Modul Rollstuhl- und Rollatortraining

Zielsetzung

Beim Rollstuhl- oder Rollatortraining können Ältere einen sicheren Umgang mit ihrem Rollstuhl/Rollator erlernen, um diesen optimal in Alltagssituationen und für motorische Übungen zu nutzen und selbstständig leben zu können. Dadurch erweitert sich der persönliche Aktionsradius von Älteren und das psychische Wohlbefinden und das Selbstbewusstsein für ein eigenständiges, gesundheitsorientiertes Versorgen wird gefördert.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

Dieses Modul wurde bisher von 1 Nutzern bewertet.

Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Mit zunehmendem Lebensalter ist die Sicherung der Mobilität ein wichtiger Faktor und bildet den Grundstein des Sich-Versorgens. Nur mit ausreichender Beweglichkeit und einer physischen Verfassung, die einen aktiven Lebensstil ermöglicht, können sich ältere Generationen weiterhin selbstständig versorgen. Lassen muskuläre Funktionen (insbesondere der unteren Extremitäten) nach, sind häufig Hilfsmittel erforderlich. Diese entfalten ihre unterstützende Wirkung jedoch nur mit der richtigen Handhabung.

Beim Rollstuhl- und Rollatortraining geht es zum einen um die Vermittlung von theoretischem Wissen (z.B. Achseneinstellung, etc.) und zum anderen um das praktische Erlernen der Fahrtechnik. Tipps und Tricks für den Alltag können vermittelt werden, um Situationen im Haushalt und in der Öffentlichkeit zu meistern. Die Nutzung von Bus und Bahn und ein sicheres Fortbewegen auf unterschiedlichem Untergrund, aber auch der sichere Transfer aus dem Rollstuhl z.B. ins Bett gehören zum Unterricht. Nur wenn man weiß, wie der eigene Rollator oder Rollstuhl optimal genutzt wird, können Stürze vermieden und Hindernisse bewältigt werden. Regelmäßige Sicherheits-Checks sind dabei ebenfalls notwendig.

Neben dem tatsächlichen Training lernen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer untereinander kennen, können sich austauschen und aus den Erfahrungen anderer lernen. Ein solches Training ist darüber hinaus auch für Angehörige oder Betreuungspersonen sinnvoll. Diese lernen, wie sie Hilfestellung leisten können, ohne zu stark in die Selbständigkeit einzugreifen.

Idealerweise kooperieren Verkehrsbetriebe (Üben des Einsteigens in Busse) und lokale Sanitätshäuser (kostenloser Check des Rollators).

Für Transfers, Übungen zur Sturzprävention und Tipps für den Umgang im Alltagsleben wie z.B. mit Steigungen und Gefälle oder unebene Böden (Gras, Kopfsteinpflaster, Kies) oder Bordsteinkanten können Physiotherapeuten hinzugezogen werden.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Stolpersteine

Die Teilnahme an solchen Kursen kann gering sein. Viele Personen finden sich mit ihrer Situation ab, ohne die tatsächlichen Möglichkeiten zu kennen, wie sie ihren Alltag verbessern können.

Bewertung

Durch ein Rollstuhl- und Rollatortraining können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viele nützliche Alltagshilfen erlernen. Besonders hilfreich ist dies aber auch für die Angehörigen, die häufig nicht genau wissen, wie sie sich verhalten sollen und wie sie helfen können. Darüber hinaus fühlen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch den Austausch untereinander verstanden und weniger allein.

Fallbeispiele

PiA 2 Partizipation im Alter

Im Quartier bleiben - Nachbarschaft leben!

Deutscher Rollstuhl- und Sportverband e.V.

Rollstuhltraining an Schulen

Rollstuhlfüherschein

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Behinderten- und Seniorenbeauftragte der Stadt können Informationen vermitteln.

Finanzierungsansätze

Viele Institutionen veranstalten kostenlose Angebote (z. B. Deutscher Rollstuhl- und Sportverband e.V oder Krankenhäuser und Rehaeinrichtungen)

Beratung

Häufig gibt es regionale Rollstuhlvereine die beraten oder vermitteln können. Aber auch Behinderten- und Seniorenbeauftragte kennen Kontaktpersonen.

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

Da wir seit Herbst 2015 ein Rollatoren-Training anbieten, hier ein paar Erfahrungen: es ist in der Tat sehr sinnvoll, zum einen eine/n Trainer/in entsprechend ausbilden zu lassen. Zum anderen ist es sehr gut, das Training wirklich "im Quartier" anzubieten - denn hier lässt sich der Alltag üben. Vorgeschaltet haben wir jedoch ein Training auf einem Übungsplatz, sodass die TN im "geschützten" Raum waren - was äußerst positiv angenommen wurde. Scham oder ähnliches waren so kein Thema, und der 2. Termin wurde dann mit neuem Selbstbewusstsein im Quartier umgesetzt. Die Kooperation mit einem Verkehrsbetrieb, um die Nutzung des ÖPNV zu üben, ist ebenso empfehlenswert wie die Kooperation mit der Polizei. Den Tipp, ein Sanitätshaus mit dazu zu nehmen, kann ich nur unterstreichen - bisher war nicht ein Rollator korrekt eingestellt! Um mögliche Kosten für die Kursleitung aufzufangen, ist sicher auch die Durchführung z.B. mit der örtlichen VHS eine gute Idee.

Projekte

Im Quartier bleiben - Nachbarschaft leben! Wickrath, Mönchengladbach

Quartiersentwicklung in Ahlen-Nord, Ahlen

Älter werden in Ahlen, Quartier Gezeitenland, Ahlen

Miatroll - Mobil im Alter trotz Rollator, Bielefeld

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