Modul Demenzgärten

Zielsetzung

Demenz- oder Sinnesgärten bieten durch ihre besondere Gestaltung pflegebedürftigen (älteren) Menschen, insbesondere bei Demenz, einen Halt gebenden Lebens- und Erfahrungsraum an. Sie schaffen den therapeutischen Effekt der Stimulierung der Sinne (durch unterschiedliche Farben, Gerüche, Klänge und Oberflächen) sowie die Möglichkeit, die Gärten - zumindest in Anbindung an eine pflegerische Einrichtung - eigenständig aufzusuchen. Hierdurch entsteht ein Gefühl der Unabhängigkeit. Gleichzeitig tragen sie dem vermehrten Bewegungsdrang der demenziell Erkrankten rechnung. Darüber hinaus fördern Demenzgärten das Wohlbefinden und können für die positiven Effekte der Gartentherapie genutzt werden.

Je nach Konzept sind weitere Ziele denkbar: Begegnung von Jung und Alt im Quartier, Spielort von behinderten und nicht-behinderten Kindern usw.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

Dieses Modul wurde bisher von 1 Nutzern bewertet.

Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Es gibt keine Standardlösungen für diese Gartenanlagen. Dennoch gibt es einige Planungsempfehlungen: Der Gartenbereich soll so gestaltet werden, dass er dem an eingeschränkter räumlicher Orientierung leidenden Menschen einen selbstbestimmten, auch unbegleiteten Aufenthalt erlaubt.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Frühzeitig ist zu klären, wer die Zielgruppe ist, ob die Fläche für die Ziele bzw. das Nutzungskonzept ausreichend ist und ob die Gartenpflege auf Dauer sichergestellt werden kann.

Stolpersteine

Bei der Planung sollte unbedingt ein Landschaftsplaner oder eine Landschaftsplanerin mit Erfahrung auf diesem Gebiet mit einbezogen werden.

Bewertung

Sinnesgärten sind vor allen Dingen als integrierter Bestandteil eines Betreuungskonzeptes für Menschen mit Demenz im direkten Anschluss an Pflegeeinrichtungen bekannt geworden. Doch diese besondere Form der Außengestaltung kann mehrere Ziele gleichzeitig abdecken. Sinnesgärten können als Quartiersprojekt durch ihre vielfältig stimulierenden Elemente einen Begegnungsraum für Jung und Alt schaffen, für Menschen mit Beeinträchtigungen ebenso wie für die gesunden Bewohnerinnen und Bewohner der Umgebung.

Fallbeispiele

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Hilfreiche Informationen und Erfahrungen finden Sie am besten bei bereits bestehenden Initiativen bzw. bei den Landschaftsplanern, die an der Planung und Umsetzung beteiligt waren.

Finanzierungsansätze

Beratung

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

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Projekte

Wohngemeinschaftshaus Leben in Schaffrath , Gelsenkirchen

Rudolf-Schloer-Stift, Moers

Älter werden in Ahlen, Quartier Gezeitenland, Ahlen

Sportvereine im Quartier – Barfuß-Sinnespfad des TV Wanne 1885, Herne

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Literatur

Heeg, Sibylle / Bäuerle, Katharina (2011):
Freiräume – Gärten für Menschen mit Demenz. Mabuse-Verlag, 3. Auflage, Frankfurt a.M.

Teimann, Sonia (2012):
Demenz & Freiraumplanung – Typologien für den stationären Pflegeheimbau Band 1

Bendlage, R./ Nix, A / Schützendorf, E. / Wölfel, A. (2009):
Gärten für Menschen mit Demenz Ulmer Verlag

Downloads

Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung 2011: Demenz-Report - Wie sich die Regionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf die Alterung der Gesellschaft vorbereiten können

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