Modul Interkulturelle Bewohnerinnen- und Bewohnergärten

Zielsetzung

Bei interkulturellen Bewohnerinnen- und Bewohnergärten bewirtschaften Quartiersbewohnerinnen und Quartiersbewohner unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters gemeinsam eine Fläche von Nutzgärten. Es entsteht eine Gemeinschaft und kommt zu einem multikulturellen Austausch sowie einer Aufwertung des Quartiers.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

Dieses Modul wurde bisher von 1 Nutzern bewertet.

Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Für Bewohnergärten können freie Flächen im Quartier genutzt werden und eine Zwischenlösung (z.B. für fünf Jahre) oder eine längerfristige Nutzung darstellen. Interessentinnen und Interessenten können eine Parzelle günstig pachten und ihr Obst und Gemüse dort anbauen. Durch die Ansiedlung in einem multinational geprägten Quartier und eine Mischung der Nutzerinnen und Nutzer, werden Pflanzen unterschiedlicher Herkunft angebaut. Die Nutzerinnen und Nutzer können von dem Wissen und den Fähigkeiten anderer profitieren und tauschen sich untereinander aus. Auch ältere Bewohner können durch die Gestaltung von Hochbeeten einbezogen werden und aus ihrem Erfahrungsschatz schöpfen. Dies fördert die Kontaktmöglichkeiten zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern und schafft einen Treffpunkt. Soziale Kontakte, verbunden mit Bewegung und körperlicher Aktivität in der Natur, stellen einen großen Gesundheitsgewinn dar. Aus dem Anbau von Obst und Gemüse können sich auch interkulturelle Kochkurse ergeben; auf lange Sicht eventuell auch mit der Intergration ernährungsphysiologischer Erkenntnisse. Dies ist von Bedeutung, da sich mit zunehmendem Alter der Beadrf an Nährstoffen ändert und eine angepasste Nahrungszusammenstellung von Bedeutung ist.

Darüber hinaus können Kindertageseinrichtungen und Schulklassen im Sinne eines “Grünen Klassenzimmers” etwas über gesunde Ernährung lernen und einen kleinen Schulgarten bekommen. Die Organisation und Koordination kann durch einen Verein aus engagierten Bewohnerinnen und Bewohnern erfolgen und durch ein Quartiersmanagement angestoßen werden. Auch gemeinsame Freizeitveranstaltungen könnten im Rahmen dieses Projektes organisiert werden (z.B. gemeinsames Grillen, Jahreszeitenfeste, etc.)

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Stolpersteine

Voraussetzung für das Projekt ist eine freie und nutzbare Fläche sowie die Bereitschaft zur Investition und Abstimmung mit Behörden und der Eigentümerin oder dem Eigentümer. Darüber hinaus sind innerhalb der Gruppe kulturelle Konflikte möglich und die Jahresbeiträge sollten 20 bis 50 Euro pro Jahr nicht übersteigen.

Bewertung

Der Erfolg des Projektes ist stark abhängig vom Quartier und seinen Bewohnerinnen und Bewohnern. Grundsätzlich ist ein solches Projekt gut geeignet für ein Quartier mit hohem Anteil an Migrantinnen und Migranten, da diese häufig gewohnt sind einen Nutzgarten zu haben und sich selbst zu versorgen. Ältere sollten aktiv angesprochen werden. 

Darüber hinaus ist positiv zu berücksichtigen, dass das Quartier optisch aufgewertet wird und Flächen einer Nutzung zugeführt werden.

Fallbeispiele

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Bundesnetzwerk Interkulturelle Gärten

Finanzierungsansätze

Beratung

Stiftung Interkultur

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

Wir haben in unserem Bonner Quartier zwar keinen interkulturellen, aber einen nachbarschaftlichen, generationsübergreifenden Gemeinschafts-Nutzgarten auf einer öffentlichen Brachfläche (dank NRW.urban) angelegt, den wir nun in der dritten Saison bewirtschaften. Doppelt nahrhaft (für die frische, regionale Versorgung mit gesundem Obst und Gemüse UND für das soziale Bedürfnis nach Begegnung)und sehr empfehlenswert!

Projekte

Mehrgenerationenhaus Alte Schule Ottelau, Herford

Wohnprojekt „Amaryllis eG“ in Vilich-Müldorf, Bonn

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Literatur

Taborsky, Ursula (2008):
Naturzugang als Teil des guten Lebens - Die Bedeutung interkultureller Gärten in der Gegenwart. Perter-Lang-Verlag, Frankfurt a.M.

von der Haide, Ella (2010):
Bestandsaufnahme der urbanen Gartenaktivitäten auf dem Gebiet der Landeshauptstadt München. Neue Räume der Begegnung und Subsistenz, der Partizipation und des Naturerlebens für alle, Studie im Auftrag der Münchener Stiftungsinitiative für urbanes Gärtnern.

Kluth, Silke et al. (2011):
Deutschlands schönste Privatgärten - Grüne Paradiese öffnen ihre Gartenpforten. Blv Verlag