt