Modul Selbstevaluation: Erfolgsmessung in Eigenregie

Zielsetzung

Evaluationen sind hilfreich, sowohl den eigenen als auch den Qualitätsansprüchen anderer gerecht zu werden, mit denen Projekte in Gesundheitsförderung und Prävention sowie Quartiersprojekte konfrontiert werden. Gegenüber von Geldgebenden kann die Maßnahme bzw. das Projekt durch eine Evaluation legitimiert werden.

Wer eine Maßnahme oder ein Projekt im Kontext von Gesundheitsförderung und Prävention im altengerechten Quartier durchführt, möchte natürlich auch wissen, ob die Maßnahme erfolgreich gewesen ist. Eine Evaluation ist dabei ein hilfreicher Schritt, um herauszufinden, welche Wirkungen erzielt wurden, ob die Zielgruppe erreicht wurde und ob sich der Aufwand gegenüber dem Nutzen gelohnt hat.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

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Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Bei einer Evaluation geht es darum, ein Projekt oder eine Maßnahme zu bewerten: Oft ist der Eindruck, den man von den eigenen Maßnahmen hat, eher gefühlt als gemessen – Evaluation versucht, diesen Eindruck zu objektivieren. Bei Evaluationen werden sozialwissenschaftliche Methoden eingesetzt, wie Fragebögen, Interviews, Beobachtungsbögen und andere Verfahren. Eine Evaluation kann durch externe Fachpersonen (Fremdevaluation) oder als kostengünstigere Selbstevaluation durch die Projektmitarbeitenden durchgeführt werden. Das fachliche Wissen, das hierzu benötigt wird, lässt sich aneignen. Kleinere Studien oder Selbstevaluationen können in Eigenregie durchgeführt werden und geben Antwort auf die Frage, was die eigene Maßnahme eigentlich bringt (Ergebnisevaluation). Neben der Ergebnisevaluation ist auch eine Prozessevaluation möglich. In der Prozessevaluation wird ein Blick darauf geworfen, ob alles so umgesetzt wird, wie es in den Planungen vorgesehen war und ob bei einzelnen Prozessen noch Anpassungsbedarf besteht.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Die Ergebnisevaluation liefert eine zusammenfassende Beurteilung der Ergebnisqualität. So wird bspw. nach Abschluss einer Maßnahme oder eines Projekts geprüft, ob die anfangs formulierten Ziele in dem Maß erreicht wurden, wie sie angestrebt worden waren. Eine Ergebnisevaluation besteht in der Regel aus zehn Schritten:

Schritt 1: Klärung der Gründe für eine Evaluation

Schritt 2: Bestimmung des Evaluationsgegenstands

Schritt 3: Festlegung Selbst- oder Fremdevaluation

Schritt 4: Ressourcenklärung 

Schritt 5: Zielformulierung

Schritt 6: Indikatorenbildung

Schritt 7: Festlegung des Evaluationsdesigns

Schritt 8: Auswahl der Erhebungsinstrumente

Schritt 9: Datenerhebung

Schritt 10: Datenauswertung und -aufbereitung

Tipp: Der Leitfaden „Ergebnisevaluation von Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung. Leitfaden Selbstevaluation für Praktikerinnen und Praktiker“ des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen eignet sich sehr gut für einen leichten Einstieg in das Thema. Die hier angeführten Schritte werden darin u.a. noch einmal detailliert beschrieben. Ein kleinschrittiger Aufbau und praktische Anwendungsbeispiele ermutigen kleine Evaluationen in Eigenregie durchzuführen.

Stolpersteine

Der Aspekt eines umfassenden Erkenntnisinteresses und dem Bedürfnis (zu) viel erfragen zu wollen kann einer Evaluation im Wege stehen – weniger ist manchmal mehr.

Die beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen hinter der Entscheidung für eine Selbstevaluation und auch zu den Ergebnissen stehen. Nicht immer ist das Ergebnis einer Evaluation das, was man sich im Vorfeld erhofft hat. Wichtig ist, dass eine Selbstevaluation bereits bei der Planung der Maßnahme bzw. des Projektes mitgedacht wird. Soll diese vorgenommen werden, ist eine Berücksichtigung im Maßnahmenzyklus von Vorteil. Nur so können die personellen, finanziellen als auch die zeitlichen Ressourcen frühzeitig geplant werden.

Bewertung

Selbstevaluationen bieten den Vorteil, dass im Vorfeld keine intensive Informationsvermittlung an externe Evaluierende erfolgen muss. Die durchführenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projekts bzw. die Beschäftigten der Institution sind mit den Rahmenbedingungen und den Inhalten des Projektes vertraut. Sie verfügen über eine hohe Sachkenntnis. Zudem können die Evaluationsergebnisse unmittelbar genutzt werden. Ein weiterer, maßgeblicher Faktor für viele Institutionen sind die mit der Selbstevaluation verbundenen deutlich geringeren Kosten gegenüber einer Fremdevaluation. 

Tipp: Wer sich bei einer Selbstevaluation unsicher fühlt oder gerne zusätzliche methodische Expertise möchte, kann auch die Kooperation mit einer Hochschule suchen (z. B. über Praxisprojekte oder Abschlussarbeiten von Studierenden). Beide Seiten profitieren von einer solchen Vereinbarung: die Auftraggebenden erhalten eine wissenschaftliche Begleitung der Evaluation und die Studierenden gewinnen an Praxiserfahrung.

Fallbeispiele

Workshop „(Selbst-)Evaluation von Gesundheitsförderungsprojekten - Auswertung und Präsentation von Daten“ des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen am 04.02.2016 in Bielefeld.

Workshop „Selbstevaluation - Schritt für Schritt“ des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen am 25.11.2015 in Bochum.

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW)

Svenja Budde

Telefon: 0521 8007-3130

E-Mail: svenja.budde@lzg.nrw.de

Finanzierungsansätze

Die Durchführung einer (Selbst-) Evaluation ist immer mit einem gewissen Aufwand an personellen sowie finanziellen Ressourcen verbunden. Dieser sollte im Vorfeld kalkuliert und in die Projektplanung mit einbezogen werden.

Beratung

Das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW) berät und unterstützt gerne bei der Durchführung einer Selbstevaluation. Der Leitfaden „Ergebnisevaluation von Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung. Leitfaden Selbstevaluation für Praktikerinnen und Praktiker“ des LZG.NRW eignet sich sehr gut für einen leichten Einstieg in das Thema.

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Literatur

Budde, S. (2016):
Selbstevaluation leicht gemacht! Journal Gesundheitsförderung (2), 66-71

Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (2016):
Ergebnisevaluation von Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung. Leitfaden Selbstevaluation für Praktikerinnen und Praktiker.

Links

Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (2016): Ergebnisevaluation von Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung. Leitfaden Selbstevaluation für Praktikerinnen und Praktiker.

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (2014): Selbstevaluierung in der Regionalentwicklung. Leitfaden und Methodenmix.