Modul Nachbarschaftszeitung

Zielsetzung

Eine Nachbarschaftszeitung von und für Bewohnerinnen und Bewohnern dient zunächst dem Informationsaustausch über Geschehnisse im Quartier. Zudem fördert sie die Identifikation mit dem Quartier und anderen Bewohnerinnen und Bewohnern. Dadurch kommt es zur Vernetzung unter Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Unternehmen. Die Nachbarschaftszeitung kann durch Ehrenamtliche betrieben werden und somit das Ehrenamt fördern sowie zur stärkeren Wahrnehmung von ehrenamtlichen Tätigkeiten führen. Für ein Unternehmen oder eine Werbegemeinschaft kann eine Nachbarschaftszeitung als Instrument der PR dazu dienen, die Anwohnerinnen und Anwohner genauer über die Tätigkeiten der Unternehmen zu informieren.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

Dieses Modul wurde bisher von 1 Nutzern bewertet.

Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Um eine Zeitung von und für Bürgerinnen und Bürger zu erstellen, müssen sich zunächst genügend Interessentinnen und Interessenten zu einer Redaktionsgruppe zusammenfinden. Diese sollte engagiert und geübt in Textarbeit sein. Wichtig sind regelmäßige Treffen der Gruppe, um Themen und Vorlagen diskutieren zu können. Insgesamt sollte die Organisation einer Nachbarschaftszeitung zwar eine Struktur haben, wie z.B. als Verein, aber auch für weitere Interessentinnen und Interessenten offensein. In kleineren, thematisch geordneten Projektgruppen (z.B. Kultur, Ökologie, älter werden im Quartier, etc.) können sich einzelne Quartiersexpertinnen und Quartiersexperten zusammenfinden und gemeinsam arbeiten. Die Nachbarschaftszeitung kann zum Dreh- und Angelpunkt im Quartier werden und als Ansprechpartner für Interessierte oder beispielsweise eine Ehrenamtagentur sein. Dadurch können verschiedene Aktivitäten im Quartier koordiniert und öffentlich bekannt gemacht werden. Druckkosten können über Anzeigen oder Spenden finanziert werden.

Inhaltlich bietet die Nachbarschaftszeitung neben Austauschmöglichkeitenauch Platz, um z.B. gesundheitsspezifische Aspekte in das Bewusstsein und den Quartiersalltag zu integrieren. Eine Möglichkeit hierfür wäre die Installation eines "Gesundheitsressorts”, der eine Berichterstattung über quartiersinterne Veranstaltungen wie Tanzabende ermöglicht, aber auch regelmäßige Tipps zu Ernährungsthemen (Mythen / Rezepte) oder Gymnastikübungen mit Alltagsbezug und für zu Hause aufführt. Durch eine aktive Gestaltung der Zeitung können sowohl neuartige als auch bewusstseinsfördernde Informationen aus den Themenbereichen Gesundheit und Bewegung weitergegeben werden.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Stolpersteine

Die Aktivierung der Bürgerinnen und Bürger sowie ein anhaltendes Interesse bei diesen zu entwickeln kann schwierig sein. Die regelmäßige Verpflichtung wird möglicherweise nicht ernst genug genommen. Außerdem sind die Effizienz der Arbeit und Wirkung der Zeitung nicht abzuschätzen.

Bewertung

Eine Nachbarschaftszeitung fördert den Austausch unter Quartiersbewohnerinnen und Quartiersbewohnern sowie den ansässigen Unternehmen, kann einen Beitrag zur Vernetzung im Quartier leisten und das Ehrenamt stärken. Für engagierte Ruheständler stellt es eine Möglichkeit dar, sich zu beteiligen und nützlich zu fühlen.

Fallbeispiele

Ackermannbogen e.V. Nachbarschaft Umwelt Kultur, München

Sozialwerk St. Georg, Gelsenkirchen

Es Elsterblättche, Seckbach-Atzelerg, Frankfurt a.M.

Nachbarschaftshaus Helene Kaisen, Bremen

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Finanzierungsansätze

Beratung

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

Dieses Instrument ist für die Vernetzung im Stadtteil von hoher Bedeutung. Es bedarf einer längeren Begleitung von Profis, kann dann aber gut von Ehrenamtlichen in Eigenregie geführt werden (es sei denn, man hat Profis in der Nachbarschaft, die das ehrenamtlich machen). Finanziert werden kann es über örtliche Geschäftleute, Apotheker, Banken usw. Die Auslage an Orten wie Apotheken, Arztpraxen, Kirchengemeinden, Friseuren oder Bäckerreien usw. ist wichtig und mit zu organisieren.

Projekte

Quartiersentwicklung in Eicken, Mönchengladbach

Boecker Stiftung, Witten

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Gruppe, Stefanie (2011):
Public Relations - Ein Wegweiser für die PR-Praxis. Springer Verlag, Heidelberg