Modul Kommunale Konferenz Alter und Pflege

Zielsetzung

Kommunale Konferenz Alter und Pflege (§ 8 GEPA NRW) haben zum Ziel die Qualität der pflegerischen Versorgung der Bevölkerung kontinuierlich zu verbessern, indem eine leistungsfähige, regional gegliederte, ortsnahe & aufeinander abgestimmte ambulante & stationäre pflegerische Versorgung gewährleistet werden soll. Diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe kann nur dann bewältigt werden, wenn alle Akteurinnen und Akteure gemeinsam und gleichberechtigt für die Versorgung beteiligt werden.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

Dieses Modul wurde bisher von 3 Nutzern bewertet.

Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Die Konferenzen sollen, als institutionalisierte regionale Arbeitsgemeinschaften, die vorhandene Pflegeinfrastruktur so effizient wie möglich gestaltet und einzelne Aufgabenbereiche stärker miteinander vernetzen. Zu den Aufgaben gehören:

Das MGEPA NRW verpflichtet Kreise und kreisfreie Städte zur Einrichtung von Kommunalen Konferenzen Alter und Pflege und zur Übernahme der Geschäftsführung. Eine Pflegekonferenz setzt sich zusammen aus Vertretern der vor Ort tätigen Pflegeeinrichtungen, entsprechende Interessenvertretung  (Beiräte, Vertretungsgremien, Vertrauenspersonen), des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung, der Ärztekammer, der kommunalen Seniorenvertretung, der kommunalen Integrationsräte, der örtlichen Selbsthilfegruppen und Interessenvertretungen pflegebedürftiger Menschen, Behinderter und chronisch Kranker sowie der Angehörigen oder andere Institutionen oder Organisationen, die an der Angebotsversorgung beteiligt sind.

Hinweis: Einige Kreise und kreisfreie Städte haben die kommunale Pflegekonferenz und die kommunale Gesundheitskonferenz, auf Grund enger thematischer Verknüpfungen und oftmals personeller Übereinstimmungen in der Aufgabenerfüllung, in ein gemeinsames Gremium überführt. Eine gemeinsame kommunale Gesundheits-, Alters- und Pflegekonferenz haben beispielsweise die Kreise Lippe und Minden-Lübbecke sowie die Stadt Wuppertal.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Stolpersteine

Zu den Stolpersteinen gehört u.a. die Kommunale Konferenz in einer arbeitsfähigen Größe zu halten. Die Formulierung im Gesetz, wer Mitglied werden kann, ist sehr offen (Bsp. alle vor Ort tätigen Pflegeeinrichtungen).

Außerdem ist mit der jährlichen Berichterstattung über die Ergebnisse ein erheblicher Aufwand verbunden.

Bewertung

Die Effektivität des Steuerungsinstruments bleibt noch abzuwarten. Gute Methode, um zusammen mit Beteiligten Ergebnisse und Handlungsfelder zu erarbeiten und sich mit den bestehenden Problemen auseinander zu setzen. Positiv anzumerken ist, dass über die Beratungspflicht von Neubauvorhaben indirekt auf die Pflegeinfrastruktur Einfluss genommen werden kann. Da es keine konkreten Vorgaben für die Konferenzen gibt, sind diese von unterschiedlicher Intensität und Qualität. Hier stellt sich auch die Frage der Organisationsform. So kann es beispielsweise Konferenzen mit oder ohne Geschäftsführung geben. Entsprechend können Entscheidungen per Mehrheitsentscheid oder Einstimmigkeit getroffen werden, was den Prozess insgesamt befruchten aber auch behindern kann. Bisherige Erfahrungen sollten transparent gemacht werden, um eine Weiterentwicklung voran zu bringen.

Fallbeispiele

Stadt Münster-Grundsätze für die Arbeit der Pflegekonferenz

Stadt Essen

Stadt Wuppertal

Kreis Lippe

Kreis Minden-Lübbecke

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

In den Städten werden Geschäftsstellen mit Ansprechpartnern zu der Thematik errichtet. Diese verfügen über die nötigen Informationen und stehen beratend zur Seite.

Finanzierungsansätze

Beratung

Geschäftsstellen der Pflegekonferenz

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

Trotz einer möglichst breiten Beteiligung sollte auf eine arbeitsfähige Gruppengröße geachtet werden.

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Literatur

Schnitger, Moritz (2010):
Pflegekonferenzen als geeignetes Instrument zur Optimierung des deutschen Pflegemarktes? Steuerungspotential lokaler Politiknetzwerke im Rahmen von Wohlfahrtsmärkten Potsdam

Heinze, Rolf G. / Naegele, Gerhard (2010):
Integration und Vernetzung – Soziale Innovationen im Bereich sozialer Dienste

Asam, Walter (2010):
Kommunale Alten(hilfe-)planung und SGB XI. In: Handbuch Soziale Arbeit und Alter

Downloads

Beispiel-Pflegebericht für die Stadt Münster