Modul Wohnen für Hilfe

Zielsetzung

Der Begriff "Wohnen für Hilfe" steht für Wohnpartnerschaften zwischen Jung und Alt: ältere Menschen bieten bei sich Zuhause jüngeren Menschen gegen Hilfeleistungen Wohnraum an. So kann der Vereinsamung von Älteren entgegengewirkt werden und diese erhalten Unterstützung im Alltag. Gleichzeitig erhalten junge Menschen - insbesondere Studierende werden von diesem Konzept angesprochen - günstigen Wohnraum.

Der in vielen Städten bestehenden Wohnungsnot bei Studierenden kann somit entgegengesteuert werden und Ältere haben durch die Unterstützung die Möglichkeit länger in der eigenen Wohnung zu verbleiben.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

Dieses Modul wurde bisher von 3 Nutzern bewertet.

Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

In der Regel leistet die "Mieterin"/ der "Mieter", also der junge Mensch bzw. Studierende eine Stunde Hilfe im Monat pro m² Wohnfläche. Die beiden Parteien können aber auch ihren eigenen “Tarif” vereinbaren. Junge Menschen können dadurch Kosten sparen, da sie keine Miete im eigentlichen Sinn zahlen. Die Hilfeleistungen können sich auf allgemeine Hilfen im Haushalt oder Garten beziehen, können jedoch auch Begleitdienste sowie generell gemeinsame Aktivitäten einschließen. Das generationsübergreifende Zusammenleben bietet auch Vorteile in der Gesundheitsförderung. So ermöglicht die gemeinsame Besuch von Bewegungsangeboten, oder die Begleitung dieser, die Teilhabe an gesundheitsfördernden Aktivitäten. Auch die Durchführung eines sportlichen Programms durch die jüngeren Bewohner selbst (bspw. durch das Engagement von Sportstudenten), stellt eine Möglichkeit dar, altersgerechte Aktivitäten anzubieten. In möglicher Kooperation mit Kursangeboten der Universitäten, könnten sowohl räumliche als auch personelle Gegebenheiten ermöglicht und sichergestellt werden.

Ausdrücklich ausgenommen sind bei diesem Konzept Pflegeleistungen jeglicher Art.

Es geht stattdessen darum, soziale Kontakte zwischen alt und jung aufzubauen und ältere Menschen zu unterstützen, damit diese keine oder weniger Hilfe von außen benötigen. Somit entsteht eine win-win-Situation für beide Parteien.

Vorab sollten "Mieterin / Mieter" und "Vermieterin / Vermieter" ein ausführliches Informationsgespräch führen, bei dem sie sich gegenseitig kennenlernen können und auch prüfen können, ob sie zusammenpassen. Die "Mieterin"/ der "Mieter" sollten mindestens 18 Jahre alt und bereit sein, Zeit mit ihrem Wohnpaten zu verbringen. Die Voraussetzung für die "Vermieterin" / den "Vermieter" ist ausreichend Wohnfläche, um dem jungen Menschen mind. ein Zimmer anzubieten sowie ein gewisser Unterstützungsbedarf und Interesse an der jüngeren Generation.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Stolpersteine

Bei diesem Konzept bestehen die gleichen Stolpersteine wie bei einer "normalen" Wohngemeinschaft auch: Das Konzept "Wohnen für Hilfe" beruht darauf, dass die Beteiligten Interesse am Gegenüber haben und miteinander auskommen und dass Regeln bzgl. des Zusammenlebens und der Erbringung der Hilfeleistungen eingehalten werden.

Bewertung

Durch solche Wohnpartnerschaften kann zwei Problemen entgegengesteuert werden: der Wohnungsnot von Studierenden in vielen Städten und der Vereinsamung sowie dem Bedarf älterer Menschen an kleineren Dienstleitungen.

Fallbeispiele

Wohnen für Hilfe – Wohnpartnerschaften in Köln – Gemeinsam wohnen, den Alltag erleichtern! (Köln)

Wohnen für Hilfe – Wohnpartnerschaften zwischen Jung und Alt (Münster)

Wohnduo – Wohnen für Hilfe (Studentenwerk Aachen)

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Finanzierungsansätze

Häufig handelt es sich um eine Projektförderung des Landes oder der Kommune. Das Projekt in Münster wurde durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt.

Beratung

Wohnen für Hilfe in Deutschland

Landesarbeitsgemeinschaft Wohnberatung NRW (Düsseldorf)

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

Dieses Modell haben wir als Ehepaar drei Jahre lang praktiziert - wohnten zur Untermiete / gegen Nebenkosten bei einer alleinstehenden älteren Dame. Das war für beide Seiten wunderbar! Sensibilität, Diplomatie gegenüber den eingeschliffenen Lebensgewohnheiten der "Hausherr*inn*en, Kommunikationsfähigkeit und tatsächliche Hilfsbereitschaft sind allerdings unbedingt nötig.

Projekte

Quartiersentwicklung in Riehl, Köln

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Literatur

Kriebler, Meike (2004):
Wohnen für Hilfe. Zeitschrift der Pädagogischen Hochschule, 2004/1, S. 45-46., Freiburg

Links

Wohnen für Hilfe in Deutschland

Wohnen für Hilfe Info

Downloads

Formular Wohnraumsuche; Formular Hilfesuche

Beispiel Flyer: Modellprojekt "Wohnen für Hilfe" Haus Steinhübel (Saarbrücken)