Modul Lesepatenschaft

Zielsetzung

Das Ziel der Lesepatenschaft besteht darin, sowohl die Lesekompetenz als auch die Lesefreude bei Kindern und Jugendlichen zu wecken und zu fördern. Gleichzeitig können ehrenamtlich Helfende dabei eine sinnvolle Tätigkeit ausüben. Diese sind oft ältere Menschen, die Freude am Umgang mit Kindern haben und ihnen eine wichtige Kulturtechnik vermitteln möchten. Kinder und Jugendliche profitieren von einer persönlichen Zuwendung sowie ruhigen Atmosphäre und üben sich in Geduld und Ausdauer beim Zuhören oder Verstehen des Gelesenen.

Die Lesepatenschaft muss nicht nur auf Kinder übertragen werden. Hervorragend eignet sich die Methode, um auch um junge und bereits ältere Migrantinnen und Migranten auf dem Weg des Erlernens einer Sprache zu begleiten.

Es ist aber auch möglich, dass Schülerinnen und Schüler eine Lesepatenschaft aktiv übernehmen und älteren Menschen beispielsweise in Seniorinnen- und Seniorenheimen vorlesen. Dabei entstehen wertvolle Begegnungen. Schülerinnen und Schüler üben ihre Sensibilität im Umgang mit älteren Menschen, während Seniorinnen und Senioren Kontakt haben zu jungen Menschen, die Zeit und Interesse außerhalb des Einrichtungsalltags mitbringen.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

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Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Lesepatenschaften können für Einzelpersonen, aber auch für Gruppen übernommen werden. Es ist darüber zu entscheiden, ob eine Lesepatenschaft regelmäßig für dieselbe Gruppe oder Person übernommen wird oder ob diese variieren. Des Weiteren kann man sich auf bestimmte Gruppen festlegen, beispielsweise Kindergartenkinder oder Schülerinnen und Schüler bestimmter Klassenstufen. Es ist aber auch möglich, eine Anlaufstelle anzubieten. Auch muss man im Vorfeld darüber entscheiden, ob regelmäßig Geschichten vorgelesen werden oder auch die Lese- und Verständnisfähigkeit gefördert werden sollen. Letzteres bedarf mehr Vorbereitung. Denn häufig stoßen Lesepatinnen und Lesepaten auf ungenügendes Lesevermögen bei Schülerinnen und Schülern. Dieses liegt häufig weniger an den Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern, als vielmehr an deren Motivation. Vielfach sind die erlebten Leseerfahrungen durch Scheitern und Frustration geprägt. Daher sind Einfühlsamkeit und Sensibilität der Lesepatinnen und Lesepaten besonders wichtig. Neben der Berücksichtigung der Lektüre auf Unterrichtsniveau, ist es auch sinnvoll, Erfolge sichtbar zu machen, Ziele festzulegen und Lesestrategien zu erarbeiten. Dabei können gegebenenfalls Schulen und andere geeignete Einrichtungen beratend unterstützen.

Sollen Schülerinnen und Schüler eine Lesepatenschaft für Seniorinnen oder Senioren übernehmen, so ist es wichtig, dass sie geschult werden, bevor sie beispielsweise älteren Menschen mit Demenz begegnen.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Zu Beginn des Projekts Lesepatenschaft ist es sinnvoll Verantwortliche zu benennen, die das Projekt initiieren sowie begleiten und sich mit konzeptionellen Vorüberlegungen hinsichtlich der Durchführung befassen. In der nächsten Phase müssen die Zielpersonen zur Lesepatenschaft über kooperierende Einrichtungen erreicht werden (Kindergärten, Schulen, Altenheime, Vereine, Kultureinrichtungen etc.). Gleichzeitig müssen ehrenamtlich Helfende, welche die Lesepatenschaft übernehmen möchten, gefunden werden. Nicht zu Letzt ist es wichtig geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Bei der Suche könnten Schulen, Bibliotheken und Kommunen wichtige Hinweise bereithalten. Darüber hinaus sind Werbemaßnahmen von großer Bedeutung. Von ihnen hängt wesentlich ab, ob man genügend interessierte Menschen mit dem Angebot erreicht und das Projekt durchführen kann. Auch sollte man die Anschaffung von Literatur und Bildungsmaterialien berücksichtigen (Bibliotheken, Bundes-/Landeszentrale für politische Bildung etc.). Schließlich muss man auch Formalien, wie Einverständniserklärungen der Eltern oder von Betreuenden einholen oder Verschwiegenheitserklärungen verfassen. Es ist sinnvoll darüber nachzudenken, ob Ressourcen für eine Schulung für Lesepatinnen und Lesepaten bestehen.

Stolpersteine

Trotz einer hohen Nachfrage beklagen einige Organisationen, welche die Lesepatenschaft bereits anbieten, eine zu geringe Anzahl ehrenamtlich Engagierter, die eine Lesepatenschaft übernehmen möchten. In diesem Fall erscheint es wichtig der Ursache auf den Grund zu gehen. 

Auf welchem Wege können Lesepatinnen und Lesepaten am besten erreicht werden? Wurden geeignete Informationskanäle ausgeschöpft? (Flyer, Radio, Zeitung, Aushänge)

Gegebenenfalls sollten Informationen in verschiedene Sprachen verfasst werden, um auch Migrantinnen und Migranten anzusprechen.

Bewertung

Die Lesepatenschaft fördert das generationen- und kulturübergreifende Miteinander und erscheint als eine gute Methode, um Literaturfreude zu fördern. Insbesondere leseschwache Kinder und Jugendliche sowie Migrantinnen und Migranten könnten von der Methode profitieren, weil sie den gewöhnlichen Lerndruck der Schule entkommen und nach ihren Bedürfnissen ausgerichtet, Bücher für sich entdecken können.

Als bereichernd könnte sich die Lesepatenschaft auch für Seniorinnen und Senioren erweisen, die nicht nur über die Literatur angesprochen werden, sondern über den Austausch mit jungen, engagierten Menschen.

Fallbeispiele

Die Vorleser

Bürgerstiftung Herdecke

Lesepaten Münster

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

In der Regel ist es sinnvoll mit der Kommune, mit Bibliotheken sowie Schulen und Altenheimen oder Betreutem Wohnen in Kontakt zu treten und über das Projekt Lesepatenschaft zu informieren. Bereits der Austausch könnte positive Effekte befördern und Unterstützung generieren.

Finanzierungsansätze

Beratung

Aktivpaten ist eine Plattform, die verschiedene Patenschaften in der näheren Umgebung vermittelt.

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

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Projekte

Seniorenpaten, Essen

PROgymnasium Bensberg e.V., Bergisch Gladbach

Stadtteilbibliothek Reydt, Mönchengladbach

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Lesepatenschaften – eine Möglichkeit zur Förderung leseschwacher Schüler