Modul Präventive Hausbesuche

Zielsetzung

Durch präventive Hausbesuche soll die Gesundheit, eine selbstständige Lebensführung sowie die Lebensqualität der Quartiersbewohnerinnen und Quartiersbewohner erhalten und gefördert werden. Hierfür besuchen speziell geschulte Personen solche Quartiersbewohnerinnen und Quartiersbewohner in ihrer häuslichen Umgebung, die das 75. Lebensjahr vollendet haben. Neben der Beratung gehört auch die Organisation von Hilfeleistungen zu den Aufgaben der „Hausbesucherinnen und Hausbesucher“. So sollen bedarfsgerechte Angebote und Informationen den Bewohnerinnen und Bewohnern näher gebracht werden, wie beispielsweise die Sturz- und Sturzfolgen-Prävention, Ernährung im Alter, Hilfsmittel, Leistungen nach SGB V,XI, XII oder körperliche Aktivität im Alter/ Sport. Durch präventive Hausbesuche erhalten Quartiersbewohnerinnen und Quartiersbewohner die Möglichkeit ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern. Zielführend sind hier die Mobilisierung vorhandener Ressourcen und das rechtzeitige Erkennen sich abzeichnender Hilfebedarfe. Auch soll die Verzahnung von Nachfragen und Angeboten im Gesundheits- und Pflegebereich im Wohnumfeld verbessert werden.

Einschätzungen zu diesem Modul von Nutzerinnen und Nutzer

Prozessphase:

eignet sich zur konkreten Umsetzung

Zeitaufwand:

bedarf längerer
Vorbereitung

Personalaufwand:

ist sehr
personalintensiv

Finanzieller Aufwand:

ist sehr
kostenintensiv

Partizipation:

hat einen hohen Beteiligungsgrad

Komplexität:

bedarf professioneller Unterstützung

Dieses Modul wurde bisher von 5 Nutzern bewertet.

Anwenderinnen und Anwender

Zielgruppe

Handlungsfelder

Umsetzung und Durchführung

Die Umsetzung solcher Präventiven Hausbesuche kann durch unterschiedliche Akteurinnen und Akteure erfolgen, oftmals ist es die Kommune die solche Hausbesuche für ihre Bewohnerinnen und Bewohner eines bestimmten Quartiers initiiert. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Qualifikation der Hausbesucherinnen und Hausbesucher, sollen diese doch neben der Weitergabe von Informationen zu unterschiedlichen Themen auch in der Lage sein den Gesundheits- bzw. Allgemeinzustand der Quartiersbewohnerinnen und Quartiersbewohner beurteilen und verfolgen zu können.Auch ist eine umfassende Kenntnis der im Quartier vorgehaltenen Angebote, auf die die Hausbesucherinnen und Hausbesucher verweisen können, sehr wichtig.

Um die Quartiersbewohnerinnen und Quartiersbewohner auf dieses Angebot aufmerksam zu machen, können diese zum einen angeschrieben und so über das Angebot des Hausbesuchs sowie einen fixen Termin informiert werden. Sofern das Angebot nicht angenommen werden möchte, muss aktiv abgesagt werden. Zum anderen kann eine Einladung der Quartiersbewohnerinnen und Quartiersbewohner zur Teilnahme erfolgen und bei Teilnahmewunsch kann eine beigefügte Antwortkarte versendet werden. Grundsätzlich ergibt sich eine höhere Teilnahmequote, wenn der Besuch durch die Hausärztin oder den Hausarzt empfohlen wird. Auch Öffentlichkeitsarbeit z.B. in Form von Flyern in Apotheken etc. erhöht die Bekanntheit und Akzeptanz dieses Angebots.

Für den laufenden Betrieb muss dann eine Ansprechpartnerin oder ein Ansprechpartner vorhanden sein, der oder die für die Terminabsprache sowie generelle Rückfragen zur Verfügung steht und auch telefonisch erreichbar ist. In der Regel finden die Hausbesuche zweimal jährlich statt.

Wichtige Umsetzungsschritte / Aufwandsabschätzung

Für die Umsetzung dieses Moduls spielen folgende Aspekte eine Rolle:

Stolpersteine

Bewertung

Die meisten Angebote des Sozial- und Gesundheitswesens setzen voraus, dass sie von den Quartiersbewohnerinnen und Quartiersbewohnern aufgesucht werden (sogenannte „Komm-Strukturen). Dies fällt jedoch nicht allen Quartiersbewohnerinnen und Quartiersbewohnern leicht. Bei den Präventiven Hausbesuchen werden sie in ihrem Zuhause besucht und erhalten für sie interessante Informationen und die Vermittlung von unterstützenden Hilfen.

Durch das Wissen, dass bei Bedarf eine Ansprechpartnerin bzw. ein Ansprechpartner zur Verfügung steht und dass eine Unterstützung durch die Kommune möglich ist, wird daneben eine höhere Sicherheit im Alltag der Quartiersbewohnerinnen und Quartiersbewohner geschaffen, gerade bei solchen die alleinstehend sind. Durch die Hausbesuche und die adäquate Beratung und Vermittlung von Dienstleistungen kann der Verbleib in der eigenen Wohnung und die Selbstständigkeit im Alter länger aufrecht erhalten werden, Hilfebedarfe können durch die Besuche Zuhause erkannt werden.

Fallbeispiele

Kontakte / AnsprechpartnerInnen

Finanzierungsansätze

Beratung

Nutzerinnen- und Nutzerkommentare

Außerhalb des eigenen Bekanntenkreises ist es schwer umsetzbar, da sowohl der Datenschutz als auch Schwellenangst/Sicherheit im eigenen Haus dagegegen stehen.
Die Mitarbeiterin sollte neben der fachlichen Kompetenz auch eine hohe Sozialkompetenz haben.
Das Personal, das die präventiven Hausbesuche durchführt, muss professionell geschult sein und möglichst auch bereits Erfahrung im Umgang mit älteren Menschen haben. Hemmungen bezüglich der Nutzung dieses Angebots können abgebaut werden, indem durch die jeweilige Stadtverwaltung ein informatives Schreiben an die entsprechende Zielgruppe verschickt wird. So erhält es offiziellen Charakter.

Projekte

Senioreninformationsdienst-Lippe (SinfoL), Augustdorf

Quartiersentwicklung in Remscheid-Süd, Remscheid

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Literatur

Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen Rheinland-Pfalz (Hg.) / Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V., Köln (Verfasser) (2009):
Berichte aus der Pflege. Expertise Pflege und Unterstützung im Wohnumfeld: Praxisbericht mit Beispielen und Empfehlungen für wohnortnahe Pflege- und Unterstützungsstrukturen.

Downloads

Vortrag Anne Gebert: Der präventive Hausbesuch als Herausforderung für die Pflege

Vortrag Reiner Jakobs: Präventive Hausbesuche im Kontext einer vorausschauenden Seniorenpolitik