Modul Trägerübergreifendes Beratungsangebot

Zielsetzung

Ein trägerübergreifendes Beratungsangebot für Menschen mit Unterstützungs- oder Pflegebedarf im Alter oder aufgrund einer Behinderung soll Nutzerinnen und Nutzern eine Versorgungssicherheit und Unterstützung der Teilhabe durch die Vernetzung der Dienstleistungsangebote vor Ort ermöglichen. Dabei geht es perspektivisch darum, die Pflege-, Wohn- und Teilhabeberatung adressatenorientiert zusammenzuführen. Durch ein Netzwerk verschiedener sozialer Akteurinnen und Akteure entsteht ein Leistungsmix, der z. B. eine vorzeitige stationäre Versorgung vermeiden soll. Die Angebotsvielfalt erfordert hierbei eine neutrale Beratung und Koordination durch eine trägerunabhängige bzw. -übergreifende Anlaufstelle, z. B. unter dem Dach eines eingetragenen Vereins. Ein handlungsleitendes Konzept zur effizienten und nutzerorientierten Koordination der Unterstützungsleistungen stellt das Case Management dar. Die Beratung sollte kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

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Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Für den Aufbau einer trägerunabhängigen Beratungs- und Koordinationsstelle oder für den Aufbau eines Netzwerkes gibt es kein universelles Schema. Die praktischen Schritte haben sich immer an der Situation vor Ort zu orientieren. Dennoch kann als handlungsleitendes Konzept Case Management genutzt werden. Case Management ist ein kooperativer Prozess, in dem eine adressatenorientierte Versorgung erhoben, geplant, implementiert, koordiniert, überwacht und evaluiert wird. Das Handlungskonzept entfaltet seine Wirkung durch eine sinnvolle Verknüpfung von Einzelfall-, Organisations- und Netzwerkebene. Dabei befasst sich die Organisations- und Netzwerkebene mit der institutionellen Gestaltung der Versorgung sowie dem Aufbau eines zielgerichteten Systems der Zusammenarbeit, um auf der Einzelfallebene komplexe Problemlagen zu erkennen und adressatenorientiert versorgen zu können (vgl. Wendt 2009: 8f).

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Netzwerkaufbau mit verschiedenen sozialen Akteurinnen und Akteuren, die in unterschiedlichen Hilfesystemen (z. B. Alten- oder Behindertenhilfe) angesiedelt sind.

Organisation einer trägerneutralen, adressatenorientierten Beratung vor Ort für das Quartier:

Stolpersteine

Ein Stolperstein könnte darin liegen, dass die Akteurinnen und Akteure  des Netzwerkes in verstecktes Konkurrenzdenken verfallen, sodass es zur fehlender Kooperation kommt. Konflikte und fehlende Kommunikationsstrategien könnten die Folge sein. Auch kann es zur fehlenden Leistungstransparenz kommen und zum Handeln, dass nicht im Sinne der Nutzerinnen und Nutzer erfolgt. Darauf muss beim Aufbau des Beratungsangebots geachtet werden.

Bewertung

Die Umsetzung eines trägerübergreifenden Beratungsangebots erfordert ein gemeinsames, verbindliches Handeln und adressatenorientiertes Denken der Netzwerkpartnerinnen und -partner und verlässliche Strukturen. Quartiersbewohnerinnen und -bewohner haben den Vorteil einer neutralen Anlaufstelle, die unabhängig und individuell berät und somit einer „Beratung aus einer Hand“ möglichst nahe kommt. Zudem führt eine verbindlichere Kooperation zu einer besseren Kenntnis der Strukturen und Angebote verschiedener Träger und Hilfesysteme.

Fallbeispiele

Ahlener Modell – „Alter und Soziales e.V." ist ein Zusammenschluss aller Träger in Ahlen, die für hilfe- und pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen tätig sind und deren Hauptsitz in Ahlen ist.

AltoNavi: suchen-finden-engagieren: Fachübergreifende Zusammenarbeit von drei Trägern in Hamburg-Altona zur Verbesserung des Zugangs zu lokalen Angeboten. Im „Netzwerk altonavi“ arbeiten über zwanzig Einrichtungen, Träger, Behörden und Genossenschaften zusammen. Das Netzwerk sammelt offene Fragen und ermittelt Lücken in der Versorgung als Teil der Quartiersentwicklungsprojekte Q8.

Kontakte / Ansprechpartner

Deutsche Gesellschaft für Care und Case Management

Finanzierungsansätze

Kommune

Spenden

Stiftungen

Vereine

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

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Literatur

Mennemann, Hugo (2009):
Ein Netzwerk entwickeln. In: Praxis Palliativ Care. Jg. 04/2009. S. 34-36

Wendt, Wolf Rainer (2009):
Wo stehen wir im Case Management wie entwickelt es sich weiter?. In Wendt, Wolf Rainer; Löcherbach, Peter (Hrsg.): Standards und Fachlichkeit im Case Management., Economica-Verlag: Heidelberg.

Links

Integriertes Handlungskonzept zur Absicherung und Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen in Ahlen; Ahlener Modell (2004)