Modul Zukunftskonferenz

Zielsetzung

Die Zukunftskonferenz ist eine Großgruppenmethode, bei der unterschiedliche Interessensgruppen zusammenarbeiten und in einer zwei- bis dreitägigen Veranstaltung Leitbilder, Aktionspläne oder Maßnahmen für künftige Vorhaben konkretisieren. Diese Methode hat den Vorteil, dass bislang getrennt arbeitende Akteurinnen und Akteure aus dem Quartier (z.B. der Alten- und Behindertenhilfe) oder auch aus der Verwaltung zusammenkommen, sich kennenlernen und austauschen. Der Fokus der Zusammenarbeit liegt dabei nicht auf dem Ausdiskutieren von Differenzen oder Problemen der Interessensgruppen, sondern auf der Herausarbeitung gemeinsamer Vorstellungen für die Zukunft.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

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Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Idealerweise nehmen 64 Personen (8x8) an der Zukunftskonferenz teil. Alternative Gruppengrößen sollten sich an einer einheitlichen Größe der Gruppenaufteilung orientieren (z.B. 6x6, 7x7, 9x9). Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz sollten Planungsakteurinnen und -akteure wie Verwaltungsmitglieder oder Interessensvertreterinnen und -vertreter sein. Im Laufe der Konferenz werden die Teilnehmenden abwechselnd in homogen  (z.B. nur Dienstleister der Altenhilfe) und heterogen (z.B. Verwaltung, Politik, Dienstleister) zusammengesetzte Gruppen eingeteilt und von einer neutralen Moderation betreut. Dadurch entsteht ein Gemeinschaftsgefühl über die Gruppengrenzen hinweg, was dazu beiträgt, gemeinsam an der Konkretisierung einer Zukunftsvorstellung zu arbeiten (vgl. Nanz; Fritsche 2012: 79; Bischoff et al. 2005: 147f.).

Die Zukunftskonferenz durchläuft in der Regel fünf Phasen:

Phase 1:

„Reflexion der Vergangenheit: Auf einem Zeitstrahl werden Hoch- und Tiefpunkte aus der Geschichte der betreffenden Organisation, Institution oder Kommune abgebildet.

Phase 2:

Analyse der Gegenwart:

a. Mit Mindmaps wird eine Übersicht künftig zu erwartender Herausforderungen entworfen.

b. Gemeinsam werden Stärken und Schwächen bezüglich der identifizierten Herausforderungen erarbeitet.

Phase 3:

Entwicklung von Zukunftsentwürfen: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwerfen Bilder der erwünschten Zukunft.

Phase 4:

Herausarbeiten von Gemeinsamkeiten: Die verbindenden Gemeinsamkeiten aller Beteiligten werden geklärt sowie Entwicklungsaufgaben und Ziele, die alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Engagement übernehmen wollen, identifiziert.

Phase 5:

Erstellen von Maßnahmeplänen: Am Ende des Verfahrens werden konkrete Maßnahmepläne unter Benennung von Verantwortlichkeiten und verbindlichen Terminplänen erarbeitet“ (Nanz; Fritsche 2012: 79f.).

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Stolpersteine

Für die Zusammenarbeit bei der Zukunftskonferenz hinderlich ist ein ausgeprägtes Konkurrenzdenken zwischen den Akteurinnen und Akteuren.

Bewertung

Durch diese Methode können Akteurinnen und Akteure aus verschiedenen Arbeits- und Lebenswelten Gemeinsamkeiten erkennen und erste Kooperationen eingehen.

Fallbeispiele

Bericht zur Zukunftskonferenz Selbstbestimmtes Leben, Wohnen und Arbeiten von Menschen mit Behinderung – Handlungsentwürfe und Entwicklungsschritte

Zukunftskonferenz „Bielefeld – eine Stadt für alle“

Vorbereitung einer Zukunftskonferenz mit Menschen mit Behinderung

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Es gibt in vielen Städten Büros und Selbständige, die sich auf entsprechende Moderationen spezialisiert haben: Zukunftswerkstatt

Finanzierungsansätze

Kommune

Spenden

Stiftungen

Vereine

Beratung

Zukunftswerkstatt: Kontakt

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

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Runder Tisch

Literatur

Bischoff, Ariane et al. (2007):
Informieren, Beteiligen, Kooperieren; Kommunikation in Planungsprozessen; eine Übersicht zu Formen, Verfahren und Methoden., Dortmund

Nanz, Patrizia; Fritsche, Miriam (2012):
Handbuch Bürgerbeteiligung, Verfahren und Akteure, Chancen und Grenzen. Bundeszentrale für politische Bildung., Bonn