Modul Barrierefreie Veranstaltung (Checkliste)

Zielsetzung

Ziel dieses Moduls ist es, Veranstaltungen im Quartier möglichst barrierefrei zu gestalten, so dass sie für eine Vielfalt von Adressatinnen und Adressaten auffindbar, erreichbar, zugänglich und nutzbar sind. Von einer barrierefreien oder besser barrierearmen Gestaltung profitieren alle Teilnehmenden. Der erste Schritt in Richtung Barrierefreiheit ist die Wahrnehmung von Barrieren. Die Bewusstseinsbildung ist eine wichtige Voraussetzung zur Umsetzung von barrierefreien Veranstaltungen.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

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Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Zunächst geht es darum, bei der Planung einer Veranstaltung ein Bewusstsein zu entwickeln, dass es eine Vielzahl von Menschen gibt, denen die Teilnahme an Veranstaltungen entweder durch körperliche, geistige oder psychische Beeinträchtigungen einerseits, aber auch durch physische Barrieren in der (gebauten) Umwelt andererseits, schwer fällt.

Einige der häufig anzutreffenden Behinderungen/Beeinträchtigungen sind:

Anhand der Auflistung wird deutlich, dass es unterschiedliche Bedarfe gibt, die mehr umfassen als barrierefrei zugängliche Orte und Räumlichkeiten. Die Art der Beeinträchtigung kann erste Anhaltspunkte für Unterstützungsbedarfe geben. Letztlich ist aber immer der individuelle Bedarf ausschlaggebend. Daher kommt der Vorbereitung und Planung einer Veranstaltung eine wichtige Rolle zu, damit bei der Durchführung Ausgrenzungen möglichst vermieden werden. Bei der Umsetzung kann man sich an den folgenden drei Regeln orientieren (Paritätischer 2013, S. 4, s. Links):

Offen für Alle! Sämtliche Angebote sollen z.B. auch für Menschen, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, ohne Hilfe anderer erreichbar sein.

Das Zwei-Sinne-Prinzip Alle Informationen sollten über mindestens zwei Sinne (Sehen, Hören, Fühlen) wahrgenommen werden können. So kann ein nicht ausreichend verfügbarer Sinneskanal durch einen anderen ausgeglichen werden.

KISS (Keep It Short and Simple / Mach es kurz und einfach) Informationen sollen kurz und einfach verständlich formuliert sein. Hilfreich ist die Anwendung von leichter Sprache (z.B. bei Präsentationen oder die Anwendung einfacher Sprache, auch für Menschen, deren Erstsprache nicht Deutsch ist)

 Die Vorbereitung von Veranstaltungen gliedert sich in zwei Teile:

In beiden Bereichen gibt es Möglichkeiten, durch gezielte Überlegungen und Organisationsschritte Veranstaltungen barrierefrei oder barrierearm zu gestalten und damit die Teilnahmemöglichkeiten zu verbessern. Dabei handelt es sich um einen Lernprozess. Es müssen oder können nicht immer alle Aspekte der Barrierefreiheit beachtet werden, wichtig ist jedoch, sich die jeweiligen Aspekte bewusst zu machen und die vorhandenen Ressourcen für eine weitgehende Umsetzung von Barrierefreiheit zu nutzen.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Planung und Vorbereitung einer Veranstaltung  

Einladungs(flyer)/Anmeldung:

Ort der Veranstaltung:

Durchführung der Veranstaltung

Räumlichkeiten und Essen

Moderation und Präsentationen

Und: „Keiner weiß so viel wie alle“. Daher am Ende einer Veranstaltung den Teilnehmenden die Möglichkeit zur Rückmeldung und zu Verbesserungsvorschlägen zur Barrierefreiheit geben.

Stolpersteine

Zusätzliche Kosten: bestimmte unterstützende Maßnahmen (z.B. Gebärdendolmetscher) müssen frühzeitig eingeplant und finanziert werden, Basis ist die Information über den Unterstützungsbedarf

Bewertung

Umfassende Barrierefreiheit ist aufgrund vielfältiger Kommunikations- und Umwelt-Barrieren kaum zu erreichen. Wenn Barrieren jedoch bekannt sind, kann bereits in der Planung viel dafür getan werden, Veranstaltungen barriereärmer zu gestalten und damit die Teilnahme für alle zu erleichtern. Insofern kommt es nicht darauf an, alles richtig zu machen, sondern sich der Anforderungen bewusst zu sein und im Rahmen der Ressourcen möglichst weitgehend umzusetzen. An vielen Stellen kann mit einem geringen Mehraufwand oder Veränderungen im Organisationsprozess ein deutliches Plus an Barrierefreiheit erreicht werden.

Kontakte / Ansprechpartner

Bundeskompetenzzentrum für Barrierefreiheit e.V.

Netzwerk Leichte Sprache

Finanzierungsansätze

Kommune

Spenden

Stiftungen

Vereine

Beratung

Die Aktion Mensch informiert unter anderem auf ihrer Homepage über Barrierefreiheit in verschiedenen Kontexten und bietet zudem verschiedene Förderangebote an.

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

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Literatur

BMAS (Hrsg.) (2014):
„Leichte Sprache – Ein Ratgeber“., Berlin

Lebenshilfe Bremen e.V. (Hrsg.) (2013):
„Leichte Sprache, Die Bilder“. (Buch+DVD)

Links

„Der Barriere-Checker – Veranstaltungen“ des Paritätischen

„Handreichung und Checkliste für barrierefreie Veranstaltungen“ des Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit

„Hinweise zur Planung und Durchführung barrierefreier Veranstaltungen“ der Aktion Mensch