Modul Sozialräumliche Organisation von Diensten

Zielsetzung

Eine sozialräumliche Organisation von Dienstleistungen macht es möglich, Unterstützungsstrukturen lokal zu verknüpfen und flexibel auf die Interessen und Belange der Bewohnerinnen und Bewohner zuzuschneiden.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

Dieses Modul wurde bisher von 0 Nutzern bewertet.

Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Die klassischen sozialen Dienstleistungen im Quartier sind innerhalb ihrer Trägerorganisationen oft Sektor-spezifisch (zum Beispiel Altenhilfe oder Behindertenhilfe) und Hilfeart- spezifisch (ambulant, teilstationär, stationär) organisiert und arbeiten häufig sogar im gleichen Quartier getrennt voneinander. 

Diese Angebote agieren im Quartier mit einer eigenständigen Finanzierung, eigenem Personal und Handlungsmethoden oft unabhängig voneinander, ohne miteinander zu kooperieren. Das hängt auch damit zusammen, dass die Strukturen der Trägerorganisationen nicht sozialräumlich ausgerichtet sind.

Bei der Schaffung eines Hilfemixes verlagert sich von der umfassenden Betreuung auf die Assistenz der Verwirklichung eines persönlichen Lebensstils. Ziel ist es daher, die Dienste im Sozialraum stärker sozialrumorientiert auszurichten und miteinander zu verzahnen, um für die Bewohnerinnen und Bewohner ein möglichst individuelles, gleichzeitig passendes Angebot an Diensten umzusetzen. Für Anbietende und Organisationen darf dabei die wirtschaftliche Tragfähigkeit nicht außer Acht gelassen werden.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Umsetzung der Sozialraumorientierung auf der Ebene der Organisation umfasst:

Stolpersteine

Bewertung

Die sozialräumliche Organisation von Diensten erfordert eine Offenheit und Öffnung der eigenen Organisation gegenüber dem Sozialraum, weiteren Dienstleistenden und Netzwerken. Mit dieser Öffnung kann eine verbesserte  Umsetzung von individuellen Nutzerinnen- und Nutzerbedürfnissen erreicht werden, indem das Zusammenspiel von individuellen Nutzerinnen- und Nutzerbedürfnissen und der Bereitstellung von passgenauen Angeboten auf der Ebene des Sozialraums ermöglicht wird.

Fallbeispiele

Die Mitglieder und Mitarbeiter des Vereins Alt und Jung e.V. sind seit 1978 im Bereich Ambulante Hilfen und in der Gemeinwesenarbeit in überschaubaren Wohnquartieren tätig.

Lebenswege gGmbH ist ein sozialräumlich organisierter Verein, der Dienstleistungen für Menschen mit Behinderung anbietet.

Eine Nummer für alle Hilfen für Menschen mit Behinderung der Diakonie Ruhr Bochum.

„Pinneberger Erklärung“ Erklärung der im Kreis Pinneberg immobilienbesitzenden Eigentümer und den Menschen mit Behinderungen betreuenden Organisationen hinsichtlich der Zurverfügungstellung von Wohnraum für behinderte Menschen (2016):

Finanzierungsansätze

Die sozialräumliche Organisation von Diensten bedarf eines Finanzierungssystems, das Flexibilität / Hilfemixlösungen unterstützt und neben fallbezogenen auch sozialraumbezogene Finanzierungsaspekte umfasst.

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

Für dieses Modul sind noch keine Kommentare vorhanden.

Weitere Module, die Sie auch interessieren könnten

Kommunales Servicetelefon

Beteiligungsanalyse

Formularambulanz im Mehrgenerationenhaus

Literatur

Deutsche Heilpädagogische Gesellschaft e.V. (Hrsg.) (2008):
Sozialraumorientierung in der Behindertenhilfe. DHG-Schriften., Bonn/Jülich.

Dieckmann, Friedrich; Graumann, Susanne; Schäper, Sabine; Greving, Heinrich (2016):
Bausteine für eine sozialraumorientierte Gestaltung von Wohn- und Unterstützungsarrangements mit und für Menschen mit geistiger Behinderung im Alter. Vierter Zwischenbericht zum Forschungsprojekt „Lebensqualität inklusiv(e): Innovative Konzepte unterstützten Wohnens älter werdender Menschen mit Behinderung (LEQUI). Katholische Hochschule NRW (Hrsg.), Münster

Krank, Susanne; Siebert, Annerose (2008):
Gemeinsam Teilhabe leben – eine Handreichung. In: Deutsche Heilpädagogische Gesellschaft e.V. (Hrsg.): Sozialraumorientierung in der Behindertenhilfe. DHG-Schriften:, Bonn/Jülich

Seifert, Monika (2006):
Lebensqualität von Menschen mit schweren Behinderungen. Forschungsmethodischer Zugang und Forschungsergebnisse. In: Zeitschrift für Inklusion 2

Links

Integriertes Handlungskonzept zur Absicherung und Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen in Ahlen (2004, Ahlener Modell)