Modul Kochkurse für Seniorinnen und Senioren

Zielsetzung

Ziel dieses Freizeitangebots ist es, in Gesellschaft Kochen zu lernen bzw. erlerntes Kochen zu verbessern und durch Schwerpunktsetzung wie Beratungen zu einer bewussteren Ernährung zu gelangen. Hierbei gibt es kein richtig oder falsch, sondern ist es entscheidend, die neuesten ernährungsphysiologischen Erkenntnisse zu integrieren – denn mit zunehmendem Alter und dem sich ändernden Bedarf an Nährstoffen ist eine angepasste Nahrungszusammenstellung grundlegend. Themenabende können nicht nur den persönlichen Horizont erweitern, sondern auch im hohen Alter das über Jahre hinweg angeeignete Ernährungsverhalten optimieren und Gelegenheit bieten Tipps zum täglichen Einkauf auszutauschen. Bei regelmäßigem Besuch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kann Lebensqualität und Gesundheitsbewusstsein, durch gesünderes Essen und gemeinschaftliches Beisammen sein, hinzugewonnen werden. Darüber hinaus bietet die Zeit des Kochkurses mit anschließendem Essen die Möglichkeit zum gesellschaftlichen Austausch und gemeinschaftlichem Genuss der Kursteilnehmer.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

Dieses Modul wurde bisher von 1 Nutzern bewertet.

Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Ein Kochkurs für Seniorinnen und Senioren ist aufgrund der notwendigen technischen Ausstattung einer Küche auf eine kleine Gruppe von etwa 6 bis 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmern begrenzt. Die Kursstunden bestehen aus der Vorbereitung, die zunächst den Einkauf und die Vorbereitung der Lebensmittel enthält, der Zubereitung der Lebensmittel und dem anschließenden gemeinsamen Essen. Eine Kursstunde kann wöchentlich oder 14-tägig angeboten werden und dauert etwa zwischen 2 und 4 Stunden.

Der Initiator kann ein freiwilliger Ehrenamtlicher mit entsprechendem Know-how sein. Je nach zur Verfügung stehendem Budget, ist es auch möglich, z.B. eine externe Ökotrophologin oder einen ausgebildeten Koch für die Kursstunden einzuladen. Die Leitung ist für die Vorbereitung, z.B. dem Suchen geeigneter Rezepte, eventuell dem Einkauf, sollte dieser nicht gemeinsam unternommen werden, sowie die ordnungsgemäße Durchführung des Kurses zuständig.

Besteht der Kurs aus einer sich bekannten Gruppe ist es möglich, die Kursstunden in einer privaten Küche eines Freiwilligen oder im Sommer z.B. auch im Garten durchzuführen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit am Nachmittag oder Abend eine Küche z.B. einer entsprechend ausgestatteten Berufsschule, einer nahegelegenen Familienbildungsstätte oder eines Bürgertreffs zu nutzen. Manchmal ist eine Kooperation mit Unternehmen möglich, die über eine Küche verfügen oder durch Spenden die Nutzung einer kostenpflichtigen Küche ermöglichen. Es empfiehlt sich, Kooperationspartner mit entsprechenden Räumlichkeiten zu suchen. Diese können z.B. auch Kirchengemeinden oder Wohlfahrtsverbände sein.

Konzeptionell bzw. inhaltlich können die Rezepte je nach Wunsch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer festgelegt werden. Es ist zum Beispiel möglich, Länder- oder Jahreszeitenküche, besonders gesunde oder nährstoffreiche Gerichte anzubieten oder Rezepte zu nutzen, die besonders auf kleine Geldbeutel ausgerichtet sind.

Der finanzielle Aufwand des Kurses beinhaltet zum einen eine Teilnehmergebühr, z.B. für einen Kursleiter oder eine anzumietende Küche sowie den Aufwand für die Lebensmittel. Erfahrungsberichte verzeichnen einen Aufwand je nach Unterstützung durch Spenden und ehrenamtlicher Übernahme von 1,00 bis zu 20,00 Euro/ Kurstag.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Stolpersteine

Kochkurse sind recht aufwendige Veranstaltungen, denn sie benötigen eine Grundausstattung an technischen Hilfsmitteln innerhalb einer Küche, genügend Platz zur Vor- und Zubereitung sowie zum gemeinsamen Essen und bedeuten pro Kursstunde einen relativ hohen finanziellen Aufwand je nach Organisation und Lebensmittel.

Durch private Freiwillige, die z.B. ihre Küche zur Verfügung stellen oder durch Kooperationen mit Partnern können die anfallenden Fixkosten gering gehalten werden. Je nach inhaltlicher Konzeption und Gerichten können auch die umgelegten Kosten für anzuschaffende Lebensmittel gesenkt werden. Der Zeitaufwand zur Durchführung kann entweder in professionelle Hände gelegt werden, wenn ein Koch oder eine Ökotrophologin zur Verfügung stehen, oder es kann ein kleines Team gebildet werden, in dem die Aufgaben verteilt werden können.

Bewertung

Gute Methode, um gesellschaftliches Miteinander zu fördern und mit Spaß und Genuss durch gutes Essen oder das Erlernen des Kochens Lebensqualität und Gesundheitsbewusstsein zu steigern. Je nach Zulauf im Quartier können Folgekurse die Gemeinschaft vergrößern und stärken.

Fallbeispiele

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Örtliche Familienbildungsstätten, Wohlfahrtsverbände, Kirchengemeinden können entweder auf Erfahrungen zurückgreifen oder als Kooperationspartner Unterstützung anbieten.

Finanzierungsansätze

Beratung

Hilfreiche Informationen und Erfahrungen finden Sie am Besten bei bereits bestehenden Initiativen.

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

Starterkurs mit drei Personen trotz schlecht bestückter Küche ein Erfolg für Teilnehmer und Kursleiter

Projekte

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Menebröcker, C. / Rebbe, J. / Keil, U. (2012):
Mir schmeckt’s wieder – Das Kochbuch für alte Menschen. TRIAS Verlag, Stuttgart