Inhalte und Ziele

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Im landesweiten Projekt „Servicebrücken Jugend – Alter“ werden alle interessierten Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2015 beim Aufbau von Taschengeldbörsen unterstützt und erhalten hierfür eine Förderung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds in Höhe von bis zu 15.000 Euro.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Projekt-Koordinierungsstelle des ISA e.V. und der AWO Solingen begleiten und beraten in 2015 alle projektteilnehmenden Kreise und kreisfreien Städte bei der Umsetzung vor Ort.

Taschengeldbörsen – Zielgruppen und Effekte

Taschengeldbörsen werden in einer erweiterten Perspektive als Servicebrücken zwischen Jugend und Alter verstanden. Sie stellen den Kontakt zwischen älteren und/ oder mobilitätseingeschränkten Menschen und Jugendlichen her, die für die nachfragenden Haushalte einfache und gelegentliche Unterstützungsleistungen gegen ein kleines Taschengeld erbringen. Explizit ausgeschlossen sind originär pflegerische Tätigkeiten sowie alltägliche Haushaltsarbeiten, die zum Aufgabenspektrum von professionellen Dienstleistern oder Pflegepersonal gehören.

Die Zielgruppen der Taschengeldbörse sind

  • zum einen, auf der Angebotsseite, Schülerinnen und Schüler, in der Regel zwischen 14 und 20 Jahren, die die Möglichkeit erhalten ihr Taschengeld aufzubessern und
  • zum anderen, auf der Nachfrageseite, ältere und/ oder mobilitätseingeschränkte Menschen, die in ihrer Lebensführung unterstützt werden.

Taschengeldbörsen gelingt der Brückenschlag gleich auf mehreren Ebenen:

  • Taschengeldbörsen leisten einen Beitrag zur intergenerativen Begegnung, helfen Vorurteile abzubauen und schaffen ein wechselseitiges Verständnis zwischen den Generationen.
  • Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit ihr Taschengeld aufzubessern und können durch die ausgeübten Tätigkeiten eigene Stärken und Begabungen kennenlernen. Über den Austausch mit hilfesuchenden Menschen erlangen sie Sozialkompetenzen und können hilfreiche Erfahrungen für die zukünftige berufliche Orientierung sammeln.
  • Für ältere und/oder mobilitätseingeschränkte Menschen tragen Taschengeldbörsen, durch die erbrachten Unterstützungen, zur selbstbestimmten Lebensführung im vertrauten Umfeld bei.
Projektziele

Neben dem unmittelbaren Ziel den Aufbau von Taschengeldbörsen in NRW zu unterstützen, vereint das Projekt ausgehend von den Effekten von Taschengeldbörsen auf einer übergeordneten Ebene arbeitsmarkt- und sozialpolitische Ziele.

Durch nachbarschaftliche Unterstützungsleistungen für Seniorinnen und Senioren sowie für unterstützungsbedürftige Haushalte durch Jugendliche wird der intergenerationale Dialog gefördert und Jugendliche sammeln berufliche Vorerfahrungen.

Die Arbeit mit älteren oder hilfebedürftigen Menschen bringt den Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein Berufsfeld nahe, das aufgrund unterschiedlicher Barrieren oftmals nicht in Betracht gezogen wird. Um gezielt den Blick für Berufe im Bereich der Altenhilfe und im Pflegebereich zu öffnen, zielt „Servicebrücken Jugend-Alter“ auch darauf ab, die Berufsorientierung in diesem Bereich zu unterstützen. Somit können das Projekt  und die Taschengeldbörsen auch einen Beitrag leisten, den teilnehmenden Jugendlichen eine Berufsperspektive in der Altenhilfe und Pflege zu eröffnen. Projektziel ist es darüber hinaus, explizit alle Jugendlichen einzubeziehen. Dementsprechend gilt es, schwer zu erreichende junge Menschen gezielt anzusprechen und für die Taschengeldbörsen zu gewinnen. Dies ist aus arbeitsmarkpolitischer Sicht sowohl im Kontext des diskutierten Fachkräftemangels im Altenhilfe- und Pflegebereich relevant, als auch im Hinblick auf die Notwendigkeit einer frühzeitigen Berufsorientierung für alle Jugendlichen.