Modul Ehrenamtsagentur

Zielsetzung

Ziel einer Ehrenamtsagentur oder eines sozialen Vereins ist es, die Gemeinschaft der Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers im solidarischen Sinn zu stärken. Dies soll durch die Koordination und Vermittlung von bürgerschaftlichen ehrenamtlichen Angeboten und Gesuchen geschehen. Mithilfe lokaler sozialer Akteurinnen und Akteure soll ein dichtes Netzwerk ehrenamtlicher Kooperationen entstehen. Ehrenamtliche Mithilfe kann zumeist von allen Bürgerinnen und Bürger des Quartiers, unabhängig vom Lebensalter, angeboten werden. Manche Vereine konzentrieren sich in ihrer Ausrichtung auf die Gruppe der Seniorinnen und Senioren, die ehrenamtliche Hilfe suchen und Unterstützung benötigen.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

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Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

„Soziale Vereine“ oder „Ehrenamtsagentur“ sind Synonyme für gemeinnützige Initiativen zur Koordinierung ehrenamtlicher Tätigkeiten im Quartier, in der Gemeinde oder der Region.

Die Gründung bzw. die Kooperation geschieht zunächst mit lokalen Akteuren und Dienstleistern, wie z.B. Kirchengemeinde, Krankenpflegevereine, örtliche Musikschule und Tierschutzverein, aber auch örtliche Banken sowie die kommunale (Kreis-) Verwaltung.

Danach tritt die Initiative als Vermittler zwischen dem ehrenamtlichen Angebot und der Nachfrage nach ehrenamtlichen Tätigkeiten auf.

Die oben genannten Organisationen melden Stellen und Projekte an die Ehrenamtsagentur, für die sie ehrenamtliche Hilfe benötigen. Bürgerinnen und Bürger jeden Alters, die bereit sind, ehrenamtliche Dienste zu übernehmen, können sich an den Verein bzw. die Agentur wenden und werden zu passenden Stellen weitervermittelt.

Bürgerinnen und Bürger des Quartiers, Seniorinnen und Senioren, die Hilfe im Alltag benötigen oder ehrenamtliche Unterstützung suchen, können sich ebenfalls an die Agentur oder den Verein wenden. Dabei geht es um die Begleitung zum Arzt oder zum Einkaufen, um handwerkliche Erledigungen, etc. Sie werden entweder an die passende (gemeinnützigen) Dienstleister weitervermittelt oder ihnen werden Ehrenamtliche vermittelt, die sich vorher für eine bestimmte Tätigkeit gemeldet haben.

Für die Gruppe, die durch die Agentur ehrenamtliche Dienstleistungen in Anspruch nimmt, erheben manche Vereine einen sehr geringen Unkostenbeitrag (ab 1 €/Monat, gestaffelt nach Einkommen), der nicht als Honorar gilt.

Die Verwaltung der Agentur bzw. des sozialen Vereins ist zumeist hauptberuflich geregelt. Dort ist es manchmal auch möglich, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder eine Ausbildung zu absolvieren.

Zusätzlich zur Vermittlung kann der Verein oder die Agentur auch öffentliche Veranstaltungen, wie z.B. Lesungen, Seniorencafés, Informationsveranstaltungen und Beratungssprechstunden, veranstalten.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Stolpersteine

Der Aufbau eines gemeinnützigen Vereins aber die Leistungen der Ehrenamtlichen bedürfen viel Zeitaufwand sowie ein hohes Maß an Engagement und Stressresistenz, der von Bürgerinnen und Bürgern getragen werden muss. Je nach Alter, körperlicher Verfassung und Amtsinhalten ist es entscheidend, bewusst Pausen und Ruhemomente zu suchen und wahrzunehmen. Aus diesem Grund ist eine Wertschätzung der geleisteten Arbeit besonders wichtig, diese kann beispielsweise auch durch stressreduzierende und gleichzeitig gesundheitsfördernde Maßnahmen wie Angebote des autogenen Trainings oder spezifische Massagen geleistet werden.  

Außerdem hängt die Schaffung erfolgreicher Kooperationen aller lokalen Akteurinnen und Akteure von der Kooperationsbereitschaft und den verfügbaren Ressourcen der ehrenamtlichen Bürgerinnen und Bürgern ab. Zudem ist ein gemeinnütziger Verein auf externe Finanzierung angewiesen.

Bewertung

Gute Methode, um ehrenamtliche Hilfsangebote zu koordinieren und zu bündeln, um diese an die Seniorinnen und Senioren zu vermitteln.

Fallbeispiele

Unser Netz – Verein zur Koordination sozialer Aufgaben in Lenningen in Baden-Württemberg: Zweiter Preis des Wettbewerbs “Das hilfreiche Alter hilfreicher machen” der Stiftung Pro Alter

Ehrenamtsagentur Gelsenkirchen e.V. : Vermittlung und Online-Datenbank: Gewinner des „Gelsenkirchener Ehrenamtspreis“

EhrenamtAgentur Essen: Bundesweite Vermittlung von Freiwilligen

SEFA e.V. Leipzig: Hilfe vorrangig von und für Seniorinnen und Senioren.

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Ehrenamtsagenturen bzw. soziale Vereine in der Stadt bzw. der Region

Finanzierungsansätze

Beratung

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

Ehrenamt sollte Nachbarschaft fördern und Nachbarschaft nimmt zukünftig die Rolle der Familie ein.

Projekte

Glückauf Siedlungsgemeinschaft, Lünen

Lebendige Nachbarschaft - Wohnen im Stadtteil, Sankt Augustin

Nachbarschaftsstifter, Gelsenkirchen

Dransdorf, Bonn, Bonn-Dransdorf

Quartiersentwicklung in Kamperbruch-Süd, Kamp-Lintfort

Zuhause alt werden, Bochum

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