Modul Elektronische Sprechstunde

Zielsetzung

Die Elektronische Sprechstunde ist eine zukunftsgerichtete Methode, um Patientinnen und Patienten eine Möglichkeit zu bieten ärztlichen Rat über räumliche Distanz hinweg einzuholen unter Zuhilfenahme von Informations- und Kommunikationstechnologien. Dies kann beispielsweise nach stationären oder teilstationären Krankenhausaufenthalten erfolgen. Die Patientinnen und Patienten umgehen anstrengende Wege zu Klinken. Eigenverantwortlich überprüfen Patientinnen und Patienten ihre Vitalparameter und übertragen diese telefonisch oder elektronisch an die behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Auf Seiten der Patientinnen und Patienten kann diese Methode nachhaltig die Lebensqualität steigern, weil aufwendige Arztwege entfallen. Auf Seiten des Gesundheitswesens können hohe Kosten reduziert werden.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

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Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Die elektronische Sprechstunde kann auf vielen Wegen zum Einsatz kommen. Entweder nach stationären Krankenhausaufenthalten zur elektronischen, ambulanten Versorgung oder aber als medizinische Grundleistung, zum Beispiel als Sprechstundenersatz.

Interessierte Patientinnen und Patientinnen werden über die elektronische Sprechstunde informiert. Bei Einwilligung in das Projekt, wird ein Behandlungsplan erstellt und die Patientinnen und Patienten erhalten eine umfassende Einweisung in die Geräte, die zukünftig ihre Vitalparameter in häuslicher Umgebung überprüfen werden. Zudem werden sie darüber aufgeklärt, wie sie bei auftretenden Komplikationen oder aber einfachen Fragen handeln können. Die Optionen dazu bestehen in der Vernetzung über einen Laptop, eine Funkverbindung oder ein Bildtelefon. Es ist ratsam, dass eine Bezugsperson die Patientinnen und Patienten zu Hause kontinuierlich unterstützt. Die Einweisung in die Geräte kann auch bei den Patientinnen und Patienten im häuslichen Umfeld stattfinden.

Über die elektronische Visite kann beispielweise eine Rücksprache ohne großen Aufwand zu Diagnosen, Symptomen oder zur Medikamenteneinnahme erfolgen. Anschließend wertet das ärztliche und pflegerische, elektronisch geschulte Fachpersonal die Daten aus und kontrolliert die elektronisch-medizinische Überwachung.

Es ist ratsam bei der Umsetzung des Projektes ein technisches Institut hinzuzuziehen, das mit der Durchführung vertraut ist und die technischen Voraussetzungen stellen kann.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Notwendig für die Durchführung dieses Projektes sind die technischen Voraussetzungen auf Seiten der Patientinnen und Patienten, wie auch auf der medizinischen und pflegerischen Seite. Dazu bieten einige technische Institute und Dienstleistende Unterstützung, sodass eine Kooperation eingegangen werden sollte.

Des Weiteren müssen die Patientinnen und Patienten dem Projekt gegenüber aufgeschlossen sein und die technischen Kompetenzen zum Vorgehen der elektronischen Sprechstunde nach einer Einweisung aufbringen können. Hierfür muss eine Schulung zur praktischen Anwendung der elektronischen Geräte erfolgen (Laptop, EKG-Gerät, Blutzucker-Gerät). Dazu müssen bereits im Vorfeld Schulungen konzipiert und von ärztlicher und pflegerischer Seite evaluiert werden. Wenn die Kapazitäten es zulassen, ist es sinnvoll dafür ein interdisziplinäres Team aufzustellen, das sich mit unterschiedlichen Prophylaxen, Notfallplänen, Risikofaktoren und Geräte-Einweisungen beschäftigt. Des Weiteren ist es sinnvoll eine mobile Hotline einzurichten, die für Notfälle 24 Stunden besetzt ist. Die Kostenübernahme ist im Vorfeld abzuklären.

Stolpersteine

Bisher gibt es wenige Beispielprojekte, sodass es ein Qualitätsstandard für die elektronische Sprechstunde nicht gibt. Auch existieren zahlreiche technische Anbietende auf dem Markt, sodass es Insellösungen für bestimmte Projekte gibt, aber kein einheitliches Konzept auf das man zurückgreifen kann.

Darüber hinaus sind Datenschutz-Aspekte bisher nicht ausreichend reflektiert worden, sodass datenschutzrechtliche Bestimmungen keinen zufriedenstellenden Umgang garantieren.

Bewertung

Diese Methode ist anfänglich sehr zeitaufwendig und womöglich kostspielig. Außerdem ist sie noch wenig erprobt. Andererseits kann sie nach ihrer Implementierung große Vorteile für Patientinnen und Patienten sowie in der Medizin und Pflege erbringen.

Das Modul bietet ein hohes Maß an Flexibilität für Patientinnen und Patienten, insbesondere für ältere chronisch kranke Menschen, für die ein Arztbesuch sehr aufwendig ist. Auch ältere Menschen im ländlichen Raum, die gesundheitlich unterversorgt sind, könnten von der Methode profitieren. Des Weiteren wird bei der Methode die Selbständigkeit der Patientinnen und Patienten gefördert. Sie übernehmen Verantwortung für sich selbst und lernen mit der Zeit ihre körperliche Wahrnehmung besser einzuschätzen.

Auf Seiten der Medizin und Pflege können dauerhaft erhebliche Kosten eingespart werden.

Fallbeispiele

AGnES Arztentlastende, Gemeinde-nahe, E-Healthgestützte, Systemische Intervention

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Deutsches Telemedizinportal

Finanzierungsansätze

Beratung

Die Internet-Plattform elektronische Visite bietet verschiedene Dienstleistungen im Bereich der Telemedizin.

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

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